Aktien Frankfurt DAX legt den Rückwärtsgang ein – Der erwartete Boom im Sommer steht auf der Kippe

Gastautor: Jochen Stanzl
10.02.2021, 17:10  |  1165   |   |   

Tagelang hat die Wall Street mti ihrem Rekordlauf den Deutschen Aktienindex zwar nicht wirklich mitziehen, aber zumindest größere Verluste verhindern können. Das ist heute anders.

Mit fallenden Kursen in New York muss sich auch der DAX von der 14.000er Marke verabschieden und legt zunächst den Rückwärtsgang ein. 
 
Zu groß ist die Unsicherheit, wann das in die hohen Aktienkurse eingepreiste Szenario einer sich dynamisch erholenden Wirtschaft nach der Pandemie tatsächlich Realität wird. Die Gefahr der Virus-Mutationen kann nur durch eine Verlängerung der Lockdowns gebannt werden. Damit wird aber auch das Licht am Ende des Tunnels mit jedem Tag wieder dunkler, weil der Tunnel länger ist als nach den Impfstoff-Erfolgen Ende vergangenen Jahres erhofft. 
 
Die neuen Varianten des Virus können jederzeit das Rennen gegen die nur langsam vonstatten gehenden Impfungen gewinnen und die Zahl der Neuinfektionen wieder in die Höhe treiben. Auch deshalb ringt die Kanzlerin zur Stunde mit den Länderchefs um die Frage, ob die derzeit geltenden Maßnahmen nun noch drei oder vier Wochen gelten sollen. Die marginalen Öffnungen verkommen da schon fast zur Randnotiz.
 
Und so wird aus dem angenehmen Segeltörn der Anleger durch ein Meer an Liquidität, gesäumt von starken Quartalszahlen und ausgabefreudigen Regierungen ein sehr unsicheres Fahrwasser. Denn die Liquidität verdeckt auch Einiges. Und es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, wann die dadurch simulierte Ruhe das aktuelle realwirtschaftliche Ungemach nicht mehr verdecken kann.
 
Denn diese Entwicklung hinterlässt auch permanente Spuren. Die US-Dollar-Geldmenge M3 stieg in zehn Jahren um 111 Prozent, jene des Euro um rund 50 Prozent. Dieses Geld findet seinen Weg derzeit auch in die Alternativen zum Papiergeld, vor allem in die digitalen Währungen. Wer vor zehn Jahren 2000 Euro in den Bitcoin investiert hat, besitzt heute 100 Millionen Euro. Das ist ein Gewinn, der nicht von dieser Welt zu sein scheint – oder er kündigt eine neue Welt an. Schon heute ist jeder zwanzigste Euro gedacht ein Bitcoin – oder anders ausgedrückt: Mit dem gesamten ausstehenden Wert an Bitcoins könnte man 39 Mal die Deutsche Bank kaufen. 

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2 Kommentare

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Kommentare

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11.02.21 07:38:56
Wozu und warum überschwemmen all die obersten Notenbanker fortwährend die Märkte mit zusätzlicher Liquidität? Gelernt haben die aus den vergangenen Finanzkrisen unverkennbar jedenfalls nichts!
Die Liquidität floss immer in die falschen Kanäle und führte zu unglaublichen Exzessen, aktuell verbrennt man die Kohle in Pleiteklitschen und den Energiewandelbeschleuniger "Krypto-Bubble". Beliebig aus dem Nichts erschaffen wird diese Nullwert-Blase mit täglich auf "Knopfdruck" neu erschaffenen, simplen Computercodes im Eigenhandel gegenseitig hochgejagt. Ein Heißluftballon für ein paralleles Universum, aber auch hier wird die schon bald stattfindende Implosion selbstverständlich wieder die reale Welt treffen!
Zweifel an der Glaubwürdigkeit unserer Währungshüter sind bei diesem Thema jedenfalls mehr als angebracht, deren fortgesetzte Untätigkeit kann man aus meiner Sicht schon als kriminell einstufen.
Jedenfalls kann ich nicht einmal ansatzweise erkennen, das die Verantwortlichen auch nur das Geringste unternehmen um einen zu erwartenden Kollateralschaden am realen System schon im Vorfeld zu verhindern! Und so werden die "Falschgeld"-Digitalcodes aus dem Nichts fleißig weiter generiert um sich am realen System "schmarotzerartig" zu bedienen, ewig wird und kann das natürlich nicht funktionieren.
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10.02.21 17:32:56
Supi Plan, alle Unternehmen investieren ihre Cashmittel in Kryptos und wenn dann keiner mehr da ist zum kaufen und folglich die Kurse einbrechen, darf dann der Steuerzahler retten, da sonst Pleitewelle droht. Erinnert alles an CFDs von den Banken. Waren auch plötzlich wertlos und wurden vorher fleißig hin und her geschoben zu Fantasiepreisen.

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