„Selbst Profis verstehen die Märkte nicht“

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
10.02.2021, 08:50  |  192   |   |   

Selbst Profis verstehen die Märkte nicht. Das ist eine Schlagzeile, die ich unlängst gelesen habe. Zugegebenermaßen argumentiert der Autor einigermaßen sinnvoll, dass die aktuelle Marktphase einfach wahnwitzig ist. Immerhin starten Börsengänge ordentlich durch. Das lässt die Frage aufkommen, ob die Investment-Banker wirklich noch realistisch einschätzen können, was ein Unternehmen wert ist.

Trotzdem bin ich überzeugt, dass wir diese Sichtweise zumindest deutlich relativieren können. Hier ist nämlich das, was die Profis bei den Märkten jetzt durchaus verstehen, worauf sie sich bei ihrer Bewertung verlassen und nebenbei noch andere Dinge, die ich derzeit anders bewerten würde.

Selbst Profis verstehen die Märkte nicht … oder doch?

Wenn wir jedenfalls die aktuellen Phänomene der Börsengänge richtig einordnen wollen, so sollten wir eine ganz wesentliche Unterscheidung festlegen. Es gibt den Markt und einen gedachten fairen Wert des Unternehmens. Beides kann hin und wieder mal auseinanderklaffen. Die Märkte reagieren teilweise aus psychologischen Beweggründen. Das macht sie manchmal irrational, was sich in Angst oder Gier äußern kann.

Das, was Unternehmensbewerter konsequent machen – auch beim Prozess eines Börsengangs – ist, sich auf die fundamentale Bewertung zu stützen. Das heißt, sie sehen den jetzigen Wert und werden ihn vor einem Börsengang ein wenig aufhübschen. Beziehungsweise ein wenig höher darstellen. Es geht schließlich auch um das Verkaufen.

Dass die Investoren derzeit in ihrem Hype bereit sind, jeden Börsengang noch höher zu bewerten, das sollten wir nicht dahingehend einordnen, dass selbst Profis die Märkte nicht verstehen. Sie bewerten bloß Unternehmen in einer irrationalen Marktphase. Das erklärt teilweise die signifikanten Ausschläge.

Ein Warnindikator?

Trotzdem können wir ein Zwischenfazit festhalten: Dass viele Börsengänge derzeit so erfolgreich sind, ist ein Warnindikator. Die Euphorie scheint in einigen Fällen ungebremst zu sein. Insbesondere bei IPOs und einigen wenigen Hot-Stock-Aktien.

Das kann ein Indikator für eine kommende Korrektur oder einen Börsencrash sein. Muss es allerdings auch nicht. Es gibt kein Ablaufdatum für eine Euphorie. Oder ein Startdatum für eine Korrektur oder einen Börsencrash. Unternehmensorientierte Foolishe Investoren sollten daher vorsichtig oder auch selektiv agieren. Aber auch weiterhin auf günstig bewertete Aktien setzen, die langfristig ein starkes Potenzial besitzen. Egal ob ein Crash oder eine Korrektur winkt. Das wissen auch die Profis.

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