Die schlechtesten Zeitpunkte, um Aktien zu kaufen

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
13.02.2021, 10:19  |  4886   |   |   

Stell dir mal vor, du würdest zum schlechtesten Zeitpunkt Aktien kaufen. Oder zu mehreren schlechtesten Zeitpunkten. Das klingt wenig verlockend, nicht wahr? Möglicherweise ist diese Frage jetzt jedoch relevanter denn je. Immerhin finden wir unseren heimischen Leitindex, den DAX, jetzt auf einem Indexstand, der ziemlich in der Nähe eines Rekordhochs ist.

Aber was können Foolishe Investoren erwarten, wenn sie zum schlechtesten Zeitpunkt Aktien gekauft haben? Oder aber zu mehreren schlechtesten Zeitpunkten? Genau das soll uns im Folgenden ein wenig näher interessieren, indem wir die historisch schlechtesten Zeitpunkte in den Fokus rücken. Und die Performance, die selbst unser heimischer Leitindex seitdem gezeigt hat.

Die schlechtesten Zeitpunkte, um Aktien zu kaufen

Wie gesagt: Wir befinden uns derzeit wieder in der Nähe eines Rekordhochs, das verzerrt den Blickwinkel natürlich ebenfalls. Trotzdem können wir historisch gesehen so manchen schlechten Zeitpunkt ausmachen, an dem Investoren im Nachhinein hätten Aktien kaufen können.

In der Retrospektive wäre ein erster solcher Termin beispielsweise Mitte Februar des letzten Jahres gewesen. Der DAX notierte kurzzeitig bei 13.789 Punkten. Wer hier gekauft hätte, der hätte die volle Auswirkung des Corona-Crashs miterlebt. Immerhin: Die Börsen sind kurzzeitig um über 40 % eingebrochen. Und jetzt? Heute steht der DAX jedenfalls wieder bei einem Zählerstand von 14.049 Punkten. Das heißt, als Investor hätte man kurzfristig trotzdem eine positive Rendite von 1,9 % erzielt. Wobei sich dieser Wert natürlich schnell verändern kann.

Gehen wir daher ein wenig weiter zurück: Zum 15. April des Jahres 2015. Der DAX hat hier eine Spitze bei ca. 12.374 Punkten gebildet. Danach folgte ebenfalls eine deutliche Korrektur. Aber im Vergleich zu heute erkennen wir natürlich: Wir kämen trotz dieses schlechten Zeitpunkts auf eine positive Rendite. Und zwar von immerhin 13,5 %. Das ist zwar vergleichsweise wenig. Aber wie gesagt: Der Kauftermin wäre historisch auch ungünstig gewesen.

Ein ähnliches Bild können wir auch erkennen, wenn wir die letzte Finanzkrise in den Fokus rücken. Oder aber die Dotcom-Blase. Hier lag der DAX zwischenzeitlich bei 7.717 Punkten (Finanzkrise), beziehungsweise 7.932 Zählern (Dotcom-Blase). Damit erkennen wir: Bis heute wäre trotzdem eine solide Performance möglich gewesen. Immerhin von 82 % seit der Finanzkrise oder von 77,1 % seit dem Platzen der Dotcom-Blase. Eine wirklich bemerkenswerte Erkenntnis.

Was Foolishe Investoren davon lernen können

Foolishe Investoren können von diesen Beispielen, wenn du mich fragst, eine Menge lernen. Einerseits und vermutlich das Wichtigste: Über lange Zeiträume neigen breite Märkte dazu, trotz Crash oder Korrektur eine positive Performance zu erzielen. Ja, sogar eine Rendite. Seit dem Platzen der Dotcom-Blase und dem schlechtesten Zeitpunkt, um Aktien zu kaufen, läge die Rendite zwar bei lediglich 77 %. Aber selbst für Pechvögel, die dabeigeblieben sind, ist das alles andere als verkehrt.

Andererseits auch, dass Buy-and-Hold Verluste wieder ausgleichen kann. Sowie dass die Börsen langfristig dazu neigen, konsequent zu steigen. Der DAX ist zwar ein Performanceindex und die Dividenden werden mitberücksichtigt. Trotzdem sind auch sie Teil der Rendite. Entsprechend wird die Aussagekraft dadurch nicht verringert.

Selbst zu einem schlechtesten Zeitpunkt Aktien zu kaufen mag daher die Renditen minimieren. Allerdings besteht langfristig trotzdem die Aussicht auf positive Renditen. Das Risiko, zum schlechtesten Zeitpunkt Aktien zu kaufen, kannst du außerdem minimieren, indem du die Zeitpunkte deiner Investitionen diversifizierst.

The post Die schlechtesten Zeitpunkte, um Aktien zu kaufen appeared first on The Motley Fool Deutschland.

Buffetts Mega-Milliardenwetten zum Nachahmen

Bis zu 130 Mrd. US-Dollar investiert Investorenlegende Warren Buffett in nur ein einziges Unternehmen. Das zeugt von riesigem Vertrauen in das Zukunftspotential.

