Tesla Manches ist einfach nur überteuert

20.02.2021, 17:18  |  870   |   |   

​​​​​​​Die meisten Aktien haben seit dem Corona-Crash im März letzten Jahres eine ordentliche Erholung hingelegt. Vieles, was mit Digitalisierung zu tun hat, wurde sogar auf Allzeithochs gepusht.

Tesla zum Beispiel: In 2019 kosteten die Papiere des Elektroautopioniers zeitweise unter 40 US-Dollar, jüngst waren es fast 900 US-Dollar. Mit einem Börsenwert von 780 Milliarden Dollar ist der von Elon Musk geführte Konzern mehr wert als die weltweit nächstgrößeren Autobauer Toyota, Volkswagen, Nio, BYD, Daimler, General Motors, BMW, Great Wall Motor und Honda zusammen. Um diese Börsenbewertung zu rechtfertigen, müsste Tesla eines Tages mehr als die Hälfte aller weltweit verkauften Autos produzieren und gewinnbringend verkaufen - selbst dann wäre die Aktie nicht preiswert.

Es bedarf keiner spektakulären Meldungen mehr, damit die Kurse steigen. Auch dass Tesla es nicht mit Autos, sondern mit verkauften CO2-Zertifikaten schafft, schwarze Zahlen zu bilanzieren, interessiert offenbar wenig. Stattdessen kaufen Anleger in der Erwartung, dass immer noch mehr Investoren auf die Gewinneraktie setzen. Allein 2020 gewann der Hersteller von Elektroautos mehr als eine halbe Billion Euro an Börsenwert hinzu. Das gab es noch nie. Tesla ist ein Extrembeispiel, aber es gibt noch mehr solcher Aktien: Ballard Power hat sich binnen eines Jahres fast verfünffacht, ITM Power ist 10-mal mehr wert und Plug Power sogar das 20-fache. Diese Firmen versuchen sich an der Wasserstofftechnik. Gewinne? Weitgehend Fehlanzeige! Auch hier zählt nur die Spekulation darauf, dass andere Anleger aufspringen und den Kurs weiter treiben.

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Mancher Investor fühlt sich an den Neuen Markt und die Dotcom-Blase um die Jahrtausendwende erinnert. Im Gegensatz zu damals mag das aktuell niedrige Zinsniveau eine hohe Bewertung bei Tech-Titeln rechtfertigen. Rein mathematisch fällt der Abzinsungsfaktor zukünftiger Gewinne bei Nullzinsen deutlich niedriger aus, was den Unternehmenswert in der Gegenwart massiv erhöht. Weil Anleger dies bei Unternehmen mit langfristig interessanten Wachstumsaussichten einfach heute schon einpreisen, sind die Kurse von Technologieaktien spektakulär in die Höhe geschossen. Die Parallelen zwischen der aktuellen Tech-Hausse und der Dotcom-Blase halten sich somit in Grenzen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass es keine Absturzrisiken gäbe. Denn auf der Hausse-Welle schwimmen auch Kandidaten mit, die mehr von der Phantasie und dem Optimismus der Anleger leben als von nachhaltigen Geschäftszahlen. Enttäuschende Geschäftsentwicklungen werden fast zwangsläufig zu überproportional starken Bewertungsrückgängen und damit stark fallenden Aktienkursen führen. Viele Next-Generation-Aktien sind einfach viel zu hoch bewertet. Langfristig kehren Aktienkurse jedoch zur Normalität zurück. Das heißt, sie steigen nur so viel, wie die Unternehmensgewinne steigen. Erscheinen die Perspektiven bei einer anderen Firma besser, deren Kurs weniger oder nicht gestiegen ist, wird auf Dauer dieser Anteilsschein mehr zulegen - und nicht der stark gestiegene mit schlechteren Perspektiven.

Die Betonung liegt „auf Dauer“. Übertreibungsphasen an der Börse gibt es immer wieder. Gemeinsam ist allen Euphorie-Phasen der anschließende Absturz. Extrem niedrige Zinsen und das viele billige Geld mögen diesen zweiten Teil der Börsengeschichte hinauszögern. Doch dass sich einzelne Branchen wie Wasserstoff oder die Aktie eines Unternehmens wie Tesla dauerhaft den Gesetzmäßigkeiten an der Börse entzieht, sollte niemand erwarten. Am Ende gilt es, rechtzeitig aus überteuerten Aktien herauszukommen. Dies wird nicht allen gelingen. Denn verkaufen alle gleichzeitig, dann bricht der Kurs so dramatisch ein, dass niemand glimpflich davonkommt.

Unsere Einschätzung: An Technologiewerten kommt man heute nicht mehr vorbei. Dennoch sollte man bewusst eine Balance zwischen Unternehmen mit Wachstumsperspektiven, aber vergleichsweise hoher Bewertung, und Firmen mit widerstandsfähigen Erträgen und bescheidenerem Wachstumspotenzial, die dafür vernünftig bepreist sind, halten.

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Tesla Manches ist einfach nur überteuert ​​​​​​​Die meisten Aktien haben seit dem Corona-Crash im März letzten Jahres eine ordentliche Erholung hingelegt. Vieles, was mit Digitalisierung zu tun hat, wurde sogar auf Allzeithochs gepusht. Und dann gibt es noch einige Highflyer, die einfach den Vogel abgeschossen haben.

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