WOCHENAUSBLICK Corona bleibt ein Damoklesschwert für den Dax

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
25.01.2021, 05:50  |  271   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt wird sich in der neuen Woche wohl weiter an der hoch gesteckten Erwartungshaltung der Anleger messen lassen müssen. Im Fokus stehen dürfte die Entwicklung in den USA mit den ersten Schritten unter der neuen Präsidentschaft von Joe Biden. Marktbeobachter sprechen neuerdings von einer "blauen Welle", auf der die Anleger ritten. Damit meinen sie sinnbildlich die jüngsten Erfolge der von Biden angeführten US-Demokraten, angelehnt an deren Parteifarbe.

Laut dem Marktexperten Robert Halver von der Baader Bank wird an den Aktienmärkten die Zukunft bezahlt - mit einem erhofften Wirtschaftsaufschwung ab Mitte des Jahres. Möglicherweise könnten vor diesem Hintergrund Lockdown-bedingt schlechtere Wirtschaftsdaten zeitweise das Anlegergemüt trüben und zwischenzeitliche Gewinnmitnahmen bedingen. "Dramatische Kurseinbrüche sind jedoch nicht zu erwarten. Der Konjunkturoptimismus großer institutioneller Anleger bleibt hoch", so Halver.

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Die Amtseinführung von Joe Biden in Verbindung mit dem von ihm angestrebten billionenschweren Konjunkturpaket hatte zuletzt nochmals vielen Indizes zu neuen Rekorden verholfen. In den USA galt dies für alle großen Börsenbarometer, in Deutschland mit dem MDax und SDax immerhin für die zweite und dritte Börsenreihe. Der Dax hatte eine Bestmarke von 14 131 Punkten schon vor zwei Wochen aufgestellt, neben den anlaufenden Impfkampagnen galt aber auch schon die Hoffnung auf weitere Staats- und Notenbankhilfen als Kurstreiber.

Die Corona-Krise bleibt dennoch wie ein Damoklesschwert über der Börse hängen. Der Lockdown in Deutschland wurde verlängert und die Infektionszahlen bleiben ein schwieriges Thema. Der europäische Impfstoff-Pionier Biontech und sein Partner Pfizer werden nun für eine Woche weniger Dosen liefern, sodass bedeutende Impf-Fortschritte in Deutschland auf den Februar vertagt werden dürften.

Laut Helaba-Volkswirtin Claudia Windt dämpft die "Verschärfung Light" des gegenwärtigen Lockdown in Deutschland die Erwartungen an das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal. Einen Lichtblick sieht die Expertin aber in den mancherorts rückläufigen Neuinfektionen - vor allem in den USA und Großbritannien, aber auch in Deutschland. Das Gegenteil sei aber etwa in Portugal der Fall.

Anlagestratege Chris-Oliver Schickentanz von der Commerzbank blickt nach dem Amtsantritt Bidens weiterhin auf die Vereinigten Staaten, wo die Berichtssaison "jetzt in die Vollen geht". In den kommenden Tagen würden von fast der Hälfte der Werte im Dow Jones Industrial die Zahlen zum Schlussquartal 2020 erwartet. Banken hatten die Saison zuletzt eingeläutet mit einigen positiven Überraschungen. Diese dürften laut Schickentanz nun aber immer schwerer fallen und die Marktauswirkungen begrenzter bleiben.

Auch in Europa werden die Zahlen erster Schwergewichte erwartet, Eckdaten sind von einigen ja schon bekannt. Siemens etwa hatte vor dem Wochenende mit starken vorläufigen Zahlen bereits eine positive Duftmarke gesetzt. Am Montag berichten zunächst Philips , am Dienstag unter anderem die Großbank UBS und am Mittwoch die Software AG sowie der Laborausrüster Sartorius . Am Donnerstag lenkt dann STMicroelectronics die Blicke auf den Chipsektor.

Konjunkturell gilt in der neuen Woche das Ifo-Geschäftsklima gleich am Montag als erste wichtige Veröffentlichung. Laut den Dekabank-Experten um Chefvolkswirt Ulrich Kater dürfte das Ifo-Barometer "eine gespaltene Konjunktur zeigen" - mit einer starken Industrie auf der einen und den darbenden Dienstleistern auf der anderen Seite. Ihrer Einschätzung nach dürfte der Lockdown in der Lagebeurteilung seine Spuren hinterlassen.

Ansonsten steht am Mittwoch der nächste Zinsentscheid der US-Notenbank Fed auf der Agenda. Experten erwarten keine Änderungen. Laut dem Baader-Experten Halver wird die Fed ihre Bereitschaft zur weiteren Konjunkturstützung signalisieren. Das an den Märkten diskutierte Thema einer Reduzierung der Anleihekäufe sei eine Phantom-Diskussion. "Zinsen werden nicht zum natürlichen Feind der Aktien", so Halver./tih/bek/men/edh

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---


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