ROUNDUP 2 Kritik an Schufa-Angebot zur Datennutzung - Telefónica beendet Test

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
27.11.2020, 19:32  |  194   |   |   

(neu: Telefónica)

WIESBADEN (dpa-AFX) - Ein Angebot der Schufa, die Zahlungsfähigkeit von Verbrauchern künftig auch anhand von deren Kontoauszügen zu bewerten, sorgt für Wirbel. Die Auskunftei hat in Zusammenarbeit mit dem Mobilfunkkonzern Telefónica/O2 getestet, ob Verbraucher bereit sind, die für die Bewertung relevanten Kontodaten für zwölf Monate bei der Schufa speichern zu lassen. "Dabei fließen aktuell noch keine Daten", sagte Schufa-Vorstandsmitglied Ole Schröder am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Verbraucherschützer und Politiker kritisierten das Projekt, das der Konzern am Freitagabend für beendet erklärte.

"Die Ergebnisse dieses Tests haben unsere Erwartungen leider nicht erfüllt", teilte Telefónica/O2 der dpa mit. "Daher hat Telefónica/O2 heute beschlossen, den Test zu beenden und das "CheckNow"-Verfahren der Schufa nicht mehr länger zu nutzen."

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Bei dem Test konnten mögliche Neukunden, die aufgrund ihrer schlechten Bewertung normalerweise keinen Handyvertrag bekommen würden, sich von der Schufa auf ihr Konto schauen lassen. "Denn bei Telefónica gibt es vereinzelt potenzielle Kunden, deren Vertragswunsch aufgrund einer fehlenden beziehungsweise unzureichenden oder älteren negativen Bonitätsinformationen abgelehnt werden musste, obwohl ihre aktuelle finanzielle Situation völlig unproblematisch war", so der Konzern.

An dem Pilotprojekt nahmen demnach etwa 100 Menschen freiwillig teil. Dazu mussten sie der Schufa ausdrücklich einen Auftrag erteilen. Der Konzern betonte: "Das Verfahren bietet die Schufa den Verbrauchern in komplett eigener datenschutzrechtlicher Verantwortung an." Die genutzten Kontoinformationen seien nicht gespeichert worden.

Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands, warf der Schufa "Kontoschnüffelei" vor. "Eine solch tiefe Datenauswertung der Kontobewegungen für Scoringzwecke erlaubt Rückschlüsse auf Persönlichkeit, wirtschaftlichen Status und selbst politische Orientierungen der Kunden und führt damit letztlich zum vollkommen durchleuchteten Verbraucher." Man prüfe rechtliche Schritte für den Fall, dass die Auskunftei diese Pläne umsetzt.

Schufa-Vorstand Schröder betonte: "Sensible Daten wie beispielsweise die Bezahlung einer Arztrechnung werden automatisch herausgefiltert und dürfen nicht verarbeitet werden." Die gespeicherten Kontodaten beschränken sich nach Auskunft des Unternehmens ausschließlich auf relevante Daten zur Bonitätsbewertung und Betrugsbekämpfung.


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