ROUNDUP 2: Beim Shoppen oder zu Hause - E-Ladenetz soll kundenfreundlich werden
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ROUNDUP 2 Beim Shoppen oder zu Hause - E-Ladenetz soll kundenfreundlich werden

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
27.01.2021, 15:49  |  399   |   |   

(durchgehend aktualisiert)

KARLSRUHE/BERLIN (dpa-AFX) - Beim Ausbau der Lade-Infrastruktur für Elektroautos wollen Anbieter den Kunden im wörtlichen Sinne entgegenkommen. So verkündete Shell Anfang der Woche, die Firma Ubitricity kaufen zu wollen, die Lademöglichkeiten beispielsweise in Laternenmasten und Poller bauen will. Der Karlsruher Energiekonzern EnBW wiederum setzt auf "urbane Schnellladeparks", die Fahrern das Laden dort ermöglichen, wo sie das Auto im Alltag eh stehen haben.

"Wir wollen unsere Infrastruktur nicht irgendwo hinsetzen, wo jemand extra hinfahren muss", sagte Konzernchef Frank Mastiaux am Mittwoch bei der offiziellen Eröffnung eines solchen Parks am Durlach Center in Karlsruhe. An diesem Einkaufszentrum in der Nachbarschaft des Unternehmens stehen sechs Ladesäulen mit je zwei Ladepunkten.

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Anders als beim Tanken eines Verbrenners sehen die Abläufe bei E-Autos nach Einschätzung des Unternehmens anders aus: "Das Laden fügt sich in die tägliche Routine ein - ob man nun gerade einkauft, arbeitet oder zu Hause ist", sagte eine Sprecherin. Man fahre nicht extra tanken, das Laden werde in der Regel nebenher erledigt.

Je nach Berechnungen finden 15 bis 40 Prozent der Ladevorgänge im öffentlichen Raum statt - etwa an Raststätten oder auf Parkplätzen von Supermärkten. An solchen Orten will daher auch EnBW Möglichkeiten zum superschnellen Laden mit bis zu 300 Kilowatt anbieten. Abhängig vom Fahrzeugtyp könnten Nutzer in den Parks in nur fünf Minuten Ökostrom für 100 Kilometer Reichweite laden.

Der Ausbau der Ladeinfrastruktur ist ein umstrittenes Thema. Kürzlich hatte die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, hierbei die Wohnungs- sowie Energiewirtschaft - und wegen des Tankstellennetzes an Autobahnen - die Mineralölindustrie in die Pflicht genommen. Die Autoindustrie leiste ihren Beitrag zum Ausbau, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. "Aber wir brauchen natürlich ein Netz, das auch an den Autobahnen zur Verfügung steht."

Getrieben durch höhere staatliche Kaufprämien erlebten E-Fahrzeuge 2020 einen Verkaufsboom, auch wenn auf deutschen Straßen nach wie vor Benziner und Diesel dominieren. Die Frage ist, ob der Ausbau des Ladenetzes mit steigenden Neuzulassungen der E-Autos Schritt hält.

Aktuell gibt es nach Angaben des Energieverbandes BDEW von Anfang Dezember rund 33 000 öffentliche Ladepunkte. Aber nur jeder zehnte ist ein Schnelllader. Und je nach Region kann es passieren, dass die nächste öffentliche Ladestation nicht gerade an der nächsten Ecke ist. An den Ladepunkten kommen bisher zudem sehr unterschiedliche Preismodelle zum Einsatz, das sorgt für Ärger bei Kunden.


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