Batterie-Gigant Northvolt: 3 wissenswerte Dinge über den geheimnisvollen Volkswagen-Partner

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
31.12.2020, 11:06  |  3410   |   |   

Seit vier Jahren mischt ein skandinavisches Unternehmen den Markt für Batteriezellen auf. Konzerne wie Volkswagen (WKN: 766403), Siemens (WKN: 723610) und ABB (WKN: 919730) haben Hunderte Millionen in dieses noch weitgehend unerprobte Start-up gepumpt. Aber warum eigentlich? Hier ist, was das Besondere an Northvolt ist.

Northvolt ist ein bisschen wie Nikola

Ein Vergleich mit Nikola Corp. (WKN: A2JQN0) ist auf den ersten Blick nicht gerade vorteilhaft. Das ambitionierte Elektro-Lkw-Start-up hat schließlich zuletzt eine Menge Rückschläge verkraften müssen. Kritiker werfen dem Management vor, dass es nur Luftschlösser gebaut habe und über kaum eigene Technologie verfüge.

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Aber auch Northvolt hat noch nicht sonderlich viel eigene Technologie vorzuweisen. Schaut man in Patentdatenbanken nach, dann tauchen gerade einmal zwei Patente auf, die alle 2020 veröffentlicht wurden. Lediglich bei einem davon geht es um Batteriezellen. Zum Vergleich: der Zellhersteller Varta (WKN: A0TGJ5) meldet fast jeden Monat mindestens ein Batteriepatent an.

Eine weitere Gemeinsamkeit von Nikola und Northvolt betrifft ihre Fähigkeit, große Visionen zu entwickeln und dafür sowohl Geldgeber als auch herausragende industrielle Partner zu gewinnen.

Nikola wird bald in Ulm in Kooperation mit IVECO erste Elektro-Lkw vom Band laufen lassen und Northvolt bereitet in Kooperation mit Volkswagen den Bau von Northvolt Zwei in Salzgitter vor. Nikola konnte Bosch als Entwicklungspartner gewinnen und bei Northvolt unterstützen Siemens und ABB dabei, den Automatisierungsgrad auf Weltspitzenniveau zu hieven.

Northvolt denkt in Lösungen statt in Produkten

Northvolt agiert also als eine Art Plattform, die als Speerspitze das Batteriethema in Europa vorantreibt, aber stets offen für Projekte verschiedenster Partner ist. Das Unternehmen mag bei Patenten noch etwas schwach auf der Brust sein, vereint jedoch erstklassige Wissenschaftler aus vielen Nationen unter seinem Dach. Deren Erfahrung und Wissen bietet es an, um maßgeschneiderte Zellen zu entwickeln.

Außerdem werden die eigenen Zellen zu Batteriesystemen verbaut. Auch Baufahrzeuge und Ladestationen wurden bereits damit ausgerüstet. Durch diese kontinuierliche Suche nach neuen Anwendungsfällen erschließt sich das Unternehmen neue Erlösquellen und baut gleichzeitig wertvolles System-Know-how auf.

Im Gegensatz zu reinen Zellherstellern, die darauf angewiesen sind, dass Kunden ihre Zellen abnehmen, kann sich Northvolt so zum Teil seine eigenen Märkte schaffen. Außerdem hilft es damit, die Energiewende insgesamt zu beschleunigen, genauso wie ein Katalysator eine chemische Reaktion erleichtert.

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