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ROUNDUP 4 Thyssenkrupp hält am Stahl fest - keine Einigung über Verkaufspreis

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
18.02.2021, 17:47  |  143   |   |   

(neu: Aussagen Liberty-Chef Sanjeev Gupta im "Handelsblatt", Zitat Gesamtbetriebsratsvorsitzender Thyssenkrupp Steel Tekin Nasikkol, Schlusskurs)

ESSEN (dpa-AFX) - Thyssenkrupp hat den Abschied vom Stahl abgeblasen - zumindest vorerst. Nach dem Ende der Gespräche über einen Verkauf der Stahlsparte an den Konkurrenten Liberty Steel will der Essener Industriekonzern seinen Traditionskern jetzt im Alleingang sanieren. Thyssenkrupp und Liberty waren sich nicht über den Kaufpreis für das riesige Stahlwerk in Duisburg und die anderen Standorte einig geworden. Deshalb hatten die Essener die Gespräche am Mittwochabend abgebrochen.

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Die Aktie büßte auf die Nachricht hin ein und beendete den Handel mit einem Minus von knapp 5 Prozent.

Die IG Metall begrüßte die Verkaufsabsage. "Es ist gut, dass in Sachen Liberty Steel Klarheit herrscht", sagte der NRW-Bezirksleiter der Gewerkschaft, Knut Giesler, am Donnerstag. Für die noch rund 24 000 Mitarbeiter der Nummer zwei auf dem europäischen Stahlmarkt dürfte das nicht nur eine gute Nachricht sein. Denn Thyssenkrupp-Finanzvorstand Klaus Keysberg forderte in einem Informationsschreiben an die Stahlarbeiter: "Die Kosten beim Stahl müssen runter - und zwar signifikant."

Bisher hat das Unternehmen mit den Arbeitnehmervertretern den sozialverträglichen Abbau von 3000 Stellen vereinbart. Dass es nicht dabei bleiben könne, machen die Thyssenkrupp-Manager seit Tagen deutlich. "Wir stehen vor Riesenherausforderungen, die uns allen viel abverlangen werden", betonte Keysberg. Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Thyssenkrupp Steel, Tekin Nasikkol, warnte davor, an der vereinbarten Beschäftigungssicherung zu rütteln. Wer das tue, "der überschreitet unsere rote Linie".

Überkapazitäten auf dem Weltmarkt, Umsatzeinbrüche durch Corona - und ein immens teurer Umbau der Produktion für den Klimaschutz: Thyssenkrupp steht wie die gesamte europäische Stahlindustrie erheblich unter Druck. Deshalb verhandeln die Unternehmen seit langem und immer wieder über Fusionen und Kooperationen.

Vor zwei Jahren hatte die EU mit aus Sicht von Thyssenkrupp zu hohen Auflagen die bereits vereinbarte Fusion der Essener mit dem Konkurrenten Tata Steel gestoppt. Vor wenigen Wochen platzen die Gespräche zwischen dem schwedischen Stahlkonzern SSAB und Tata über den Verkauf des Tata-Werks in den Niederlanden. Nachdem Liberty nicht im Ruhrgebiet zum Zuge kommen soll, könnte das Gesprächskarussell im europäischen Stahl neuen Schwung aufnehmen.


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