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Bitcoin - große Chance oder große Blase?

Gastautor: Rainer Zitelmann
21.03.2021, 18:42  |  6710   |   |   

Über das Thema Bitcoin – oder generell: „Kryptowährungen“ – wird meist mit großen Emotionen gestritten. Das macht mich bereits skeptisch. Große Emotionen sind bei Investitionen meistens schädlich.

Beim Bitcoin sind es mehr als nur Emotionen, manchmal hat man das Gefühl, dass fast mit religiöser Inbrunst argumentiert wird. Da scheint wenig Raum für Zwischentöne und nüchterne Analyse zu sein. Lassen Sie es mich dennoch versuchen.

Kritik am FIAT-Money

Befürworter des Bitcoin sind oft Kritiker des heute herrschenden Währungssystems, das sie mit „Papiergeldsystem“ oder auch „FIAT-Money“ bezeichnen. Mit „Fiat Money“ ist »stoffwertloses« Geld gemeint, bei dem ein rechtsverbindlicher Anspruch auf Eintausch gegen eine fest fixierte Menge Edelmetall fehlt. Dass die Kritik am „FIAT-Money“ heute überhaupt zu einem Thema wird, liegt an der Politik der Zentralbanken, die insbesondere seit der Finanzkrise immer abenteuerlicher wurde. Die Geldmenge ist seit etwa 2009 stark ausgeweitet worden, es wird immer mehr Geld gedruckt. Viele Staatsanleihen – z.B. in Deutschland – haben schon negative Zinsen, d.h. der Anleger bekommt nicht Geld vom Staat, sondern muss dem Staat Geld bezahlen, wenn er dessen Anleihen kauft. Kritiker befürchten, dies werde zu einer Inflation oder sogar zu einer Hyperinflation führen. Zwar ist die Inflationsrate in den letzten Monaten gestiegen, aber die große Inflation der Güterpreise ist ausgeblieben, obwohl seit 2008 davor gewarnt wird. Dafür ist jedoch eine Aufblähung der Preise für alle Asset-Klassen erfolgt, vor allem für Staatsanleihen und Immobilien, aber auch für Aktien. Kritiker dieser Politik fürchten zu Recht, dies werde kein gutes Ende nehmen. Manche kaufen daher Gold, um sich für den Fall einen Finanzcrahs abzusichern.

Hayeks Idee des privaten Geldes

Was hat das alles mit dem Bitcoin und „Kryptowährungen“ zu tun? Die Kritik am FIAT-Money ist nicht neu. Schon vor fast einem halben Jahrhundert hat der Ökonom und Nobelpreisträger Friedrich August von Hayek das Papiergeldsystem kritisiert und im Jahr 1975 in seinem Vortrag „Choice of Currency“ vorgeschlagen, das staatliche Geldmonopol abzuschaffen. Er warb dafür, dass jeder die Freiheit haben sollte, Güter anzubieten, die sich als Geld etablieren könnten. Es solle nicht mehr dem Staat vorbehalten werden, Geld zu schöpfen, sondern jedermann solle Geld anbieten dürfen. Im Wettbewerb würde sich, so wie das in der Marktwirtschaft üblich ist, der Bessere durchsetzen.

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