ZKB-CIO räumt mit Dachfonds-Mythen auf

Gastautor: Simon Weiler
27.11.2020, 04:34  |  146   |   |   

„Jeder Anleger sollte zunächst Überlegungen anstellen, wie breit er sich aufstellen will und welche Region er bevorzugt“, erklärt Christian Nemeth. Wer davon überzeugt ist, dass er nur Aktien österreichischer oder deutscher Unternehmen kaufen will, der wird wohl mittels Stockpicking seine bevorzugten Einzeltitel auswählen und in diese investieren. Eine langfristige Diversifikation hat man damit nicht erreicht. Wer langfristig und international investieren möchte, ist mit Fondsinvestments besser beraten. „Wenn es darum geht, möglichst global und über mehrere Assetklassen hinweg zu investieren, dann sind Dachfonds, die in bestehende Fonds investieren, eine vielversprechende Anlageform“, so Nemeth. „Ich glaube, dass es – selbst unter den großen global tätigen Gesellschaften – keine Dachfonds gibt, die in allen Segmenten, Regionen und Anlageklassen dieselbe Einzeltitelexpertise aufweisen. Ein Dachfonds ermöglicht eine breite Streuung, ohne Einbußen bei der Expertise hinnehmen zu müssen. Wir suchen für unsere Dachfonds das jeweilige, lokale Management aus, von dem wir glauben, dass es am vielversprechendsten ist.“

„Einen Fonds auszuwählen, ist nicht trivial und erfordert viel Sorgfalt, Erfahrung und Geschick. Ich glaube, dass man mit einem sorgfältigen Selektionsprozess der Submanager ein Alpha herausholen kann“, unterstreicht Nemeth. Zu diesem Prozess gehört zum einen die quantitative Analyse durch Kennzahlen, Datenbanken und Chartvergleiche. Zum anderen wird der aufzunehmende Fonds qualitativ auf Herz und Nieren getestet, indem etwa der mehrjährige Track Record des verantwortlichen Managers, der Investmentstil und die Stabilität im Investmentteam beleuchtet werden. Daneben werden auch Querschnittsanalysen durchgeführt, etwa die Branchenstruktur im Verhältnis zum aktuellen Portfolio betrachtet, operative Risiken eingeschätzt und die Performance durch fortlaufendes Investment Controlling überprüft.

Dachfonds sind keineswegs per se passive Strategien – ganz im Gegenteil. Dachfonds können je nach Investmentphilosphie hauptsächlich aktiver Natur sein oder vermehrt auf passive Instrumente wie ETFs zurückgreifen, am häufigsten ist ein Mix aus beiden. „Die Zürcher Kantonalbank Österreich AG bevorzugt eine hauptsächlich aktive Herangehensweise, unsere passive Quote beträgt nur etwa 20 bis 25 Prozent. Ein Schwarz-Weiß-Denken ist hier jedoch fehl am Platz: Ein gutes passives Produkt ist besser als ein schlechtes aktives. Außerdem kann mit Hilfe von günstigen passiven Elementen die taktische Asset Allocation geändert werden, ohne ständig aus langfristig attraktiven, aktiven Fonds ein- und auszusteigen, was auf Dauer Performance kostet. Wir setzen diese Methode beispielsweise gerne ein, um das Verhältnis von US- zu europäischen Aktien zu steuern“, sagt Nemeth.

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ZKB-CIO räumt mit Dachfonds-Mythen auf Von unnötig hoher Kostenbelastung bis hin zu vermeintlich trivialer Fondsselektion: Christian Nemeth, Chief Investment Officer der Zürcher Kantonalbank Österreich AG, räumt mit vier hartnäckigen Dachfonds-Mythen auf:

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