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Abgasskandal Wohnmobil-Branche im Abgasskandal: Landgericht Koblenz verurteilt Fiat

16.03.2021, 08:15  |  1826   |   |   

Das Landgericht Koblenz hat die Fiat Chrysler Automobiles (FCA) wegen Abgasmanipulationen zu Schadensersatz verurteilt. Betroffene können sich jetzt wehren!

Der Abgasskandal erfasst jetzt auch die Wohn- und Reisemobil-Branche: Bei zahlreichen Wohnmobilen besteht der Verdacht, dass ihre Abgaswerte mit illegalen Abschalteinrichtungen manipuliert wurden. Jetzt ist Fiat Chrysler Automobiles (FCA) vom Landgericht (LG) Koblenz zum ersten Mal in Deutschland zu Schadensersatz wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung zu Schadensersatz verurteilt worden (Az. 12 O 316/20). In dem Fall geht es um ein Fiat-Wohnmobil mit dem Dieselmotor Multijet mit einem Hubraum von 2,2 Litern und der Abgasnorm Euro 6.

Kläger erhält 52.484,12 Euro Schadensersatz

Der Kläger hatte das Fiat-Wohnmobil-Modell Roller team Zefiro 266TL Fiat Ducato 2 PS im Mai 2017 gekauft und erfahren, dass der darin verbaute Dieselmotor die vorgeschriebene Abgasnachbehandlung etwa 22 Minuten nach dem Motorstart abschaltet. Dadurch scheint es in der Prüfsituation so, als hielte das Fahrzeug den vorgeschriebenen Grenzwert für Stickoxide ein, während die Grenzwerte im Straßenbetrieb massiv überschritten werden.

Das Landgericht Koblenz hat den FCA-Konzern mit einem Versäumnisurteil vom 1. März 2021 zu Schadensersatz in Höhe von rund 52.484 Euro plus Zinsen verurteilt. Fiat hatte sich nicht zu den Vorwürfen geäußert, deshalb folgten die Richter der Argumentation des Klägers. Wegen vorsätzlicher sittenwidrig Schädigung habe er Anspruch auf Schadenersatz nach § 826 BGB. Grundlage für die Berechnung war eine Nutzungsdauer von 25 Jahren.

Stickoxidwerte auf der Straße beträchtlich überschritten

Das LG Koblenz geht davon aus, dass das reale Abgas-Emissionsverhalten (RDE) insgesamt das 9- bis 15-Fache beträgt und somit die Grenzwerte, die bei 80 Milligramm pro Kilometer liegen, beträchtlich übersteigt. „Im streitgegenständlichen Fahrzeug ist ein Manipulationssystem verbaut, welches zur Folge hat, dass das System nur auf dem Prüfungsstand ordnungsgemäß arbeitet, während die im Prüfungsstand erzielten Stickoxidwerte im Realbetrieb massiv überschritten werden“, so die Richter.

Fiat Chrysler Automobiles (FCA) und der Schwesterkonzern CNH Industrial mit der Marke Iveco sollen bei zahlreichen Wohnmobilen, Transportern und Diesel-Pkw die Abgassteuerung manipuliert haben. So hatte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) festgestellt, dass zwei Fiat-Wohnmobile mit der Abgasnorm Euro 5 die Grenzwerte für giftige Stickoxide massiv übersteigen. Der Ducato 150 Multijet (Pilote G700G) hat laut DUH-Gutachten den erlaubten Stickoxidgrenzwert im Straßenbetrieb um den Faktor 6,9 überschritten, der Ducato 150 Multijet (Dethleffs T7150) sogar um den Faktor 9,9.

Verdacht auf unzulässige Abschalteinrichtungen bestätigt

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt war im Sommer 2020 dem Verdacht auf unzulässige Anschalteinrichtungen bei Fiat nachgegangen und hatte Büroräume von FCA in Deutschland, der Schweiz und Italien durchsuchen lassen. Unzulässige Abschalteinrichtungen sind offenbar in Dieselfahrzeugen der Marken Fiat, Alfa Romeo, Jeep und Iveco verbaut worden.

Das Urteil des LG Koblenz bestätigt den Verdacht, dass der Abgasskandal längst auch die Wohnmobil-Branche erreicht hat. Das Ausmaß des Betrugs dürfte beträchtlich sein, denn die Fahrgestelle und Motoren der Iveco-Wohnmobile werden auch von zahlreichen anderen Marken verbaut – darunter Biomobil, Carthago, Dopfer, Notin, Niesmann und Bischoff. Sehr wahrscheinlich halten also auch die Modelle dieser Hersteller die EU-Abgasnormen nicht ein.

Betrogene Wohnmobilbesitzer sollten jetzt Schadensersatz einklagen

Besitzen Sie ein vom Abgasskandal betroffenes Wohnmobil? Dann können Sie jetzt mit guten Aussichten auf Schadensersatz klagen. Das macht spätestens das aktuelle Urteil des LG Koblenz deutlich. Am 16. Januar 2021 ist aus der Fusion der Automobilkonzerne PSA und Fiat Chrysler Automobiles (FCA) die Automobilholding Stellantis N.V. entstanden, deshalb werden Schadensersatzklagen jetzt nicht mehr gegen Fiat Chrysler gerichtet, sondern gegen die Stellantis N.V.

Die Kanzlei VON RUEDEN vertritt im Abgasskandal bundesweit bereits über 14.000 Dieselfahrer gegen die Autohersteller. Unsere auf den Abgasskandal spezialisierten Anwälte beraten auch Sie gern individuell zu Ihren Ansprüchen und unterstützen Sie bei der Durchsetzung Ihrer Rechte. Nutzen Sie unsere kostenlose Erstberatung. Sie erreichen uns auch telefonisch unter der 030 – 200 590 770 und unter info@rueden.de. Wehren Sie sich gegen den Abgasbetrug! Wir unterstützen Sie dabei.

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