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ROUNDUP 4 Zeitenwechsel beim ZDF - Intendant Thomas Bellut hört 2022 auf

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
02.03.2021, 17:48  |  114   |   |   

(neu: Malu Dreyer)

MAINZ (dpa-AFX) - An der Spitze des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF) gibt es im kommenden Jahr einen Wechsel. Nach dann zehn Jahren im Amt wird Intendant Thomas Bellut im März 2022 aufhören. Wenige Tage vor seinem 66. Geburtstag gab der Journalist und Manager am Dienstag bekannt, dass er sich nicht mehr um eine dritte Amtszeit bewerben werde. Bellut prägt seit Jahrzehnten den öffentlich-rechtlichen Sender mit Hauptsitz in Mainz und repräsentiert ihn nach außen. Er hinterlässt ein gut aufgestelltes Haus mit vielen Chancen inmitten großer Unwägbarkeiten.

Der 65-Jährige steht seit März 2012 an der Spitze des ZDF mit rund 3500 fest angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Bellut sagte: "Die kommenden 12 Monate bieten noch zahlreiche Herausforderungen: Corona, Digitalisierung, die Finanzausstattung des ZDF, die Wahlberichterstattung, um nur einige zu nennen. Am 15. März 2022 ist es dann nach 40 spannenden Jahren im Mediengeschäft Zeit für einen neuen Lebensabschnitt."

Vor allem die Finanzplanungen für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland sind aktuell ungewiss geworden, weil die angedachte Erhöhung des Rundfunkbeitrags von monatlich 17,50 Euro auf 18,36 Euro zum 1. Januar 2021 vor Wochen von Sachsen-Anhalt blockiert worden war. Das Plus von 86 Cent hatte eine unabhängige Kommission, die die Finanzen der Sender prüft, empfohlen. Alle anderen Bundesländer tragen die Empfehlung mit - durch die Blockade aus Magdeburg konnte der Staatsvertrag aber nicht in Kraft treten.

ARD, ZDF und Deutschlandradio klagten vor dem Bundesverfassungsgericht. Im Hauptverfahren gibt es noch keine Entscheidung. Es könnte in diesem Jahr ein Urteil geben. Der Rundfunkbeitrag ist die Haupteinnahmequelle für ARD, ZDF und Deutschlandradio.

Die Sender hatten die Erhöhung schon eingerechnet in ihre Haushaltspläne. Bellut machte unlängst für das ZDF klar: "Wir versuchen alles, um 2021 ohne Auswirkungen auf das Programm zu überbrücken, ab 2022 würde sich das ändern." Durch die nicht erfolgte Erhöhung fehlen dem ZDF jährlich rund 150 Millionen Euro. Auf den Sender entfallen vom aktuellen Rundfunkbeitrag in Höhe von 17,50 Euro 4,36 Euro. Insgesamt kommen jährlich für den gesamten öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland rund acht Milliarden Euro Erträge aus dem Rundfunkbeitrag zusammen. Nach Mainz fließen davon gut zwei Milliarden Euro.


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