Buffett hat so einige Mega-Milliardeninvestments in seinem Portfolio. Wir haben sie näher analysiert, und angesehen, inwieweit sie sich zum Nachahmen eignen.

Du kannst alle Details und unsere Tipps dazu erfahren, indem du unseren kostenlosen Spezialreport hier anforderst.

Mehr Lesen

Motley Fool Deutschland 2021

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.



Diesen Artikel teilen

The Motley Fool GmbH – Disclaimer für Anlageempfehlungen

Disclaimer für The Motley Fool GmbH Research Publikationen Hinweis: Auf diesen Seiten findest du Rechtshinweise und die Veröffentlichungen gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR (Marktmissbrauchsverordnung (EU) Nr. 596/2014) für alle Wertpapieranalysen und Empfehlungen von The Motley Fool GmbH („The Fool“ nachher) bezüglich aller Unternehmen, die gegenwärtig von dieser beobachtet wird.

Diese Seiten wurden zuletzt am 18. Apr 2017 aktualisiert.

Rechtshinweis / Disclaimer Die Anlageempfehlungen von The Fool enthalten ausgewählte Informationen und erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Die Analysen stützen sich auf allgemein zugängliche Informationen und Daten („die Information“), die als zuverlässig gelten. The Fool hat die Information jedoch nicht auf ihre Richtigkeit oder Vollständigkeit geprüft und übernimmt für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Information keine Haftung. Etwaige unvollständige oder unrichtige Informationen begründen keine Haftung von The Fool für Schäden gleich welcher Art, und The Fool haftet nicht für indirekte und/oder direkte Schäden und/oder Folgeschäden. Insbesondere übernimmt The Fool keine Haftung für in diesen Analysen enthaltene Aussagen, Planungen oder sonstige Einzelheiten bezüglich der untersuchten Unternehmen, deren verbundener Unternehmen, Strategien, konjunkturelle, Marktund/oder Wettbewerbslage, gesetzlicher Rahmenbedingungen usw. Obwohl die Analysen mit aller Sorgfalt zusammengestellt werden, können Fehler oder Unvollständigkeiten nicht ausgeschlossen werden. The Fool, deren Anteilseigner und Angestellte übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Aussagen, Einschätzungen, Empfehlungen oder Schlüsse, die aus in den Analysen enthaltenen Informationen abgeleitet werden. Sollten wesentliche Angaben unterlassen worden sein, haften The Fool für einfache Fahrlässigkeit. Der Höhe nach ist die Haftung von The Fool auf Ersatz von typischen und vorhersehbaren Schäden begrenzt. Die Anlageempfehlungen stellen weder ein Angebot noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers dar. Es ist möglich, dass Gesellschafter, Geschäftsleitung oder Angestellte von The Fool in verantwortlicher Stellung, z.B. als Mitglied des Aufsichtsrats, in den in Analysen genannten Gesellschaften tätig sind, oder eine Investitionsposition darin haben. Die in Anlageempfehlungen enthaltenen Meinungen können ohne Ankündigung geändert werden. Alle Rechte vorbehalten.

Zusätzliche Informationen für Kunden in den USA Die Anlageempfehlungen sind ein Produkt von The Fool. The Fool ist der Arbeitgeber oder Auftraggeber des jeweiligen Research Analysten, der den Report erstellt hat. Der Research Analyst ist keine mit einem US regulierten Broker-Dealer verbundene Person und unterliegt damit auch nicht der Aufsicht eines US regulierten Broker-Dealer.

Erklärung gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR sowie Delegierter Verordnung (EU) Nr. 2016/958 („DelVO“) Bewertung Die Bewertung, die der Anlageempfehlung für das hier analysierte Unternehmen zugrunde liegt, stützt sich auf allgemein anerkannte und weit verbreitete Methoden der fundamentalen Analyse, wie z.B. Discounted Cash Flow (DCF)-Modell, Terminal Multiple Bewertung, Peer-Gruppen-Vergleich, „Sum of the parts“ Modell oder ein ähnliche, häufige und weit verbreitete fundementale Bewertungsmethode.

Das Ergebnis dieser fundamentalen Bewertung wird als Basis der Empfehlung benutzt, obwohl es auch von der Einschätzung des Analysten bezüglich möglichen Industrieveränderungen, alternativen möglichen Zukünfte, Unternehmensstrategienergebnisse, Wettbewerbsdruck, usw. angepasst. Die letztendliche Meinung des Analysten sollte nicht als einzigen Punkt von Modell betrachtet, sondern eher die überlegt am wahrscheinlichsten Ergebniss der vielen möglichen zukünftigen Auswirkungen.

Unabhängig von der verwendeten Bewertungsmethode besteht das Risiko, dass das Investitionsergebnis nicht erreicht wird, z.B. aufgrund unvorhergesehener Veränderungen der Nachfrage nach den Produkten des Unternehmens, Änderungen des Managements, der Technologie, der konjunkturellen Entwicklung, der Zinsentwicklung, der operativen und/oder Materialkosten, des Wettbewerbsdrucks, des Aufsichtsrechts, des Wechselkurses, der Besteuerung, usw. Bei Anlagen in ausländischen Märkten und Instrumenten gibt es weitere Risiken, etwa aufgrund von Wechselkursänderungen oder Änderungen der politischen und sozialen Bedingungen.

