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Wieder Schadenersatz für T6-Bulli im VW-Dieselgate-2.0 EA288 mit vier Zylindern der Euro 6-Abgasnorm bleibt im Fokus! (FOTO)

Nachrichtenagentur: news aktuell
06.04.2021, 13:15  |  218   |   |   

Mönchengladbach (ots) - Nun hat auch das Landgericht Gießen einem geschädigten
Verbraucher Schadenersatz für die Abgasmanipulationen an einem VW T6 Multivan
2.0 TDI (Bulli) mit dem Euro 6-Dieselmotor EA288, dem Nachfolgemotor des
Schummeldiesels EA189 der ersten Generation, zugesprochen. Das neuerliche Urteil
zeigt, dass das VW-Dieselgate 2.0 noch am Anfang steht, während Dieselgate 1.0
zusätzlich auch noch lange nicht erledigt ist.

Das Landgericht Gießen (Urteil vom 25.03.2021, Az.: 5 O 450/20) hat dem
VW-Dieselgate 2.0 nochmals Schwung verliehen und die Volkswagen AG einmal mehr
für die Manipulationen an einem VW-T6 in Anspruch genommen. Das Landgericht hat
die Volkswagen AG dazu verurteilt, an den geschädigten Verbraucher für einen VW
T6 Multivan 2.0 TDI 4-Motion (Bulli) mit dem Motortyp EA288 und der Abgasnorm
Euro 6 den Betrag von 24.201,28 Euro als Schadenersatz zuzüglich Zinsen in Höhe
von fünf Prozent über dem Basiszinssatz seit dem 3. Dezember 2020 zu zahlen.
Ebenso wird festgestellt, dass die Volkswagen AG den Kläger von den durch die
Beauftragung der Prozessbevollmächtigten entstandenen Kosten der
außergerichtlichen Rechtsverfolgung in Höhe von 1242,83 Euro freistellen muss
und dass der Rechtsstreit in der Hauptsache in Höhe von 764,17 Euro erledigt
ist.

"Der geschädigte Verbraucher hatte den T6 Multivan am 25. April 2019 zum Preis
von 26.400 Euro gebraucht mit einer Laufleistung von 53.400 Kilometern gekauft.
Damit erhält der Kläger annähernd den Kaufpreis für sein Fahrzeug nach fast zwei
Jahren Nutzung zurück. Die Verurteilung erfolgt wegen vorsätzlicher
sittenwidriger Schädigung nach § 826 BGB", sagt der Mönchengladbacher
Rechtsanwalt Dr. Gerrit W. Hartung von der Dr. Hartung Rechtsanwaltsgesellschaft
mbH ( http://www.hartung-rechtsanwaelte.de/ ). Die Kanzlei befasst sich
ausschließlich mit Anleger- und Verbraucherschutzthemen und hat sich auf die
Beratung von Betroffenen des Abgasskandals spezialisiert. Dr. Gerrit W. Hartung
gilt als "Dieselanwalt" der ersten Stunde.

Das Urteil folgt im Kern einem bekannten Argument. Wie das Gericht betont, sei
der Motor des Typs EA288 in dem streitgegenständlichen Fahrzeug mit einer
sogenannten Fahrzykluserkennung mit zwei Betriebsmodi ausgestattet. Die Software
schaltet bekanntlich beim Durchfahren des Neuen Europäischen Fahrzyklus in den
Modus 1 als NOx-optimierten Betriebsmodus um, in dem eine höhere
Abgasrückführungsrate einen geringeren Schadstoffausstoß herbeiführt. Außerhalb
des Prüfbetriebs, also im normalen Straßenbetrieb, springt Modus 0 an, der durch
eine geringere Abgasrückführungsrate einen höheren Schadstoffausstoß bewirkt.
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