ROUNDUP Der Entfesselungskünstler - Laschet macht auf Merz

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
24.01.2021, 16:53  |  156   |   |   

STUTTGART/MAINZ (dpa-AFX) - Armin Laschet wirkt aggressiver als noch vor einer Woche. Die Bergarbeiter-Glücksmünze seines Vaters holt er diesmal nicht hervor wie noch beim Bundesparteitag. Dafür teilt er kräftig aus, als er am Wochenende zu den Parteikollegen in Baden-Württemberg spricht. Er schimpft über den politischen Gegner und warnt vor einer rot-rot-grünen Bundesregierung. Er spricht vom Entfesseln und nimmt damit Bezug auf das Motto des Wahlprogramms, mit dem die Südwest-CDU in die Landtagswahl gehen will. Laschet redet ausgiebig über Familienunternehmen, den Mittelstand, er kritisiert Vorschriften und Bürokratie. Er kann auch Wirtschaft, so die Botschaft. Laschet gibt den Merz. Bei seinem ersten großen Auftritt als CDU-Bundesvorsitzender wirkt er selbst irgendwie entfesselt.

Am Freitag erst wurde der nordrhein-westfälische Ministerpräsident ganz offiziell als neuer CDU-Bundeschef per Briefwahl bestätigt. Am Samstag tourt er in seinem neuen Amt durch den Südwesten der Republik. Denn in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg stehen am 14. März Landtagswahlen an. Auf digitalen Parteitagen verabschieden die CDU-Landesverbände ihre Wahlprogramme.

Laschet schaut zunächst bei der CDU in Rheinland-Pfalz vorbei - und klopft sich dort selbst auf die Schulter. Die Zustimmung von 83 Prozent bei der Briefwahl sei "sehr bemerkenswert", sagt er auf dem Programmparteitag der rheinland-pfälzischen CDU. "Es waren drei..., also zwei tolle Kandidaten - und ich finde mich auch ganz gut", sagt er und erntet für den holprigen Satz Gelächter.

Neben Laschet steht der rheinland-pfälzische Spitzenkandidat Christian Baldauf in einem ziemlich leeren Studio vor der Kamera. Er hält eine eher hölzerne Rede. In dem katholisch geprägten Land schien die CDU bis Ende der 1980er Jahre ein Abonnement auf die Staatskanzlei zu haben. Mit Ministerpräsidenten wie Helmut Kohl und Bernhard Vogel war die Landespartei auch bundespolitisch fest verankert, ehe heftige innerparteiliche Querelen dazu beitrugen, dass die CDU vor 30 Jahren in die Opposition geschickt wurde.

"Wir spüren Rückenwind aus Berlin", sagt Baldauf der Deutschen Presse-Agentur. Die Landespartei sei froh, dass die Frage nach dem Bundesvorsitz nun gelöst sei. Armin Laschet habe ausgestrahlt, dass er Menschen zusammenführen könne. "Diese Fähigkeit zur Nähe braucht die CDU, um geschlossen, als moderne Volkspartei in das Superwahljahr zu ziehen." So wie er selbst 2017 Rot-Grün in der Düsseldorfer Staatskanzlei abgelöst habe, könne dies doch auch Baldauf jetzt in Mainz machen, sagt Laschet.


Seite 1 von 2


Diesen Artikel teilen

0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

ROUNDUP Der Entfesselungskünstler - Laschet macht auf Merz Armin Laschet wirkt aggressiver als noch vor einer Woche. Die Bergarbeiter-Glücksmünze seines Vaters holt er diesmal nicht hervor wie noch beim Bundesparteitag. Dafür teilt er kräftig aus, als er am Wochenende zu den Parteikollegen in …

Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel