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Warum wir keine Corona-Stufenpläne brauchen - Wir brauchen mehr Pragmatiker wie Palmer, Madsen und Kurz

Gastautor: Rainer Zitelmann
03.03.2021, 08:08  |  2037   |   |   

Jeden Tag wird von einem deutschen Politiker gefordert, wir bräuchten endlich Pläne, Stufenpläne, Konzepte usw. In Wahrheit brauchen wir etwas ganz anderes.

Gestern bei Markus Lanz: Die anwesenden Gäste übertrafen sich darin, „Pläne“ im Kampf gegen Corona zu fordern. Darin waren sich alle einig, von dem unvermeidlichen Virologen (diesmal Professor Timo Ulrichs), der für mehr Planwirtschaft im Gesundheitssystem plädierte über die unvermeidliche Ethikrätin (diesmal die Theologin Petra Bahr). Und auch Alexander Graf Lambsdorff von der FDP forderte vehement Stufenpläne gegen Corona. Markus Lanz nickte stets zustimmend.

Erinnern Sie sich? Vor einigen Wochen forderten alle noch „Gipfel“ gegen Corona, die dann auch endlich wie gewünscht stattfanden: Impfgipfel, Wirtschaftsgipfel – weitere sollen folgen. Geholfen hat keiner dieser Gipfel.

Seit Monaten werden mit Begeisterung in verschiedenen Bundesländern – z.B. in Schleswig-Holstein und in Niedersachsen – detaillierte Stufenpläne ausgearbeitet, auch die FDP hat einen entworfen. Ich zitierte sonst nicht Bertolt Brecht – außer ihn zu kritisieren – aber da fällt mir doch seine treffende „Ballade von der Unzulänglichkeit menschlichen Planens“ ein:

„Ja, mach nur einen Plan!
Sei nur ein großes Licht!
Und mach dann noch’nen zweiten Plan
Gehn tun sie beide nicht.“

Wir brauchen Pragmatiker

Nein, was wir brauchen sind keine Pläne, sondern das Gegenteil. Wir brauchen Leute, die pragmatisch zupacken so wie etwa der Grüne Boris Palmer in Tübingen, der parteilose Bürgermeister Claus Ruhe Madsen in Rostock oder zuletzt die Pragmatiker in der Stadt Krefeld, die bestehende Impfpläne einfach ignorierten, weil hunderttausende Impfdosen von Astrazeneca drohten, zum Ladenhüter zu werden. Oder Leute wie den österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz, der die in Deutschland zur Staatsreligion erklärte „Europäische Lösung“ ignoriert und morgen zusammen mit der dänische Regierungschefin Mette Frederiksen in Israel mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit bei der Impfstoff-Versorgung schließen will. Kurz hat auch Fehler gemacht, aber er hat aus ihnen gelernt. Inzwischen werden in Österreich zehn Mal so viel Tests durchgeführt wie in Deutschland (übrigens oftmals mit in Deutschland entwickelten Tests) – während man hierzulande lange der Meinung war, es brauche eine dreijährige Ausbildung, um ein Wattestäbchen richtig in die Nase zu stecken.

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