Gold Es bleibt spannend!

25.01.2021, 13:35  |  1307   |   |   

Unsere letzte Kommentierung zu Gold überschrieben wir mit „Spitz auf Knopf“. Die Lage für Gold war damals brisant.

Unsere letzte Kommentierung zu Gold überschrieben wir mit „Spitz auf Knopf“. Die Lage für Gold war damals brisant. Nach einem fulminanten Jahresstart geriet Gold in Bedrängnis und erreichte hierbei die wichtige Unterstützung bei 1.850 US-Dollar. Mittlerweile sind einige Handelstage vergangen und die Lage hat nichts von ihrer Brisanz eingebüßt. 

Rückblick. Damals hieß es unter anderem „[…] Es kreierte sich für Gold zunächst das zuletzt skizzierte Ausbruchsszenario aus der bullischen Flagge. Als Gold durchaus ambitioniert über das Widerstandscluster 1.900 / 1.920 US-Dollar setzen konnte und das Ausbruchsszenario Fahrt aufnahm, schien das Edelmetall einer Weichenstellung auf der Oberseite nah zu sein. Der Ausbruch über den nächsten Widerstandsbereich bei 1.950 / 1.960 US-Dollar hätte den Aufwärtsbemühungen des Edelmetalls aus technischer Sicht noch einmal Nachdruck verliehen, aber hierzu kam es nicht, denn just mit dem Erreichen dieser Zone begann Gold zu wackeln. Gold knickte schließlich ein. Die bislang zu beobachtende Vehemenz des Rücksetzers überrascht und lässt für die nächsten Tage nicht wirklich viel Gutes erwarten. Was zunächst womöglich „nur“ als Reaktion auf das Scheitern an der Zone um 1.960 US-Dollar begann, hat spätestens mit dem Rücksetzer unter die 1.900er Marke an Relevanz gewonnen. Zum Wochenausklang stand zudem der eminent wichtige Unterstützungsbereich von 1.850 US-Dollar im Fokus. Dieser wurde bereits leicht unterschritten. Noch sollte man den Bruch nicht überbewerten, doch sollte er sich in den nächsten Tagen weiter manifestieren, ist Obacht geboten. Im Bereich von 1.830 US-Dollar verläuft aktuell die 200-Tage-Linie, die sich bereits einer ersten Attacke erwehren musste. Im besten Fall hält sie diesem Druck weiterhin Stand und Gold findet in diesem Bereich (s)einen Boden. Die zentrale Unterstützung verorten wir unverändert in den Bereich von 1.750 US-Dollar. Sollte es darunter gehen, muss die Lage neu bewertet werden. Auf der Oberseite muss es für Gold darum gehen, die Zone 1.900 / 1.920 US-Dollar zurückzuerobern, um die Lage aus technischer Sicht zu entspannen. […]“.


Bleiben wir zunächst bei den technischen Aspekten. Gold gelang es, im Bereich von 1.830 US-Dollar einen vorläufigen Boden auszubilden. Wie es um dessen Tragfähigkeit bestellt ist, muss abgewartet werden. Das Edelmetall wagte zudem die ersten zaghaften Vorstöße auf der Oberseite. Entscheidende Geländegewinne konnte Gold hierbei allerdings nicht verzeichnen. Hierzu müsste das Edelmetall erneut über die 1.900 US-Dollar laufen. Nach dem Wiedereintritt in die zuletzt thematisierte Flagge (rot) fällt es Gold nun schwer, sich erneut aus deren Umklammerung zu befreien. Mit anderen Worten: In puncto Ausdehnung der Korrektur in Richtung 1.750 US-Dollar ist die Kuh noch nicht vom Eis. 

Vor diesem Hintergrund lohnt ein Blick auf die Bestandsentwicklung der physisch besicherten Gold-ETF und hier vor allem ein Blick auf die Bestandsentwicklung des weltgrößten, physisch besicherten Gold-ETF, des SPDR Gold Shares. Nachdem zum Jahresanfang die Bestände des SPDR Gold Shares zunächst deutlich zulegen konnten, war in den letzten Handelstagen wieder ein Abfluss zu verzeichnen.

Kurzum. Die Anziehungskraft von Gold leidet derzeit etwas, zumal einige Belastungsfaktoren zuletzt weggefallen sind. Mit anderen Worten: Gold als sicherer Hafen hat (temporär) ein wenig an Bedeutung eingebüßt. Aber das könnte sich mit Blick auf die fragilen Aktienmärkte ändern. Trotz der zurückliegenden Korrektur ist das übergeordnete Bild bei Gold unserer Einschätzung nach weiterhin bullisch. Problematisch würde es jedoch werden, sollte es für das Edelmetall unter die 1.750 US-Dollar gehen. Ein solches Szenario muss eine Neubewertung der Lage nach sich ziehen. Auf der Oberseite besteht für Gold die Aufgabe nun darin, erneut über die 1.900 / 1.920 US-Dollar zu laufen, um für Entlastung zu sorgen. 
 

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