Diese Analyse reflektiert die Meinung des jeweiligen Verfassers zum Zeitpunkt ihrer Erstellung. Eine Änderung der der Bewertung zugrundeliegenden fundamentalen Faktoren kann nachträglich dazu führen, dass die Bewertung nicht mehr zutreffend ist. Ob und in welchem zeitlichen Abstand eine Aktualisierung dieser Ausarbeitung erfolgt, ist vorab nicht festgelegt worden.

Es wurden zusätzliche interne und organisatorische Vorkehrungen zur Prävention oder Behandlung von Interessenkonflikten getroffen.

Die Ergebnisse der Analysen, sowie die Meinungen der Analysten, sind nicht vor der Veröffentlichung zu den analysierten Unternehmen offengelegt.

Alle Preise von Finanzinstrumenten, die in dieser Finanzanalyse angegeben werden, sind Schlusskurse des dem jeweiligen ausgewiesenen Veröffentlichungsdatums vorangegangen Börsenhandelstages, soweit nicht ausdrücklich ein anderer Zeitpunkt genannt wird.

Bedeutung der präsentierten Anlageempfehlungen Anlageempfehlung: Erwartete Entwicklung des Preises des Finanzinstruments bis zum angegebenen Kursziel, nach Meinung des dieses Finanzinstrument betreuenden Analysten.

Kauf: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren mehr als den passenden Index steigen wird. Halten: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren entweder weniger als den passenden Index steigen wird, oder stabil bleiben wird. Verkaufen:Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren fallen wird.

Handelsregeln und Offenlegungen von Analysten und Dritten in Verbindung mit der Motley Fool GmbH Wenn ein Analyst von Motley Fool über eine Aktie schreibt, von der er oder sie selbst eine Position besitzt oder davon anderweitig profitiert, dann wird dieser Umstand am Ende eines Artikels oder Berichts erwähnt.

Wir haben Aktienempfehlung in unseren kostenpflichtigen Newslettern und wir legen auch diese Empfehlungen offen, wenn wir darüber auf unserer kostenlos zugänglichen Website schreiben (Fool.de). Um unseren zahlenden Mitgliedern gegenüber fair zu bleiben, legen wir diese Empfehlungen mindestens 30 Tage ab der ersten Veröffentlichung der Empfehlung nicht in unserem kostenlosen Content offen. Nach dieser Frist von 30 Tagen werden wir auch diese Empfehlungen offen legen.

Das amerikanische Mutterunternehmen, The Motley Fool, LLC (kurz als „Fool US“ bezeichnet) kann auch Positionen von den Wertpapieren haben, die in unseren Artikeln erwähnt werden. Da wir kein nicht-öffentliches Wissen bezüglich der Positionen unseres Mutterunternehmens haben, werden die Positionen von Fool US auch nicht in unserem kostenlosen oder Premium-Content veröffentlicht. Fool US hat seine eigene Offenlegungsrichtlinien.

Zusätzlich zu den oben erwähnten Anforderungen unterliegen wir unter zusätzlichen Handelsbeschränkungen und Richtlinien. Diese Beschränkungen verlangen, dass die Angestellten von Motley Fool:

- jede Aktie, die sie besitzen mindestens 10 volle Handelstage besitzen müssen. (Daytrading ist nicht zugelassen – als ob wir das überhaupt wollten!) - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen. - unsere Compliance-Abteilung informieren müssen, wenn sie eine Aktie kaufen oder verkaufen, egal ob sie darüber geschrieben haben oder nicht.

Wir arbeiten auch mit freiberuflichen Autoren, die:

- jede Aktie, die sie besitzen und über die sie bei Motley Fool schreiben, mindestens 10 volle Handelstage halten müssen. - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen.
Wertpapier



1 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Kommentare

Avatar
13.02.21 14:19:26
Klein-Fritzchen mit Plüschohr hätte es auch nicht besser formulieren können. Zur Verbreitung von Allgemeinplätzen muss man offenbar kein Finanzfachmann (gn) sein. Ganz konkret: für die richtige Aktie gibt es keinen falschen Zeitpunkt zum Einstieg. Umgekehrt wird ein Schuh draus. Für die falsche Aktie gibt es nie einen richtigen Zeitpunkt ...👋

Disclaimer

Die schlechtesten Zeitpunkte, um Aktien zu kaufen Stell dir mal vor, du würdest zum schlechtesten Zeitpunkt Aktien kaufen. Oder zu mehreren schlechtesten Zeitpunkten. Das klingt wenig verlockend, nicht wahr? Möglicherweise ist diese Frage jetzt jedoch relevanter denn je. Immerhin finden wir unseren …

Community

Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel