Werden Zinsen wieder zum natürlichen Feind der Aktien?

Gastautor: Robert Halver
13.01.2021, 10:08  |  3187   |   |   

Werden Zinsen wieder zum natürlichen Feind der Aktien?  

Die entscheidenden Treiber der weltweiten Aktien-Rallye seit 2009 sind eine sintflutartige Geldversorgung und geknebelte Zinsen. Die Notenbanken haben Aktien - um es in der Sprache vom Raumschiff Enterprise zu sagen - „in Galaxien vordringen lassen, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat“. Jedoch nähren sich aktuell Zweifel an der Fortsetzung dieser Liquiditätshausse. In Amerika sind die Anleiherenditen bereits wieder so hoch wie vor der Corona-Krise. Droht Aktien also die große Zinswende?

Historisch niedrige Anleiherenditen haben die absolut hohe Aktienbewertung relativ geheilt. Staatspapiere sind immer noch teurer als z.B. US-Industrieaktien.

Sind die Zutaten für eine große Zinswende wirklich gegeben?

Tatsächlich steht die US-Wirtschaft vor einer deutlichen Erholung. Die Stimmung in Industrie und Dienstleistungssektor hat sich massiv erholt.  

Außerdem wird Präsident Biden, der demnächst mit demokratischen Mehrheiten im Repräsentantenhaus und im Senat durchregieren kann, den Konjunkturoptimismus mit noch mehr Schulden noch mehr verstärken. Er weiß, dass er das Land nach Donalds Spaltung wieder zusammenkleben muss. Und mit nichts versöhnt man mehr als mit einer wirtschaftlichen Perspektive. 

Vor diesem Hintergrund erwartet die Fed vor allem in der zweiten Jahreshälfte 2021 ein starkes Wachstum. Bei ihr kursiert bereits das böse T-Wort: Tapering, also die Reduzierung der Netto-Anleihekäufe.  

Insofern ist es zunächst nicht verwunderlich, dass auch im Einklang mit einer realwirtschaftlichen Erholung und einer Wende der Inflationserwartungen nach oben auch die Renditen von US-Staatsanleihen ansteigen.

Die in die Zukunft schauenden Aktienmärkte zeigen sich bereits ängstlich wie Schüler vor Ausgabe der Zeugnisse. Tatsächlich, käme es auch nur zu einem Anstieg der US-Renditen auf ihr zyklisches Zwischenhoch von Ende 2018 - was finanzhistorisch immer noch gering wäre - würde das Zins-Argument pro Aktien immer mehr zum Handicap mutieren. Der relative Bewertungspuffer würde schmelzen wie Eis in der Sommerhitze. Überteuerte Aktien gerieten unter den Zinshammer. Das Parken von Geld auf dem Zinsmarkt könnte sich wieder lohnen.

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