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Russland im Aufruhr Risiko oder Chance?

Ein Land zurück zur stalinistischen Diktatur oder im Aufbruch? Im August letzten Jahres wurde Alexei Nawalny durch das Nervengift Nowitschok vergiftet und konnte mit Mühe durch deutsche Ärzte gerettet werden. Nach seiner

Ein Land zurück zur stalinistischen Diktatur oder im Aufbruch? Im August letzten Jahres wurde Alexei Nawalny durch das Nervengift Nowitschok vergiftet und konnte mit Mühe durch deutsche Ärzte gerettet werden. Nach seiner Rückkehr nach Moskau wurde er umgehend verhaftet nunmehr zu über drei Jahren Haft verurteilt. Der Grund: er hat seine Bewährungsauflagen, sich regelmäßig bei den Behörden zu melden, nicht eingehalten. Wie es jemand schaffen soll, der im Koma liegt, ist unergründlich.

Zwar gab es bereits landesweite Demonstrationen gegen seine Verhaftung, aber die Unzufriedenheit im Volk gegen offensichtliche Korruption im Regierungsapparat richtet sich mittlerweile direkt gegen Putin. Bislang werden jegliche Demonstrationen brutal niedergeknüppelt, verbunden von tausenden von Verhaftungen.

Die Kapitalmärkte reagieren bereits seit Monaten in Form einer deutlichen Underperformance. Sollten sich die Proteste verstärken und das brutale Vorgehen der Sicherheitskräfte anhalten, ist davon auszugehen, dass die bisher bestehenden recht überschaubaren Sanktionen erheblich ausgeweitet werden. Sowohl Joe Biden als auch die europäische Union verstärken bereits den politischen Druck, erst recht nachdem nun auch noch Diplomaten ausgewiesen wurden. Fraglich ist allerdings, ob sich die Regierung unter Leitung von Putin davon beeindrucken lässt. Nur wenn ein Großteil der Bevölkerung auf die Straße gehen sollte, wonach es derzeit allerdings nicht aussieht, könnte es einen politischen Wandel und einen demokratischen Neuanfang geben.

Trotz günstiger Bewertungen könnten die Kurse russischer Aktien kurzfristig unter Druck geraten, da internationale Investoren kalte Füße bekommen könnten. Vor allem Unternehmen, an denen der russische Staat beteiligt ist oder erheblichen Einfluss ausübt, könnten sanktioniert werden und deren Aktienkurse könnten deutlich fallen. Dies können Großbanken und große Rohstoffförderer sein, wie beispielweise Sberbank oder Gazprom.

Dagegen kommt die Welt ohne russische Rohstoffe langfristig nicht aus, egal ob es Erdgas, Rohöl oder wichtige Industriemetalle sind. Dies hat sich bereits über Jahrzehnte im „Kalten Krieg“ gezeigt. Somit könnte es aufgrund der sehr niedrigen Unternehmensbewertungen langfristig überaus interessant sein in russische Aktien zu investieren. Ein Beispiel dafür könnte der Technologiekonzern YANDEX sein, die auch an der NASDAQ notieren.

Einen Blick wert könnten auch in russischen Rubel notierende Anleihen sein. Schließlich sind die ökonomischen Daten des Landes im Vergleich zu anderen Staaten attraktiv, so dass die politische Risikoprämie bei den Zinsen langfristig interessant erscheint. Bei Ängsten gegenüber russischen Schuldnern bieten sich alternativ supranationale Schuldner mit bestem Rating an.

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Gastautor: Uwe Eilers
14.02.2021, 11:57  |  698   |   |   

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Russland im Aufruhr Risiko oder Chance? Ein Land zurück zur stalinistischen Diktatur oder im Aufbruch? Im August letzten Jahres wurde Alexei Nawalny durch das Nervengift Nowitschok vergiftet und konnte mit Mühe durch deutsche Ärzte gerettet werden. Nach seiner Rückkehr nach Moskau wurde er umgehend verhaftet nunmehr zu über drei Jahren Haft verurteilt. Der Grund: er hat seine Bewährungsauflagen, sich regelmäßig bei den Behörden zu melden, nicht eingehalten. Wie es jemand schaffen soll, der im Koma liegt, ist unergründlich.