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PwC-Umfrage Jeder Vierte kauft mehr Bio- als konventionelle Lebensmittel / Konsumenten akzeptieren hohen Aufpreis für Bio-Milch / 44 Prozent zweifeln an Angaben zur Umweltbelastung

Nachrichtenagentur: news aktuell
16.01.2021, 10:45  |  239   |   |   

Düsseldorf (ots) - Jeder Vierte kauft mehr Bio- als konventionelle Lebensmittel

PwC-Umfrage: Konsumenten akzeptieren hohen Aufpreis für Bio-Milch / Anteil der
Bio-Käufer hat sich seit 2017 fast verdoppelt / Jeder Zweite kann sich den
Onlinekauf von Bioprodukten vorstellen / Gütesiegel wichtig, aber: 44 Prozent
zweifeln an Angaben zur Umweltbelastung

Biolebensmittel erfreuen sich immer größerer Beliebtheit: Bei jedem vierten
Bundesbürger (24 Prozent) landen nach eigener Einschätzung mittlerweile mehr
Biolebensmittel als konventionelle Produkte im Einkaufskorb - 2017 waren es noch
14 Prozent. Der Anteil an Bio-Verweigerern hat sich in diesem Zeitraum halbiert:
Nur jeder Zehnte (11 Prozent) kauft gar keine Bioprodukte (2017: 21 Prozent). Zu
diesen Ergebnissen kommt eine repräsentative Befragung von PwC Deutschland unter
1.000 Bundesbürgern über 18 Jahren.

"Immer mehr Menschen achten auf ihre Ernährung und entscheiden sich bewusst für
den Kauf von Bioprodukten. Dafür sprechen längst nicht mehr nur gesundheitliche
Gründe und eine artgerechtere Tierhaltung. Die höhere Umweltfreundlichkeit ist
zu einem der Hauptargumente für den Kauf von Biolebensmitteln geworden",
kommentiert Dr. Christian Wulff, Leiter des Bereichs Handel und Konsumgüter bei
PwC Deutschland.

Obst, Gemüse, Fleisch und Milch gerne in Bioqualität

Dabei hängt es auch vom Alter und der Lebenssituation ab, wie hoch der Anteil
der Bioprodukte im Einkaufswagen ist: In Haushalten, in denen Kinder leben,
kommt Essen mit Bio-Siegel zum Beispiel deutlich häufiger auf den Tisch. 42
Prozent dieser Bevölkerungsgruppe greifen eher zu biologisch angebauten
Nahrungsmitteln als zu konventionell erzeugten.

Besonders bei Obst und Gemüse bevorzugen knapp zwei Drittel (64 Prozent) aller
Bundesbürger Bioqualität. Aber auch bei Fleisch- und Wurstwaren sowie bei
Molkereiprodukten ist der Anteil der Bio-Käufer in den vergangenen vier Jahren
um ein Drittel gestiegen - und liegt nun bei knapp der Hälfte (48 Prozent).

Am Onlinekauf von Bioprodukten scheiden sich die Geister

Um ihren Bedarf an Waren aus biologischem Anbau zu decken, kaufen die Deutschen
am häufigsten im Supermarkt (68 Prozent) ein. Jeder Zweite geht hierfür zum
Discounter. Der Kauf von Produkten mit Bio-Siegel im Onlinehandel stößt dagegen
auf ein geteiltes Echo: Lediglich 7 Prozent bestellen ihre Biolebensmittel
online. Für weitere 41 Prozent käme dies grundsätzlich in Frage, während für 42
Prozent ein Onlinekauf von ökologisch hergestellten Lebensmitteln eher kein
Thema wäre.

Die Vorbehalte gegenüber dem Onlinekauf von Biolebensmitteln sind
unterschiedlich: Drei Viertel finden, dass das Angebot an biologisch angebauten
Produkten im stationären Handel ausreicht und es deshalb gar nicht notwendig
ist, die Produkte online zu beziehen. 69 Prozent sind der Meinung, dass frische
Produkte aus ökologischem Anbau bei einem Onlineversand mehr Qualitätseinbußen
erleiden als herkömmliche Produkte. Fast ebenso viele (68 Prozent) empfinden den
Onlinehandel von Bioprodukten als eher umweltbelastend und damit unpassend für
ökologisch hergestellte Lebensmittel.

Gesundheit spricht für Bio, Preis für konventionelle Produkte

Während das wichtigste Argument für Bio der Wunsch nach einer ausgewogenen und
gesunden Ernährung ist, spricht aus Sicht der Konsumenten vor allem der Preis
für das konventionelle Produkt - das sagt knapp die Hälfte der Befragten (49
Prozent). Das Preisargument hat im Vergleich zu 2017 jedoch an Zugkraft
verloren: Damals gaben 63 Prozent an, dass sie sich aus Kostengründen für das
konventionelle Produkt entscheiden.

