Egbert Prior Bayer setzt auf „Bio-Revolution“

Gastautor: Egbert Prior
20.01.2021, 11:58  |  1769   |   |   

Meistens gibt der Januar den Trend für das Gesamtjahr vor. Das gilt auch für Einzeltitel. Mit plus 10% Wertentwicklung seit Anfang Januar hat im DAX Bayer die Nase vorn.

Meistens gibt der Januar den Trend für das Gesamtjahr vor. Das gilt auch für Einzeltitel. Mit plus 10% Wertentwicklung seit Anfang Januar hat im DAX Bayer die Nase vorn. Wir legten Ihnen den Titel zuletzt Anfang November zu 43,75 Euro ans Herz. Seither ist der Kurs um ein knappes Viertel auf aktuell 53,40 Euro geklettert. Das Niveau ist immer noch sehr niedrig, Allzeithoch 2015 mit 143,95 Euro. Die Börse spekuliert auf einen turnaround beim Agrar-, Chemie- und Pharmakonzern. Am schwersten lastet auf der Aktie eine Klageflut im Zuge der Übernahme des Saatgutkonzerns Monsanto. Die Leverkusener hatten Vergleichszahlungen in Höhe von rund 12 Milliarden Dollar angeboten. Die Kuh ist aber noch nicht vom Eis. Bis zum Jahreswechsel sollte Bayer nachbessern. Käme tatsächlich demnächst eine Einigung zustande, wäre das wie ein Befreiungsschlag. Dann könnte sich Vorstandschef Baumann auch wieder um die Zukunft kümmern. In der Medikamentenforschung setzen die Rheinländer verstärkt auf biotechnologisch hergestellte Wirkstoffe für Zell- und Gentherapie. Diverse Start ups wurden übernommen. Unternehmenslenker Baumann geht es darum, neue Blockbuster zu entwickeln. Denn die Patente für die beiden größten Umsatzbringer derzeit – der Blutverdünner Xarelto und das Augenmittel Eylea – laufen in wenigen Jahren aus. Aufhorchen ließ zu Jahresbeginn die Meldung, daß Bayer mit dem Impfstoffentwickler CureVac eine Impf-Allianz vereinbart hat. Die Tübinger haben eine Vakzine auf Basis der neuartigen mRNA-Technologie entwickelt. Derzeit läuft eine zulassungsrelevante Phase-2b/3-Studie mit 34.000 Teilnehmern. Bayer hilft CureVac bei der Durchführung der Patientenstudie, bei regulatorischen Herausforderungen und unterstützt die Schwaben beim Aufbau der Produktionskapazitäten. CureVac kann auch auf die logistische Infrastruktur der Leverkusener für die weltweite Verteilung des Impfstoffs zurückgreifen. Ziel ist es, jährlich mehrere hundert Millionen Dosen herzustellen. In wenigen Monaten könnte bereits die Zulassung erfolgen. Diese Zusammarbeit hilft Bayer, aus den negativen Schlagzeilen herauszukommen. Bayer prüft auch, in größerem Stil selbst in die Impfstoffproduktion einzusteigen. Bei den Medikamenten liegt ein Schwerpunkt auf der Krebstherapie, das Unternehmen spricht von einer „Bio-Revolution“. Auch an einer anderen Front gab es eine positive Meldung. 2019 hatte Bayer seine Sparte Tiergesundheit an den US-Wettbewerber Elanco versilbert. Jetzt sorgte der Verkauf eines weiteren Aktienpakets von Elanco für einen Mittelzufluß von 1,7 Milliarden Dollar. Geld, das die Leverkusener gut für einen Monsanto-Vergleich gebrauchen kann. 2020 wird der Konzern mit herben Verlusten abschließen. Abschreibungen und Rückstellungen (Monsanto) führten nach neun Monaten zu einem Nettoverlust von desaströsen 11 Milliarden. 2021 dürte aber schon wieder positiv ausfallen. Fazit: Mutige setzen auf einen turnaround!



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