Kakao-Barometer 2020 Nur struktureller Wandel in der globalen Kakaolieferkette kann Armut beseitigen

Nachrichtenagentur: news aktuell
01.12.2020, 10:15  |  250   |   |   

Berlin (ots) - Aufgrund des Scheiterns von Selbstverpflichtungen fordern die
Herausgeber des Kakao-Reports gesetzliche Regulierungen

Mit der Veröffentlichung des Kakao-Barometers 2020
(https://www.voicenetwork.eu/cocoa-barometer/) schlagen die Herausgeber Alarm:
Nach zwei Jahrzehnten fehlgeschlagener Bemühungen gehören Armut und Kinderarbeit
noch immer zum Alltag von Kakaobauernfamilien. Die entwicklungspolitischen
Organisationen INKOTA-netzwerk, SÜDWIND-Institut und Solidaridad fordern als
Mit-Herausgeber des Kakao-Barometers Unternehmen und Regierungen dazu auf, ihre
Versprechen zur Beendigung der Entwaldung, von Armut und
Menschenrechtsverletzungen im Kakaosektor einzuhalten. Dafür sind die
Beteiligung von Bauern und Bäuerinnen sowie Arbeiter*innen an
Entscheidungsprozessen und die Zahlung existenzsichernder Preise im Kakaosektor
nötig.

Das Kakao-Barometer wird von einem internationalen Konsortium
zivilgesellschaftlicher Organisationen herausgegeben und gibt alle zwei Jahre
einen Überblick über die Nachhaltigkeitsbemühungen im Kakaosektor. Die
diesjährige Publikation belegt, dass die weit verbreitete Armut von Kakaobauern
und -bäuerinnen fortbesteht, ausbeuterische Kinderarbeit zugenommen hat und die
Entwaldung fortschreitet. Deshalb unterstreichen die Herausgeber, dass ohne
gesetzliche Regulierungen zur Einhaltung von menschenrechtlichen und
umweltbezogenen Sorgfaltspflichten die massiven Herausforderungen im Kakaosektor
nicht gelöst werden können.

Ko-Autor Friedel Hütz-Adams vom SÜDWIND-Institut betont: "Bisherige
Regulierungsbemühungen sind nur freiwillig, nicht verpflichtend. Innerhalb der
Vielzahl von staatlichen Vereinbarungen, nationalen
Multi-Stakeholder-Plattformen und sektorweiten Kooperationen gibt es weder
Sanktionen für die Nichteinhaltung noch Durchsetzungsmaßnahmen, um die Ziele zu
erreichen. Doch ohne Rechenschaftspflicht, Transparenz und Durchsetzung von
Verbesserungen ist ihre Wirkung begrenzt, das haben die letzten 20 Jahre
gezeigt."

Evelyn Bahn vom INKOTA-netzwerk betont, dass die strukturellen Probleme im
Kakaosektor noch immer nicht angegangen werden: "Solange die
Schokoladenindustrie nicht bereit ist, höhere Kakaopreise zu bezahlen, lassen
sich Armut und Menschenrechtsverletzungen in der Kakaolieferkette nicht beenden.
Fairen Kakao wird es nicht zum Nulltarif geben. Es ist an der Zeit, dass die
Akteure im Kakaosektor anerkennen, dass Projekte zur Steigerung von
Ernteerträgen und Diversifizierung nicht ausreichen."

"Wir stehen am Scheideweg", unterstreicht auch Isaac Gyamfi , Geschäftsführer
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