Die Bereitschaft, einen Aufpreis für nachhaltige Lebensmittel zu zahlen, hängt
dabei stark vom Produkt und dem jeweiligen Preisunterschied ab: Für einen Liter
Bio-Milch würde die Hälfte der Befragten im Durchschnitt bis zu 1,45 Euro
bezahlen - und damit 61 Prozent mehr als für konventionelle Milch.

Anders sieht es beim Thema Fleisch aus, wo die Preisunterschiede im Handel
schwerer wiegen: Zwar wäre knapp die Hälfte bereit, für ein
Bio-Hähnchenbrustfilet mehr zu bezahlen. Allerdings dürften 250 Gramm
Bio-Geflügel im Durchschnitt nur maximal 3,91 Euro kosten. Bei einem
tatsächlichen Marktpreis von 7,35 Euro greift nur jeder Fünfte (21 Prozent) zur
Bio-Variante.

Gütesiegel haben Einfluss auf die Kaufentscheidung

Beim Einkauf spielen für die Verbraucher zudem Gütesiegel eine immer wichtigere
Rolle: Zwei Drittel halten solche Siegel für wichtig; 59 Prozent geben an, dass
Gütesiegel ihre Kaufentscheidung beeinflussen. Vor vier Jahren lag dieser Wert
noch bei 47 Prozent.

"Ein Gütesiegel auf Bioprodukten schafft einen zusätzlichen Kaufanreiz",
erläutert Christian Wulff. "Händler und Hersteller haben viel investiert, um die
Anforderungen für ein entsprechendes Zertifikat einzuhalten. Mit Erfolg: Das
Vertrauen in Gütesiegel auf Bioprodukten ist in den vergangenen Jahren deutlich
gewachsen", so der PwC-Experte weiter. Allerdings gibt es weiterhin Vorbehalte:
55 Prozent der Deutschen geben an, den Qualitätssiegeln zu vertrauen (2017: 44
Prozent) - knapp jeder Zweite steht ihnen skeptisch gegenüber.

Fast jeder Zweite zweifelt an Angaben zur Umweltbelastung

Vegan oder glutenfrei? Die große Mehrheit der Verbraucher schenkt auch den
Informationen und Kennzeichnungen der Lebensmittel große Beachtung. Besonders
interessiert die Befragten, woher ein Produkt stammt und welche Nährwerte oder
allergenen Inhaltsstoffe es enthält. Die Mehrheit der Befragten vertraut darauf,
dass diese Informationen der Wahrheit entsprechen. Kritischer sehen die
Verbraucher die Angaben zur Nachhaltigkeit, etwa zur Umweltbelastung der
Produkte. An der Richtigkeit dieser Angaben hegt fast jeder Zweite (44 Prozent)
Zweifel.

"Die Verbraucher haben ein steigendes Interesse daran, im Detail zu erfahren,
unter welchen Bedingungen ihre Lebensmittel produziert wurden und welche
Auswirkungen die Herstellung auf Mensch und Umwelt hat. Es ist Aufgabe von
Erzeugern und Einzelhandel, diesem Informationsbedürfnis noch besser gerecht zu
werden", so das Fazit von Mirjam Kolmar, Nachhaltigkeitsexpertin bei PwC in
Deutschland.

Methodik

Die aktuelle Studie "Bio im Aufwind" fasst die Ergebnisse einer repräsentativen
Bevölkerungsbefragung mit 1.000 Teilnehmern ab 18 Jahren zusammen, die zwischen
Dezember 2020 und Januar 2021 befragt wurden. Die Vergleichszahlen zu 2017
stammen aus der gleich angelegten Befragung "Bio vs. konventionell", die im
Januar 2017 erschienen ist.

Über PwC:

PwC betrachtet es als seine Aufgabe, gesellschaftliches Vertrauen aufzubauen und
wichtige Probleme zu lösen. Mehr als 284.000 Mitarbeiter in 155 Ländern tragen
hierzu mit hochwertigen, branchenspezifischen Dienstleistungen in den Bereichen
Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Unternehmensberatung bei. Die Bezeichnung PwC
bezieht sich auf das PwC-Netzwerk und/oder eine oder mehrere der rechtlich
selbstständigen Netzwerkgesellschaften. Weitere Details unter
http://www.pwc.com/structure .

Weitere Informationen und die Studien finden Sie unter
http://www.pwc.de/Bio-Studie .

Pressekontakt:

Martin Krause
PwC Communications
Tel.: (0211) 981 - 1657
E-Mail: mailto:m.krause@pwc.com

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/8664/4813732
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