Wirtschaft Lehrerarbeitslosigkeit in Sommerferien weiter hoch

Nachrichtenagentur: Redaktion dts
03.12.2020, 12:24  |  550   |   |   

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Trotz des Lehrermangels und der Sonderbelastung durch Corona haben sich auch in diesem Jahr 5.800 Lehrer mit befristeten Verträgen in den Sommerferien arbeitslos gemeldet. Die Zahl liegt etwas höher als im Vorjahr, aber niedriger als in den Jahren 2016 bis 2018, wie aus neuen Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervorgeht, über welche das "Handelsblatt" (Freitagsausgabe) berichtet.

Besonders ausgeprägt ist die Sommerarbeitslosigkeit von Lehrern demnach in Baden-Württemberg, Hamburg und Bayern. Es sei gut und richtig, dass die Bundesländer vom "Hire-and-Fire-Prinzip" der Lehrkräfte schrittweise Abschied nähmen, sagte die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marlis Tepe, der Zeitung. Angesichts des "dramatischen Lehrkräftemangels" bleibe aber unverständlich, warum gerade die reicheren Länder weiterhin Lehrkräfte befristet einstellen, um zu sparen, obwohl sie dieses Potenzial an Lehrern dringend benötigten, um die Lücken in der Unterrichtsversorgung zu schließen. Mit dieser On-Off-Praxis die Landeshaushalte zu entlasten, sei "eine Zumutung für die Sozialabgaben zahlenden Beschäftigten, den Lehrkräften gegenüber ist sie geradezu unanständig".

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, sagte unterdessen, gerade in der derzeitigen Ausnahmesituation werde jede verfügbare Lehrkraft gebraucht. Deshalb sei die Befristung von Arbeitsverhältnissen ohne Anschlussverträge falsch. Berücksichtigen müsse man bei den Arbeitslosmeldungen allerdings, dass bei kurzzeitigen Arbeitsverhältnissen, also etwa Halbjahresverträgen von Februar bis Juli, kein vollständiger Anspruch auf Weiterbezahlung in den Sommerferien entstehe, weil der entstandene Urlaubsanspruch darunter liege. "Es liegt also nicht in jedem Einzelfall immer am bösen Willen der Behörden, sondern ist teilweise der Rechtslage geschuldet."



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6 Kommentare

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Kommentare

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04.12.20 11:49:24
Ob die Kita vom Land von der Stadt finanziert wird spielt auch keine Rolle. Es kann nicht sein dass nach 6 Wochen Lock-down von der Erzieherin die erste Mail kommt mit der Überschrift 'Grüße aus dem Homeoffice' ... und das bei voller Bezahlung. Wenn wieder wochenlang gestreikt wird, weil die Damen bezahlt werden wollen wie Grundschullehrer, dann wird wieder um Solidarität bei der Elternschaft geworben.
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04.12.20 11:40:29
Ja, klar hat das eine nichts mit dem anderen zu tun. Aber wieso sollten Lehrer auf Grund der Tatsache dass sie im öffentlichen Dienst sind nur Vorteile haben?
Die Angestellten Lehrer haben aktuell genauso viel bezahlten Urlaub wie andere Arbeitnehmer auch und in den Sommerferien haben sie eben unbezahlten Urlaub, sie arbeiten ja auch nichts.

Aus meiner Sicht könnte man den Beamtenstatus auch gleich pauschal abschaffen, so dass alle Lehrer bspw. in die Rentenkasse einzahlen müssen.

Nach wirtschaftlichen Maßstäben ist der Staat pleite, wieso wird ständig gefordert dass er noch mehr Geld ausgeben soll?
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03.12.20 16:41:20
Kita ist Sache der jeweiligen Stadt. Nicht des Landes.
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03.12.20 16:40:37
Weil sie von zuhause den Unterricht mit den Schülern per PC machen. Daher keine Kurzarbeit. Das hat aber mit der Entlassung zu Schuljahresende rein gar nichts zu tun. 2 Paar Stiefel.
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03.12.20 14:35:44
Warum gehe Lehrer und Erzieher eigentlich nicht in Kurzarbeit, wenn die Schule oder Kita wochenlang geschlossen ist?

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