ifo Institut und immowelt Berliner Mietendeckel spaltet den Markt - Bestandsimmobilien 4% günstiger, Neubauten 17% teurer

Nachrichtenagentur: news aktuell
23.02.2021, 11:30  |  138   |   |   

Nürnberg (ots) - Eine gemeinsame Analyse des ifo Institutes und immowelt
anlässlich des einjährigen Bestehens des Berliner Mietendeckels zeigt:

- Angebotsmieten von Wohnungen, die vom Mietendeckel erfasst werden, gehen seit
der Ankündigung des Gesetzes um 4 Prozent zurück
- Nicht regulierte Mieten von Neubauten (Baujahr ab 2014) steigen hingegen um 17
Prozent
- Anzahl an Mietangeboten der vom Mietendeckel betroffenen Immobilien sinkt,
Kaufangebote steigen
- 80 Prozent der regulierten Angebotsmieten liegen nach wie vor oberhalb der
zulässigen Höchstmieten
- Auswirkungen auf Immobilienkauf: unterschiedliche Entwicklung von Bestand- und
Neubauwohnungen

Vor einem Jahr ist in Berlin der Mietendeckel in Kraft getreten. Die
Auswirkungen sind deutlich zu spüren: Vom 1. Quartal 2019, also vor Ankündigung
des Gesetzes, bis Mitte Februar dieses Jahres sind die Angebotsmieten für vom
Mietendeckel betroffene Wohnungen durchschnittlich um 4 Prozent gesunken. Die
nicht regulierten Mieten (Neubauten ab 2014) sind dagegen im gleichen Zeitraum
um 17 Prozent angestiegen. Das zeigt eine gemeinsame Analyse des ifo Instituts
und immowelt. Die stark unterschiedlichen Entwicklungen zwischen regulierten und
nicht regulierten Wohnungen führt zunehmend zu einer Zweiteilung des Berliner
Immobilienmarktes. Zudem sinkt durch die preisliche Regulierung der Anreiz, in
die Aufwertung von Bestandsimmobilien zu investieren.

Im Vergleich mit den 13 anderen deutschen Großstädten über 500.000 Einwohner
verdeutlicht sich der Einfluss des Mietendeckels: In den nächstgrößeren Städten
steigen die Mieten im regulierten Segment deutlich stärker als in Berlin. Ein
komplett gegensätzliches Bild zeigt sich im unregulierten Markt: Hier haben sich
die Mieten in Berlin stärker erhöht als die der anderen Großstädte.

Weniger Mietangebote, mehr Kaufangebote

Eine weitere Folge des Mietendeckels ist die sinkende Zahl von Mietanzeigen
regulierter Bestandswohnungen. Bereits seit der Ankündigung des Mietendeckels im
Juni 2019 ist die Anzahl der Mietangebote rückläufig. Dass es sich um keinen
deutschlandweiten Trend handelt, zeigt auch hier der Vergleich mit den anderen
Großstädten, wo die Angebotszahl in den vergangenen 1,5 Jahren anstieg. Ein
anderes Bild zeigt sich bei den Kaufanzeigen im regulierten Segment: Diese haben
in Berlin besonders im Laufe des vergangenen Jahres einen großen Sprung nach
oben gemacht.

"Unsere Analyse zeigt deutlich die Schwächen des Mietendeckels auf: Anstatt für
neuen Wohnraum zu sorgen, werden Wohnungen dem Mietmarkt entzogen. Für viele
Eigentümer ist die Vermietung nicht mehr rentabel, da sie auf einkalkulierte
Mieteinnahmen verzichten müssen. Durch das schrumpfende Angebot wird die
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