checkAd

BILD-Chef Reichelt beurlaubt – manche Vorwürfe sind absurd

Gastautor: Rainer Zitelmann
16.03.2021, 16:36  |  3118   |   |   

BILD-Chefredakteur Julian Reichelt ist vorübergehend beurlaubt – bis Vorwürfe gegen ihn geklärt sind. Manches, was ihm vorgeworfen wird, ist offenbar absurd.

Vergangene Woche hatte der „Spiegel“ zuerst über ein internes Verfahren gegen den Bild-Chefredakteur berichtet. „Rund ein halbes Dutzend Mitarbeiterinnen“ hätten Beschwerden gegen Reichelt vorgebracht, es gehe um Mobbing, Nötigung, Machtmissbrauch.

Ich habe die Kommentare von Reichelt oft sehr geschätzt. Er hatte keine Angst, sich mit den Mächtigen anzulegen – auch nicht mit Angela Merkel. Zuletzt hatte er deren Versagen in der Corona-Krise angeprangert und die „europäische Lösung“ bei der Impfstoffbeschaffung scharf kritisiert. Politische Korrektheit ist ein Fremdwort für ihn. Und das hat BILD sehr gut getan.

Naturgemäß ist es für einen Außenstehenden nicht möglich, alle Vorwürfe zu beurteilen – so etwa die „Me-too“-Vorwürfe, die in solchen Zusammenhängen ja schon üblich sind. Aber manche Vorwürfe sind so offenkundig absurd, dass man sie auch als Außenstehender beurteilen kann, und zwar deshalb, weil sie auch dann, wenn sie zuträfen, eine Freistellung niemals rechtfertigen könnten.

Die Medien-Fachzeitschrift HORIZONT schrieb: „Jeder konnte es in der kurz vor Weihnachten angelaufenen Amazon-Prime-Serie über Bild selbst verfolgen: Reichelt ist sehr direkt und impulsiv, sein Umgang mit Mitarbeitern oft sehr ruppig. Treffen kann sein Furor jüngere Kollegen ebenso wie ältere, Schwarze wie Weiße, Frauen wie Männer, und er macht auch vor Autoritäten nicht halt. Selbst bei Details kennt er kein Erbarmen. Sieht er sich im Recht, was meistens der Fall ist, redet er alle und jeden in Grund und Boden. Vor zehn oder zwanzig Jahren wäre ein solcher Umgangston nicht der Rede wert gewesen, erst recht nicht bei Bild. Redaktionen wurden autoritär und patriarchalisch geführt. Chefredakteure, die in Stresssituationen herumbrüllten, waren keine Seltenheit, manche warfen auch mal mit Gegenständen um sich, schmissen Redakteure hinaus, um sie am nächsten Tag wieder zu sich zu zitieren, oder schlossen Reporter ein, bis endlich der Text fertiggeschrieben war.“

Diesen Artikel teilen
Seite 1 von 4


ANZEIGE

Broker-Tipp*

Über Smartbroker, ein Partnerunternehmen der wallstreet:online AG, können Anleger ab null Euro pro Order Wertpapiere erwerben: Aktien, Anleihen, 18.000 Fonds ohne Ausgabeaufschlag, ETFs, Zertifikate und Optionsscheine. Beim Smartbroker fallen keine Depotgebühren an. Der Anmeldeprozess für ein Smartbroker-Depot dauert nur fünf Minuten.

Lesen Sie das Buch von Rainer Zitelmann*:

* Wir möchten unsere Leser ehrlich informieren und aufklären sowie zu mehr finanzieller Freiheit beitragen: Wenn Sie über unseren Smartbroker handeln oder auf einen Werbe-Link klicken, wird uns das vergütet.


ANZEIGE

 

 


0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

BILD-Chef Reichelt beurlaubt – manche Vorwürfe sind absurd BILD-Chefredakteur Julian Reichelt ist vorübergehend beurlaubt – bis Vorwürfe gegen ihn geklärt sind. Manches, was ihm vorgeworfen wird, ist offenbar absurd.



Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel
wallstreet:online KOSTENLOS AM PULS DER BÖRSE

Behalten Sie den Durchblick im Gebühren-Dschungel

Kostenlos & Exklusiv

Hiermit informieren wir Sie über die Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten durch die wallstreet:online AG und die Ihnen nach der Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) zustehenden Rechte. Zu den Informationen


(siehe https://www.wallstreet-online.de/newsletter)

Jetzt abonnieren