Aktien und Steuererklärung Mit Verlusten die Steuerlast senken (FOTO)

Nachrichtenagentur: news aktuell
30.11.2020, 14:00  |  253   |   |   

Neustadt a. d. W. (ots) - Wirecard, Air Berlin oder SAP: Der Wert von
Unternehmens-Aktien kann aus den unterschiedlichsten Gründen einbrechen. Für
Anleger bedeutet das: Sie müssen teilweise hohe Verluste hinnehmen. Immerhin
lassen sich Verluste aus Aktiengeschäften verrechnen, so dass sich der zu
versteuernde Gewinn verringert und der Anleger weniger Steuern zahlt. Wie das
funktioniert, welche Neuerungen es seit 2020 gibt und wann Anleger selbst tätig
werden sollten, das zeigt der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe
e. V. (VLH).

Aktiengewinne müssen versteuert werden

Grundsätzlich muss jeder Anleger auf seine Aktiengewinne die Abgeltungssteuer
zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer zahlen. Das sind
in Deutschland üblicherweise zwischen 26,38 Prozent und 27,99 Prozent Steuern -
je nachdem, ob der Anleger Mitglied einer Kirche ist und in welchem Bundesland
er lebt.

Immerhin steht Anlegern ein Freibetrag zu: Singles dürfen Aktiengewinne bis zu
einer Höhe von 801 Euro steuerfrei behalten und Verheiratete den doppelten
Betrag, also 1.602 Euro. Dafür sollte jeder Anleger seinem Kreditinstitut einen
sogenannten Freistellungsauftrag eingeräumt haben. Ansonsten werden die Steuern
zunächst abgezogen, können aber über die Steuererklärung wieder zurückgeholt
werden.

Gewinn oder Verlust berechnen

Nur auf Aktiengewinne sind Steuern fällig. Ein Gewinn entsteht, wenn eine Aktie
zu einem höheren Kurs verkauft wird, als sie ursprünglich gekostet hat. Machen
Anleger mit ihren Aktien Gewinn, müssen sie sich um die Besteuerung nicht selbst
kümmern. Das übernimmt das Kreditinstitut und verrechnet direkt Gewinne und
Verluste, so dass Anleger nur auf die Differenz Steuern zahlen müssen.

Bei Verlusten ist der Verkaufskurs niedriger als der Kaufkurs. Und in manchen
Fällen muss der Anleger selbst tätig werden, um Steuern zu sparen. Doch zunächst
die Berechnung für den Gewinn oder Verlust bei einem Aktienverkauf:

Verkaufserlös der Aktie

- minus Veräußerungskosten (wie Bankspesen)

- minus Anschaffungskosten

- minus Anschaffungsnebenkosten (wie Bearbeitungsgebühren)

= Veräußerungsgewinn oder -verlust der Aktie

Verlust: Aktien mit Aktien verrechnen

Hat ein Anleger seine Aktien mit Verlust verkauft, kann er die
Veräußerungsverluste mit Gewinnen aus anderen Aktienverkäufen verrechnen -
allerdings ausschließlich mit anderen Aktien, nicht mit Dividenden oder Zinsen.
Dieses Vorgehen nennt sich "horizontaler Verlustausgleich", da Verluste nur
innerhalb derselben Einkunftsart ausgeglichen werden dürfen.
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