Börse: Biden sorgt für neuen Schub

Gastautor: Frank Fischer
18.01.2021, 07:09  |  5324   |   |   

Am Mittwoch ist es soweit: Joe Biden wird feierlich in sein Amt als neuer US-Präsident eingeführt.

Nicht so feierlich wie frühere Präsidenten, denn Tausende von Sicherheitskräften werden versuchen, die bereits angekündigten Störungen und gewaltsamen Ausschreitungen soweit wie möglich zu unterbinden. Aber, wie dem auch sei: Die Nach-Trump-Ära hat begonnen.

Zur Bekämpfung der Corona-Krise hat der neue US-Präsident bereits angekündigt, ein rund 1,9 Billionen US-Dollar-schweres Konjunkturprogramm aufzulegen. Die meisten Bürger werden mit Cash-Zahlungen rechnen können, das Impfprogramm wird erheblich ausgeweitet und beschleunigt, und notleidende Unternehmen sollen gestützt werden. Die Börse hatte bereits mit einem solchen Programm gerechnet, doch da die Demokraten im US-Kongress künftig beide Parlamentskammern kontrollieren, ist jetzt mit einer raschen Umsetzung zu rechnen.

Privater Konsum wird Wachstumsimpulse auslösen

Was bedeutet das aber für die Wirtschaft der USA? Viel wird vom Erfolg der Impfaktionen abhängen, schließlich sind die Vereinigten Staaten mit am meisten vom Corona-Virus betroffen. Dann aber wird sich schnell der private Konsum beleben, denn die meisten Bürgen werden die ihnen zukommenden Barauszahlungen, also die „Stimulus-Schecks“, wie sie auch genannt werden, relativ bald in den Konsum stecken. Dieser Anstieg der Kaufkraft der Privathaushalte dürfte zu einem kräftigen Wachstumsimpuls für die US-Wirtschaft führen. Die Analysten der Deutschen Bank rechnen sogar damit, dass die Wirtschaftsleistung bereits im zweiten Quartal wieder das Vorkrisenniveau erreichen kann.

Dann wird ein Teil des Energiesektors vom neuen Präsidenten profitieren, denn er hat bereits angekündigt, erneuerbare Energie zu fördern. Und der weitere Weg zu elektrischen Autos wie denen von Tesla dürfte ebenfalls anhalten.

Value-Titel sollten weiter zulegen

Doch auch die von uns bevorzugten Value-Titel dürften profitieren. Diese hatten sich bereits im letzten November deutlich stärker entwickelt als der Gesamtmarkt. Danach bewegten sich ihre Kurse im Dezember seitwärts. Der überraschende Wahlsieg der Demokraten in Georgia, und damit die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses, sowie die Einigung der OPEC+ auf niedrigere Ölfördermengen bis Ende März dürften nun dafür sorgen, dass es für Value-Titel wieder bergauf geht. Denn die expansivere Fiskalpolitik der Demokraten sollte die Konjunkturerholung sowohl in den USA als auch weltweit beschleunigen. Die OPEC+-Entscheidung unterstützt auf der anderen Seite die Ölnotierungen. Beide Faktoren sorgen wiederum für steigende Inflationserwartungen und höhere Anleiherenditen. In der Vergangenheit ging damit meist eine Outperformance von Substanzwerten einher. Bei Sektoren wie Finanzen, Chemie, Energie und Grundstoffe fiel diese in der Regel am höchsten aus.

Fokus auf Qualitätsaktien

Für ein solches Szenario sind wir mit unseren Mandaten wie dem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen gut gerüstet. Titel wie GruppoMutui Online und Admiral auf der Finanzseite dürften davon ebenso profitieren wie etwa der Chemiekonzern Croda, oder der Anbieter für photovoltaische Energiegewinnungs-, optimierungs- und Monitoringsystemen, SolarEdge. Sie alle sollten auf der Gewinnerseite zu finden sein. Wenn das öffentliche Leben zurückkehrt, profitiert davon sicher auch unsere ABInBev.

Doch davon ganz abgesehen: Wir orientieren uns nur ganz selten an den kurzfristigen Strömungen im Markt. Neuer Präsident hin, OPEC+ her. Wir sind vielmehr immer auf der Suche nach Qualitätsunternehmen, die möglichst von einem Eigentümer geführt werden und über einen wirtschaftlichen „Burggraben“ verfügen, der ihnen zum einen eine starke Position im Markt gibt, aber auch der anderen Seite dazu führt, dass sie über Preissetzungsmacht verfügen. Diese sind dann zumeist weniger abhängig von Zyklen, Inflation oder irgendwelchen Regierungen. Das sind für uns Unternehmen wie secunet Security Networks, Berkshire Hathaway, Amazon oder auch Alphabet. Sie sind langfristig ausgerichtet und nur in geringem Maße von kurzfristigen Strömungen am Markt abhängig. Auch nicht von einem neuen US-Präsidenten.

 

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