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Gazprom & Nord Stream 2: Russland auf Konfrontationskurs?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
19.12.2020, 09:23  |  9189   |   |   

Gazprom (WKN: 903276) und Nord Stream 2 machen derzeit munter weiter Fortschritte. Russische Verlegeschiffe sind derzeit dabei, den Bau wieder aufzunehmen. Allerdings bloß bei einem ca. 2,6 Kilometer langen Teilstück in dänischen Gewässern. Ein kleiner Schritt mit einem großen Potenzial, wenn du mich fragst.

Auch wenn insgesamt noch ca. 160 Kilometer zu bauen sind, so ist der Schritt demonstrativ wichtig. Weder Russland noch die Behörden noch sonstige Beteiligte haben sich von den US-Sanktionen bis jetzt einschüchtern lassen. Wobei die US-Politik weiterhin davon spricht, dass Nord Stream 2 ein totes Projekt sei, das niemals Erdgas liefern wird.

Jetzt mischt sich jedenfalls auch Russland in die aktuelle Situation ein und scheint bewusst auf Konfrontationskurs mit den USA gehen zu wollen. Wobei die Äußerungen beinahe passiv aggressiv wirken. Schauen wir im Folgenden einmal, was Foolishe Investoren wissen sollten.

Nord Stream 2: So gut wie fertig!

Genauer gesagt ist es niemand Geringeres als Kreml-Chef Wladimir Putin, der sich jetzt in bemerkenswerter Art und Weise in die Causa Nord Stream 2 eingemischt hat. Im Rahmen einer Pressekonferenz zum Jahreswechsel äußerte sich der Spitzenpolitiker auch zur EU-Pipeline.

Unter anderem hat der Kreml-Vertreter darauf verwiesen, dass Deutschland und die EU von den Erdgaslieferungen profitieren werden. Die Volumina würden benötigt, auch um die Preise für Erdgas weiterhin niedrig zu halten. Deshalb sei der Bau von Nord Stream 2 wichtig.

Bemerkenswert sind jedoch die folgenden Passagen: Das Projekt Nord Stream 2 sei so gut wie fertig, wie Putin im Rahmen der Konferenz wörtlich und übersetzt zitiert wird. Damit dürfte der Kreml-Chef indirekt den US-Aussagen demonstrativ widersprechen, die weiterhin darauf setzen, dass der Bau oder zumindest die Inbetriebnahme auf Eis gelegt wird.

Für Putin und Russland ist Nord Stream 2 überdies ein rein wirtschaftliches Projekt. Putin hoffe, dass die neue US-Regierung zukünftig außerdem wieder die Interessen der Verbündeten respektiere. Sowie, dass man zu einem fairen Wettbewerb auf der Welt zurückkehren wird. Worte, die dem Kreml-Chef vermutlich ebenfalls ein wenig süffisant von den Lippen gegangen sind.

Es geht um mehr als bloß den Bau …

Die aktuellen Äußerungen von Putin können wir mit Sicherheit in Teilen dahin gehend interpretieren, dass die USA auch ein wenig gekitzelt werden sollten. Wenn die US-Rhetorik rauer wird, reagiert der Kreml mit einer spannenden Gegenposition. Einfach, indem ernüchternd festgehalten wird, dass der Bau sich an einem Endpunkt befindet.

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