Union Investment Analyse: Machtverhältnisse verlagern sich nach Asien-Pazifik

Gastautor: Simon Weiler
22.12.2020, 01:52  |  155   |   |   

Knapp ein Drittel der Weltbevölkerung und ein Drittel der globalen Wirtschaftsleistung umfasst die größte Freihandelszone der Welt, die derzeit im asiatisch-pazifischen Raum entsteht. Am 15. November haben 15 Staaten die „Regional Comprehensive Economic Partnership“ (RCEP) und damit die größte Freihandelszone der Welt noch vor Nordamerika und Europa auf den Weg gebracht. Mitglieder sind die zehn ASEAN-Staaten sowie China, Japan, Südkorea, Australien und Neuseeland. Bemerkenswert ist, dass China und Japan erstmals in einem gemeinsamen Handelsabkommen zusammenfinden. Indien hingegen hat sich bereits 2019 aus den Verhandlungen zurückgezogen, weil es die Konkurrenz aus den Nachbarländern fürchtet.

Wesentlicher Treiber hinter dem Bündnis war die Volksrepublik China. Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist, dass RCEP ein Gegengewicht zum Freihandelsabkommen Transpazifische Partnerschaft (TPP) schafft. Nach dem Rückzug der USA aus der TPP unter der Trump-Regierung war ein Vakuum entstanden, das von China inzwischen mit großem Geschick gefüllt wurde. Aktuell befindet sich das Land auf der Überholspur: China stößt in das Machtvakuum, das sich durch den Trump’schen Rückzug aus Abkommen und Bündnissen sowie die Corona-Krise bietet. Die regionale, umfassende Wirtschaftspartnerschaft ist ein weiterer Beleg für die sich verschiebenden Kräfteverhältnisse zwischen den großen Blöcken der Welt – zugunsten Chinas und Asiens.

Auch wenn Details noch ausstehen, so werden doch insbesondere Südkorea, Japan, Malaysia, Thailand und China als Hauptprofiteure gesehen. Der US-amerikanische Think Tank Peterson Institute for International Economics (PIIE) schätzt in einer Analyse, dass bis zum Jahr 2030 durch das Abkommen ein globaler Wachstumsimpuls von 186 Milliarden US-Dollar ausgelöst werden könnte. Der positive Impuls gilt für die Region im Übrigen auch für den Fall, dass der Handelskonflikt zwischen den USA und China weiter existiert. RCEP muss aber noch von allen 15 Länderparlamenten ratifiziert werden. Das Abkommen tritt in Kraft, wenn entweder die Hälfte aller Mitgliedsländer oder sechs ASEAN-Länder sowie die Hälfte der non-ASEAN Länder zugestimmt haben – also vermutlich Mitte 2021 (ASEAN: Verband Südostasiatischer Nationen).

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Disclaimer

Union Investment Analyse: Machtverhältnisse verlagern sich nach Asien-Pazifik China und 14 weitere Staaten haben das Freihandelsabkommen RCEP unterzeichnet, das ein starkes wirtschaftliches Gegengewicht zum Westen setzt. Mittelfristig sollen 90 Prozent der Zölle abgeschafft werden. Das wirtschaftliche Potenzial der Region ist enorm– und für die strategische Portfolioausrichtung von großer Bedeutung.

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