Great New Work: Desksharing Vor- und Nachteile

Great New Work: Desksharing Vor- und Nachteile

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Gastautor: Martin Brosy
29.01.2021, 16:42  |  175   |   

Der digitale Wandel hat in der Arbeitswelt bereits in den letzten Jahren grundlegend für Veränderungen in Arbeits-, Organisations- und Kommunikationsprozessen gesorgt.

Homeoffice, Co-Working-Spaces oder Desksharing sind für global Player und Digitalnomaden schon lange zur Normalität geworden. Langsam zieht der Mittelstand nach und findet Gefallen an den Zielen des „way of new working“:

  • effektiver Arbeiten
  • Ressourcen effizient nutzen
  • Kosten senken
  • Kreativität und Arbeitsleitung erhöhen

Allerdings bestehen nach wie vor Zweifel, ob derart neue Arbeitsmethoden sinnvoller sind als die herkömmlichen oder nicht. Genauer wollen wir in diesem Artikel auf Vor- und Nachteile des Desksharing eingehen und erklären, wie diese Form der Arbeitsorganisation für Unternehmer von Nutzen sein kann.

Was ist Desksharing?

Beim Desksharing gibt es keine festen Arbeitsplätze oder angestammte Schreibtische mehr. Unternehmen halten weniger Arbeitsplätze bereit, als Arbeitskräfte vorhanden sind. Die Mitarbeiter, inkl. der Führungskräfte arbeiten dort, wo gerade ein freier Platz zur Verfügung steht. Dabei muss es sich nicht um einen klassischen Schreibtischarbeitsplatz handeln, sondern kann durchaus auch eine Lounge oder ein Gruppenarbeitsplatz sein.

 

Entstanden ist die Idee des Desksharing aufgrund mehrerer Studien, die belegen, dass nur rund 70 % der ausgestatteten Arbeitsplätze voll ausgelastet sind. Viele Tätigkeiten finden an Orten wie Besprechungsräumen, bei Kollegen am Schreibtisch oder direkt beim Kunden statt. Die Gründe dafür sind vielfältig und können zum Beispiel sein:

 

  • Projektarbeiten in Gruppen
  • Außendiensttätigkeiten
  • Beratung direkt beim Kunden
  • Trainings

 

Vor- und Nachteile des Schreibtischteilens

 

Die drei großen Ziele des Desksharings sind:

 

  • Die interne Kommunikation in Organisationen zu fördern
  • Die Zusammenarbeit untereinander zu fördern
  • Die Kosten für nicht genutzte Arbeitsplätze zu reduzieren

 

Dennoch ist die Wirkung auf Unternehmen und Angestellte von zwei Seiten zu betrachten. Desksharing hat sowohl Vor- als auch Nachteile.

 

Die Vorteile für den Arbeitgeber liegen klar auf der Hand, der Größte davon ist sicherlich die Möglichkeit Kosten einzusparen. Angefangen bei den Raumkosten und deren Folgekosten wie zum Beispiel Energiekosten und Reinigung. Unternehmen sehen hier ein großes Sparpotenzial, da im Durchschnitt 10 - 12 % Arbeitsfläche eingespart werden kann, nur durch die Verringerung der Arbeitsplätze.

 

Nachteilig kann sich das System auf die Strukturen und tägliche Routinen auswirken. In vielen Unternehmen ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Teams und Führungskräften notwendig, die aber nicht kontinuierlich in Gruppenarbeiten durchgeführt werden muss. Wenn Unternehmen Desksharing nicht strukturiert planen und umsetzen, kann es durch wechselnde Arbeitsplätze vorkommen, dass Teamkollegen und Führungskräfte sich erst einmal suchen und finden müssen. In kleineren Unternehmen ist dieser Nachteil sicher geringer als in großen Organisationen. Lösungen für strukturierte Umsetzungen des Schreibtischteilens stehen mittlerweile als technische Hilfsmittel wie Apps und Buchungssysteme von findigen Entwicklern zur Verfügung.

 

Nicht nur Unternehmen selbst, sondern auch deren Angestellten können positiv vom Desksharing profitieren. So kann es zum Beispiel sein, dass der Arbeitsplatz durch das Einsparungspotenzial dieser Arbeitsorganisation so hoch ist, dass das eigene Arbeitsverhältnis in wirtschaftlich schlechteren Zeiten sicherer ist. Dazu kommt, dass Arbeitnehmer sich ihren Arbeitsplatz nach Bedarf aussuchen können. Benötigt ein Arbeitnehmer für eine bestimmte Tagesaufgabe einen ruhigen Arbeitsplatz, kann er diesen frei wählen und nach Abschluss der konzentrationsintensiven Aufgabe in einem Büro mit vielen Kolleginnen und Kollegen weiter tätig sein.

 

Nachteilig auf Angestellte könnte sich eine geringere soziale Verbundenheit und Verbindlichkeit untereinander auswirken. Benötigte Arbeitsmittel und Bücher sind nicht griffbereit am Arbeitsplatz verfügbar oder müssen mühsam von Schreibtisch zu Schreibtisch transportiert werden. Der Verlust eines „eigenen“ Arbeitsplatzes kann unter Umständen sogar Ängste bei Arbeitnehmern auslösen. Der emotionale Bezug zum Arbeitsplatz kann verloren gehen, weil sich Arbeitnehmer nicht weiter mit persönlichen Dekorationen oder Bildern von den Lieben umgeben können.

 

Fazit: eine gute Vorbereitung und strukturierte Umsetzung sind wichtig

 

Bevor sie als Unternehmer die Veränderung in ihrer Arbeitsorganisation planen, bedarf es unbedingt einer guten Planung und Vorbereitung, damit sie von allen Vorteilen des Desksharings profitieren. Ein gutes Change Management, ein durchdachtes Konzept und technische Hilfsmittel sind für den Erfolg unbedingt notwendig.



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