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Alles zu seiner Zeit

Gastautor: Sven Weisenhaus
09.03.2021, 10:14  |  2596   |   |   

Sehr verehrte Leserinnen und Leser, als ich vor rund 30 Jahren meine ersten Börsengeschäfte begann, liefen diese noch über die Zweigstelle meiner Bank in einer Kreisstadt in Norddeutschland. Der Chef ....

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

als ich vor rund 30 Jahren meine ersten Börsengeschäfte begann, liefen diese noch über die Zweigstelle meiner Bank in einer Kreisstadt in Norddeutschland. Der Chef der Ein-Mann-Anlageberatung der Filiale nahm mich unter seine Fittiche. Er riet mir von Aktien ab, da ich, wie er meinte, selbst langfristig problemlos 7,5 % Rendite mit Bundesanleihen einfahren könnte. – Wenn Sie sich von Ihrem Lachkrampf wieder erholt haben, verrate ich Ihnen, warum ich Ihnen diese alte Geschichte erzähle.

30 Jahre lang 7,5 % Rendite mit Anleihen? Ja!

Weil jede Zeit nicht nur ihre Kurse, Renditen und Konjunkturdaten hat, sondern auch die Berater, Analysten, Kommentatoren und Anleger, die darauf „geeicht“ sind. Damals stand der DAX zwischen 1.000-2.000 Punkten, das Wirtschaftswachstum der vergangenen 20 Jahre lag bei durchschnittlich 2,7 % (bis 2019 war es kaum die Hälfte) und die Renditen lagen tatsächlich bei 7,5 % - und zwar sowohl im Durchschnitt der zurückliegenden 10 als auch 30 Jahre!

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Der gute Mann, der damals wohl auch schon auf mindestens 30 Jahre Börsenerfahrung zurückblickte, hat also nur seine Erfahrung verallgemeinert. Er konnte sich sicherlich nicht vorstellen, dass es mal negative Zinsen gibt. Und hätte man ihm damals gesagt, dass die Anleiherendite die Dividendenrendite von unten erreicht, hätte er sicherlich nur ungläubig mit dem Kopf geschüttelt.

Warum das „Börsengedächtnis“ so kurz ist

Und das ist kein Einzelfall. Die Wall Street z.B. ist berüchtigt dafür, dass sie in guten Zeiten Heerscharen junger Absolventen von Eliteuniversitäten einstellt, nur um sie in der nächsten Krise wieder vor die Tür zu setzen. Das war vor bzw. nach dem Crash 1987 so, zur Zeit der Dotcom-Blase und in der Finanzkrise ebenfalls. Mit Einschränkungen ist dieses Gebaren auch hierzulande bei Banken und Fonds zu beobachten.

So kommt es, dass alle 5-10 Jahre eine neue Generation von Analysten und Beratern die Geldinstitute flutet. Anders als der in Ehren ergraute Anlageberater meiner Anfangszeit können diese Leute nur ein kurzes „Börsengedächtnis“ ausbilden. Kein Wunder also, dass diese Leute nun nervös werden, wenn die langfristigen Zinsen in den USA auf 1,6 % steigen.

Dieser beschränkte Erfahrungshorizont wichtiger Marktteilnehmer ist ein Grund für die aktuellen Turbulenzen an den Anleihe- und Aktienmärkten. Der andere ist, dass sich auch viele Anleger mit den Niedrig-, Null- und negativ Zinsen arrangiert haben, und angesichts des „starken“ Zinsanstiegs nervös werden. Hinzu kommen die Anleger, welche die Gunst der Niedrigzinsen genutzt haben, und in ihren Depots nicht nur Aktien und Anleihen, sondern auch hohe Wertpapierkredite angehäuft haben.

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