Nachhaltige Konzeptideen Traumhaus: Quartiersentwicklungen – die Lösung für Wohnraummangel in Ballungszentren?

Gastautor: IR-News
08.01.2021, 08:39  |  1156   |   |   

Immobilien in den Innenstädten sind zu teuer. Auch in den Peripherien der Ballungszentren sieht es nicht gut aus. Wohnraummangel beherrscht die Schlagzeilen. Das Angebot ist für den Durchschnittsbürger zu teuer. Lösung?

Die Bevölkerung in Deutschland hat von 2012 bis 2018 laut Statistischem Bundesamt um rund 2,5 Mio. Menschen zugenommen. Bis Ende 2019 zählte man hierzulande laut einer ersten Einschätzung Destatis‘ rund 200.000 Einwohner mehr als Ende 2018. Mit 83,2 Millionen ein neuer Höchststand, während sich das Bevölkerungswachstum erstmals seit der Wiedervereinigung abschwächte.

Nichtsdestotrotz werden nach Angaben des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln allein in den Jahren 2019 und 2020 jeweils 342.000 Wohneinheiten zusätzlich benötigt. Auch wenn sich die Zahl der fertiggestellten Domizile seit 2012 stetig erhöht hat, kann sie die Nachfrage nicht decken. Beispielsweise konnten im Jahr 2018 entgegen des Wohnraumbedarfs nur 287.000 Wohneinheiten fertiggestellt werden. Ein Minus von 55.000 Einheiten, während die Nachfrage weiter steigt.

Ungebrochen hoch präsentiert sich das Wohnangebot für gehobene Ansprüche im Luxussegment in Stadtzentren für Mieter und Käufer mit überdurchschnittlichem Einkommen. Keine neue Entwicklung, da sich internationale Vergleichsgroßstädte zu immer neuen (Preis-)Höhen aufschwingen. Der bezahlbare Wohnraum für Otto Normalverbraucher bleibt auf der Strecke. Die Nachfrage übersteigt das Angebot.

Auf der einen Seite zeichnet sich ab, dass eine Verdichtung von Siedlungsräumen durch Schließung von Baulücken - bei gleichzeitigem Erhalt von Grünflächen - nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken. Auf der anderen Seite hingegen stehen grundsätzlich genügend Liegenschaften und Konversionsflächen zur Entwicklung von Siedlungen und Quartieren zur Verfügung. In diesem Zusammenhang fallen insbesondere zwei Projekte ins Auge:

Greencity Zürich zeigt eindrucksvoll, wie der moderne Mensch zentrumsnah arbeiten und gleichzeitig nachhaltig leben kann. In der Schweizer Metropole ist das über 160.000 Quadratmeter-Areal ein Paradebeispiel für Schaffung von neuem Wohnraum, das gleichzeitig ökologisch und ökonomisch konzipiert ist. Einst ein verschlafenes Nest am Stadtrand, steht Greencity nun als Synonym für eine moderne 2000-Watt-Gesellschaft von 1.700 Bewohnern. Neben rund 3.000 Arbeitsplätzen wird gleichzeitig eine lebendige Infrastruktur aufgebaut, die nur acht Minuten vom Hauptbahnhof Zürich entfernt liegt.

In Deutschland haben wir ähnliche Möglichkeiten: Durch das Ende der Ära des Bergbaus lagen zahlreiche entwicklungsfähige Areale brach. Ein Beispiel ist der Duisburger Innenhafen, wo im ersten Schritt durch Konversion rund 3.000 Wohneinheiten entstanden sind, weitere sollen folgen. Auch ein politisches Ziel der Regierungskoalition, die bis Ende 2021 rund 1,5 Millionen zusätzliche Wohnungen schaffen will.

Gerade aus diesem Grund sind Kommunen und Gemeinden gefordert, komplementäre Siedlungsflächen für bezahlbares Wohneigentum zur Verfügung zu stellen, auch um einen gesellschaftlich ausgewogenen Mix herzustellen. Mit einer intelligenten Projektentwicklung und der Ansiedlung unterschiedlicher Wohnformen, vom Reihenhaus bis zum Geschosswohnungsbau, könnte das auch in kurzer Zeit gelingen, insbesondere wenn die standardisierte Bauweise Berücksichtigung findet.

Ist ein Grundstück ausreichend groß, können Quartiere um infrastrukturelle Komponenten ergänzt werden. Auf diesem Weg ist nicht nur das Wohnen und Leben in der Stadt attraktiv, sondern auch der Stadtrand gewinnt an Attraktivität. Und wenn wir gerade von Gewinnern sprechen. Die gäbe es auf zwei Seiten: Auf der einen Seite gibt es Kommunen, die ihre Gemeinden weiter erschließen und wirtschaftlich stärken. Und auf der anderen Seite gibt es Menschen, die in einer attraktiven, bezahlbaren Umgebung leben.

Ein Gastbeitrag von Otfried Sinner, Vorstandschef der Traumhaus AG




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