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IPO/ROUNDUP 2 Daimler spaltet sich auf und bringt Lastwagen-Sparte an die Börse

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
03.02.2021, 18:09  |  373   |   |   

(neu: Schlusskurs, Analystenstimmen und weiterer Hintergrund ergänzt.)

STUTTGART (dpa-AFX) - Der Autobauer Daimler will sich erneut komplett neu aufstellen und das Geschäft auf zwei eigenständige Unternehmen aufteilen. Künftig soll es nur noch die Mercedes-Benz AG für Autos und Vans sowie die Daimler Truck AG für Lastwagen und Busse geben, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. Zudem soll Daimler Truck in diesem Jahr über einen Spin-Off an die Börse gehen - ein Schritt, der von Investoren schon lange gefordert und erwartet worden war. Die Aktie machte auf die Nachricht hin einen Sprung und schloss mit 8,9 Prozent im Plus an der Dax-Spitze.

Die Pläne seien äußerst positiv für alle Anteilseigner von Daimler und seiner Meinung nach auch für die Mitarbeiter, schrieb Bernstein-Analyst Arndt Ellinghorst. Auch JPMorgan-Analyst Jose Asumendi hieß das Vorhaben willkommen, weil es mehr Transparenz und Effizienz in der mittleren Frist bringe. Philippe Houchois von Jefferies schrieb, das Vorgehen von Daimler sei für Anleger weit attraktiver als der Börsengang eines Minderheitsanteils.

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Mit einem Börsengang der Trucksparte war auf der Investorenseite seit mehreren Wochen wegen entsprechender Medienberichte wieder stärker gerechnet worden. Dass Källenius die Konzernteile gleich ganz trennen will, hatte aber kaum einer erwartet.

"Beide Unternehmen sind in Industrien tätig, die sich technologisch und strukturell umfassend verändern", sagte Daimler-Vorstandschef Ola Källenius. "Diesen Wandel können sie deutlich effektiver gestalten, wenn sie dabei als unabhängige Einheiten agieren - mit einer starken Nettoliquidität und ohne die Einschränkungen einer Konglomerats-Struktur."

Bislang sind die Mercedes-Benz AG, die Daimler Truck AG und die Daimler Mobility AG unter dem Dach der Daimler AG vereint und vollständig in deren Besitz. Die Struktur war erst 2019 so eingeführt worden. Die Finanz- und Mobilitätsdienstleistungen sollen nun in den beiden anderen Unternehmen aufgehen, die Daimler AG langfristig verschwinden.

Daimlers Geschäft mit schweren Nutzfahrzeugen könnte an der Börse mit rund 35 Milliarden Euro bewertet werden, wenn man die aktuelle Börsenbewertung des schwedischen Rivalen Volvo heranziehe, schrieb Analyst Ellinghorst vor der Bekanntgabe des Konzerns am Mittwoch in einer Analyse. Zum Vergleich: Nach dem deutlichen Kursplus vom Mittwoch liegt die Marktkapitalisierung des Gesamtkonzerns nun bei rund 68 Milliarden Euro.

"Wir glauben an die finanzielle und operative Stärke unserer beiden industriellen Geschäftsfelder", sagte Källenius. "Und wir sind überzeugt: Mit einem unabhängigen Management und mit unabhängiger Governance-Struktur werden beide Einheiten künftig noch schneller agieren, ehrgeiziger investieren sowie Wachstum und Kooperationen gezielter vorantreiben können - das alles macht sie deutlich stärker und wettbewerbsfähiger."

Daimler Truck soll noch in diesem Jahr in Frankfurt an die Börse gehen. Beabsichtigt sei, dass der Mehrheitsanteil im Rahmen eines Spin-Offs an die heutigen Daimler-Aktionäre übertragen wird, hieß es. Daimler selbst wird künftig nur noch eine Minderheit halten. Zudem werde angestrebt, die Kriterien für eine Notierung von Daimler Truck im Aktien-Leitindex Dax zu erfüllen.

Daimler Truck ist nach eigenen Angaben der weltgrößte Hersteller von Lkw und Bussen mit sieben Marken, mehr als 100 000 Beschäftigten und einem Umsatz von zuletzt knapp 45 Milliarden Euro.

Die endgültige Entscheidung über die geplante Abspaltung müsse bei einer außerordentlichen Hauptversammlung im dritten Quartal 2021 getroffen werden, hieß es. "Mercedes-Benz und Daimler Truck gehen mit enormer Stärke in diese Transformation", sagte Aufsichtsratschef Manfred Bischoff. "Wir sind überzeugt, dass sie als unabhängige Unternehmen noch stärker sein werden und ihre jeweiligen Kunden noch besser bedienen können."

Daimler-Rivale Volkswagen hatte einen Anteil von rund 10 Prozent an seiner Nutzfahrzeugholding Traton bereits im Sommer 2019 an die Börse gebracht, dabei aber Abstriche vom ursprünglich geplanten Volumen machen müssen. Derzeit gilt das Börsenumfeld trotz der Corona-Krise wieder als etwas freundlicher, weil die Aktienmärkte teils bereits deutlich über den Ständen vor dem Corona-Crash notieren und es zuletzt einige erfolgreiche Börsengänge gab./men/eni/he


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