„Unwörter des Jahres 2020“ "Corona-Diktatur" und "Rückführungspatenschaften"

Gastautor: Rainer Zitelmann
12.01.2021, 23:02  |  890   |   |   

Die Jury der linken "Sprachkritischen Aktion" hat die beiden Begriffe „Corona-Diktatur" und „Rückführungspatenschaften“ zu den Unwörtern des Jahres 2020 gekürt.

Damit wolle die Jury Rücksicht darauf nehmen, dass das Thema der Corona-Pandemie in der Öffentlichkeit im vergangenen Jahr dominiert habe. Zugleich wolle man aber darauf aufmerksam machen, "dass auch in anderen Themenbereichen weiterhin inhumane und unangemessene Wörter geprägt und verwendet werden".

Was fällt mir dazu ein? Natürlich leben wir nicht in einer „Corona-Diktatur“, wenngleich neulich der SPD-Politiker Karl Lauterbach meinte: „Somit benötigen wir Maßnahmen zur Bewältigung des Klimawandels, die analog zu den Einschränkungen der persönlichen Freiheit in der Pandemie-Bekämpfung sind. Ob das erreichbar ist, wage ich zunehmend zu bezweifeln.“ Wer die vorübergehenden Corona-Maßnahmen (oder ähnliche Freiheitseinschränkungen) dauerhaft machen will, redet einer Diktatur das Wort – in dem Fall, einer Öko-Diktatur. Wachsamkeit ist also durchaus geboten.

Zwei Alternativvorschläge

Obwohl der Begriff der Corona-Diktatur abwegig ist, ist es auch wenig überzeugend, diesen lediglich von einigen Verschwörungsspinnern verwendeten Begriff zum „Unwort des Jahres“ zu machen.

Ich hätte da einen anderen Vorschlag: „Impfstoff-Nationalismus“. Damit ist die Ansicht gemeint, dass die Politiker jenes Landes, in dem der Impfstoff erfunden und massiv mit Steuergeldern gefördert wurde, zuerst an die eigenen Leute denken und gemäß ihrem Amtseid handeln sollten. Als „Impfstoffnationalist“ wird jeder diskreditiert, der daran zweifelt, dass es richtig war, die Verteilung des Impfstoffes an die EU zu delegieren, die den Impfstoff dann erstmal gleichmäßig an alle Mitgliedsstaaten verteilen sollte.

Alternativ dazu hätte ich noch den Vorschlag, die in ARD und ZDF zunehmend gesprochene Gender-Sprechpause (BÜRGER LUFTANHALTEN PAUSE INNEN) zum „Unwort“ zu küren.

2019 war „Klimahysterie“ das Unwort

Aber warum hätten beide Vorschläge niemals eine Chance bei der Jury der „Sprachkritischen Aktion“? Weil das Ganze nichts mit Sprache und Sprachkritik, sondern nur mit linker Ideologie zu tun hat. Das sieht man an der Auswahl der „Unworte“ in den vergangenen Jahren. Für das Jahr 2019 wurde der Begriff „Klimahysterie“ zum „Unwort des Jahres“ gekürt. Mit dem Wort „Klimahysterie“, so lautete vor einem Jahr die Begründung, würden “Klimaschutzbemühungen und die Klimaschutzbewegung diffamiert und Debatten diskreditiert”. Weiter hieß es: “Der Ausdruck pathologisiert pauschal das zunehmende Engagement für den Klimaschutz als eine Art kollektiver Psychose.” Der Begriff sei 2019 gleich von mehreren Vertretern von Politik, Wirtschaft und Medien benutzt worden.

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1 Kommentare

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Kommentare

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12.01.21 23:25:49
Wieder ein super Artikel. Nur zu den "Alternative Fakten": Trump sagte "Die Amtseinführung haben so viele Leute gesehen wie noch nie". Die Presse machte daraus "vor Ort gesehen" und zeigte Bilder die wirklich wenig Leute vor Ort zeigten. Trumps sagte aber "gesehen" und meinte damit auch die sehr hohen TV-Einschaltquoten die wirklich viel höher als jemals zuvor waren. Also hatte er recht, hieraus machte man dann "Alternative Fakten".....

Disclaimer

„Unwörter des Jahres 2020“ "Corona-Diktatur" und "Rückführungspatenschaften" Die Jury der linken "Sprachkritischen Aktion" hat die beiden Begriffe „Corona-Diktatur" und „Rückführungspatenschaften“ zu den Unwörtern des Jahres 2020 gekürt.



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