checkAd

Abgasskandal Audi und Porsche: Verjährung im Abgasskandal für Dieselmotoren EA897 und EA898

01.12.2020, 07:49  |  1226   |   |   

Audi- und Porsche-Besitzern, in deren Fahrzeugen die Motoren EA897 oder EA898 verbaut wurden, droht zum 31. Dezember die Verjährung ihrer Ansprüche im Dieselskandal. Jetzt noch auf Schadensersatz klagen!

Besitzern von Audi- und Porsche-Dieselfahrzeugen, die im Jahr 2017 ein Rückrufschreiben des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) erhalten haben, droht zum Jahresende die kenntnisabhängige Verjährung ihrer Ansprüche im Dieselskandal. Betroffen sind Modelle mit den V6- und V8-Dieselmotoren EA897 und EA898 mit der Abgasnorm Euro 6 und 3,0 beziehungsweise 4,0 und 4,2 Litern Hubraum. 

Wer sich nicht mit einem Softwareupdate beschwichtigen lassen will, sollte den Autohersteller bis zum 31. Dezember auf Schadensersatz verklagen. Die Motoren EA897 und EA898 mit der mangelhaften Abgasreinigung wurden vor allem in Premium-Modellen von Audi und Porsche verbaut. Betroffen sind der Porsche Cayenne II, der Porsche Panamera II und die Audi-Modelle A4, A5, A6, A7, A8, Q5, SQ5 und Q7.

KBA-Rückrufe aufgrund von Abschalteinrichtungen

Das KBA hat wegen der Verwendung von unzulässigen Abschalteinrichtungen bereits Ende 2019 Rückrufe für diverse Audi-Modelle veröffentlicht, darunter die Modelle A4, A8 und Q7 der Baujahre 2010 bis 2017 mit 3-Liter und 4,2-Liter-Dieselmotoren der Abgasnorm Euro 6. Im Februar 2020 wurden verpflichtende Rückrufe für Audi-Fahrzeuge der Baujahre 2010 bis 2015 angeordnet. Eine sogenannte Aufheizstrategie in der Motorsteuerung der Fahrzeuge führt bei diesen Modellen dazu, dass die gesetzlichen Grenzwerte für Emissionen nur auf dem Prüfstand eingehalten werden, jedoch nicht im Straßenbetrieb.

Im November 2020 wurde ein KBA-Pflichtrückruf für den Porsche Panamera 4.0 Liter mit der Abgasnorm Euro 6 bekannt, der den Motor EA898 nutzt. Als Grund wird auch hier eine „nicht hinreichende Langzeitemissionsstabilität“ genannt, was nichts anderes heißt als eine unzulässige Abschalteinrichtung. Aufgrund der vom KBA angeordneten verpflichtenden Rückrufe können Audi- und Porsche-Besitzer Schadenersatzansprüche für ihre Fahrzeuge geltend machen.

Verjährungsfrist endet am 31. Dezember 2020

Im Fall von Betrug oder sittenwidriger Schädigung gilt in Deutschland eine Verjährungsfrist von drei Jahren ab dem Jahr, in dem der Anspruch entstanden ist und der Betroffene Kenntnis von den anspruchsbegründenden Tatsachen erlangt hat. Der frühere Verkehrsminister Dobrindt hat bereits 2017 öffentlich gemacht, dass die größeren Audi-Motoren in den Abgasskandal verwickelt sind. Schon zu diesem Zeitpunkt war von der Verwendung einer unzulässigen Abschalteinrichtung in den V6- und V8-Motoren die Rede.

Wenn sich diese strenge Auffassung vor Gericht durchsetzt, könnten die Schadensersatzansprüche am 31. Dezember 2020 verjähren. Deshalb sollten betroffene Porsche- und Audi-Fahrer ihre Schadensersatzansprüche noch in diesem Jahr einklagen. Sie können sich gegen Rückgabe des Fahrzeugs den Kaufpreis abzüglich einer Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer erstatten lassen.

Zahlreiche Gerichte haben bereits verbraucherfreundlich zum Motor EA897 geurteilt und das Oberlandesgericht Köln hat die Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen für diesen Motortyp inzwischen deutlich erleichtert. Das rechtskräftige Urteil vom 12. März 2020 (Az.: 3 U 55/19) stellt nämlich fest, dass keine KBA-Rückrufe vorliegen müssen, um den Hersteller wegen sittenwidriger Schädigung zu verklagen. Das Untätigbleiben der Behörden schließt einen Schadensersatzanspruch demnach nicht aus.

BGH befasst sich noch im Dezember mit Verjährungsfrist

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe wird am 14. Dezember 2020 klären, wann Schadensersatzansprüche aufgrund von manipulierten Dieselfahrzeugen verjähren. Die erfahrenen Anwälte der Verbraucherrechtskanzlei VON RUEDEN gehen davon aus, dass der BGH auch in diesem Fall verbraucherfreundlich urteilen wird.

Fahren Sie eines der betroffenen Audi- oder Porsche-Modelle? Unsere Experten im Abgasskandal informieren Sie über Ihre rechtlichen Möglichkeiten. Die Kanzlei VON RUEDEN vertritt bundesweit über 12.000 Diesel-Fahrer gegen die Autohersteller. Nutzen Sie unsere kostenlose Erstberatung. Wir beraten Sie gern individuell zu Ihren Ansprüchen und unterstützen Sie bei der Durchsetzung Ihrer Rechte. Wir sind auch unter der 030 – 200 590 770 und unter info@rueden.de für Sie erreichbar. Kontaktieren Sie uns!

Diesel jetzt über den Testsieger (Finanztest 11/2020) handeln, ab 0 € auf Smartbroker.de

Diesen Artikel teilen
Wertpapier



0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Abgasskandal Audi und Porsche: Verjährung im Abgasskandal für Dieselmotoren EA897 und EA898 Audi- und Porsche-Besitzern, in deren Fahrzeugen die Motoren EA897 oder EA898 verbaut wurden, droht zum 31. Dezember die Verjährung ihrer Ansprüche im Dieselskandal. Jetzt noch auf Schadensersatz klagen!

Community