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Krypto-Boom erreicht neue Dimension

Ist der Bitcoin-Boom dieses Mal nachhaltig? - wallstreet-online.de

Von März bis Dezember hat sich der Wert des Bitcoins fast verfünffacht. Von seinem Tiefststand, der im Frühjahr dieses Jahres bei 5.000 US$ lag, erklomm er bis Mitte Dezember ein neues Allzeithoch von 24.000 US$. Aufgrund der riesigen Geldmengen, mit denen die Zentralbanken den Geldmarkt seit geraumer Zeit fluten, ist es gut möglich, dass diese Tendenz noch einige Zeit anhält.

Und so ist der Krypto-Handel bei aktiven Händlern, die Bitcoin auf der Etoro Plattform kaufen, in aller Munde. Der Hype weckt allerdings auch das Interesse vieler Zeitgenossen, die den Börsenhandel im Allgemeinen und den Handel mit virtuellen Währungen im Besonderen bisher nur von der Seitenlinie aus verfolgt haben.

 

Bitcoin im Fokus. Quelle: Tumisu / pixabay.com

 

Unterschiede zu 2018

 

Der diesjährige Anstieg erinnert stark an die Rally von 2017, als es in ähnlichen Dimensionen nach oben ging. Damals katapultierten vor allem Kleinanleger und der Reiz des Neuen die Kryptowährung binnen weniger Monate von moderaten 2.000 US$ auf ein Allzeithoch von satten 15.000 Dollar. Doch das böse Erwachen folgte 2018, als es rasant nach unten ging und der Abschwung erst bei 3.500 Dollar aufgefangen werden konnte. Durch die frappierende Ähnlichkeit der Kursbewegung fragen sich nun Viele, ob 2021 ein ähnlicher Abschwung zu erwarten ist.

Experten bemerken jedoch einige Unterschiede in der aktuellen Bitcoin Entwicklung. So sind die Preisunterschiede auf den größten Handelsplätzen deutlich geringer als 2017/18. Zudem interessieren sich vermehrt professionelle Investoren für das digitale Geld. Laut Patrick Heusser vom Schweizer Krypto-Währungshändler Crypto Broker sei die Nachfrage von dieser Seite „riesig“. Kryptowährungen werden vor allem als Ergänzung zu Aktien und Devisen gesucht.

 

Nachfrage gestiegen

 

So erfährt der Bitcoin im Meinungsbild führender Finanzmanager einen Wandel zum Positiven. Ehemals scharfe Kritiker wie der Ökonom Nouriel Roubini, auch bekannt als „Dr. Doom“, vollzog dabei sogar eine Kehrtwende. Noch 2013 verkündete er auf dem Treffen der Wirtschaftsbosse in Davos, der Bitcoin würde sich als „größte Blase in der Geschichte der Menschheit“ erweisen und nannte die virtuelle Währung die „Mutter aller Betrügereien“. Im November 2020 hörte sich das schon anders an. Nun nannte er die Krypto Währung einen „partiellen Wertaufbewahrungsschatz“. Damit vergleicht er den Bitcoin indirekt mit Gold als „sicheren Hafen“ der Anleger und spielte auf die limitierte Menge an. Sollen vom Bitcoin am Ende doch nur fixe 21 Millionen Einheiten geschürft werden.

Auch manche größere Investmentbanken blasen in dasselbe Horn und sind gegenüber dem Bitcoin zunehmend positiv eingestellt. So lässt eine technische Analyse der Citibank verlauten, dass sie mit einem Kursziel von über 300.000 US$ in absehbarer Zeit rechne. Als Grund wird ein Reifeprozess angegeben, den die Währung in den letzten zwei bis drei Jahren durchlaufen hätte. Mehr und mehr legen auch Unternehmen Werte in Bitcoin an. Insider gehen davon aus, dass zurzeit schon 5 % der Bitcoins in den digitalen Safes gehalten werden. Dadurch entsteht eine Verknappung, welche den Preis stützt.

 

Bitcoin den Kinderschuhen entwachsen

 

Das sind aber nur die sichtbaren Auswirkungen verschiedener technischer Maßnahmen, welche seit dem letzten Crash vorgenommen wurden und kontinuierlich weitergeführt werden. Diese dienen vor allem einer Verbesserung der Akzeptanz eines Wertes, der physisch nicht greifbar ist und eigentlich nur aus aneinandergereihten Zahlenreihen besteht. So wurden an der Referenz-Software Bitcoin Core ca. 15 Up Dates vorgenommen, um Effizienz und Funktionalität Schritt für Schritt zu verbessern. Die Community arbeitet fieberhaft daran, diesen Reifeprozess voranzutreiben.

Außerdem konnte eine neue Zahlungsinfrastruktur implementiert werden. Das moderne Lightning Netzwerk revolutioniert den Zahlungsverkehr. Die Technologie ermöglicht nun schnellere, sicherere und effizientere Transaktionen, ohne dabei die Blockchain zu überlasten. So wird das virtuelle Kassenbuch des Krypto-Systems bezeichnet. So waren vor der Einführung des Netzwerkes nur bis zu sieben Zahlungen pro Sekunde möglich. Jetzt werden die Geldflüsse über Zahlungskanäle transferiert, welche eine Kapazität von 500 Bewegungen pro Sekunde offerieren. Inzwischen wurden ca. 35.000 solcher Kanäle installiert.

 

Fazit

 

Niemand mag vorhersehen, ob es zu einem erneuten Absturz kommen wird. Schon die Verwerfungen der Corona-Pandemie verzerren sicherlich das Bild jeder Vorhersage.

Die jetzige Konstellation unterscheidet sich jedoch grundlegend von der zu Beginn des Jahres 2018. Reifung, Verknappung und die professionelle Zusammensetzung der Investorenkaste könnten dafür sorgen, dass der Boom des Bitcoins noch geraume Zeit anhalten wird.

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Gastautor: Rainer Brosy
29.12.2020, 09:44  |  1061   |   |   

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