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Gute Kontraindikatoren, aber schlechte Timing-Indikatoren - Seite 2

Gastautor: Sven Weisenhaus
09.04.2021, 09:29  |  1141   |   |   

Wöchentlicher Aktivitätsindikator der New York Fed
(Quelle: Helaba)

Vergleicht man aber die Entwicklung dieses Aktivitätsindikators mit dem Chart des S&P 500, dann erkennt man leicht, dass sich der Aktienmarkt von der Realwirtschaft scheinbar abgekoppelt hat. Der Hund (Aktienmarkt) ist seinem Herrchen (Wirtschaft) also ziemlich weit vorausgelaufen, um mal wieder das berühmte Bild des 1999 verstorbenen Bo?rsenexperten Andre? Kostolany heranzuziehen. Und dadurch sind Aktien insbesondere aus dem S&P 500 derzeit extrem hoch bewertet.

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Bewertungsindikator für S&P 500 und DAX
(Quelle: Helaba)

Kurioserweise glaubt dennoch derzeit kaum jemand, dass es mit den Aktienkursen auch mal etwas stärker abwärts gehen könnte.

Kaum jemand glaubt noch an fallende Aktienkurse

Stattdessen gehen laut der jüngsten Sentiment-Umfrage der American Association of Individual Investors 56,9 % der Privatanleger von einem kurzfristigen Anstieg der Aktienkurse aus. Damit befindet sich die Stimmung auf einem 1-Jahres-Hoch. Der historische Durchschnitt liegt bei 38 %.

Sentiment der American Association of Individual Investors
(Quelle: https://www.aaii.com/sentimentsurvey)

Man könnte also aktuell durchaus von einer gewissen Aktien-Euphorie sprechen. Und das umso mehr, wenn man einen Blick auf die Investitionsquoten wirft. So haben Anleger laut der folgenden Grafik der Helaba ihre Portfolios bereits sehr offensiv ausgerichtet. Demnach hat in den USA der Anteil von Aktien am Finanzvermögen der privaten Haushalte im 4. Quartal 2020 mit ca. 38 % die bisherigen Höchststände aus dem 1. Quartal des Jahres 2000 erreicht. Damals platzte wenig später die New Economy-Blase.

Aktienquote privater US-Haushalte
(Quelle: Helaba)

Und wie diese Grafik auch zeigt, geht ein Anstieg der KGV-Bewertung des S&P 500 mit der Investitionsquote Hand in Hand. Die Privatanleger tragen also einen gehörigen Anteil dazu bei, dass die Aktienmärkte inzwischen massiv überkauft sind.

Guter Kontraindikator, aber schlechter Timing-Indikator

Und meist ist gerade eine extrem bullishe Stimmung unter den Kleinanlegern ein guter Kontraindikator. Das Problem ist lediglich, dass es sich nicht gerade um einen guten Timing-Indikator handelt. Es stellt sich also nicht die Frage, ob die Aktienmärkte bald in eine mächtige Gegenbewegung geraten werden, sondern wann genau man dem Aktienmarkt vorerst den Rücken kehren sollte.

Nicht ohne Grund weise ich schon eine ganze Weile auf die irrsinnigen Entwicklungen an den Aktienmärkten hin, obwohl die Aktienindizes immer wieder neue Höchststände erreichen. Aber nur weil sie dies tun, heißt das nicht, dass ich mit meinen Analysen falsch liege. Denn wir befinden uns unzweifelhaft in einer Übertreibung. Und ich hatte mehrfach auch darauf hingewiesen, dass solche Phasen meist länger anhalten, als man es für möglich hält.

Ich plädiere weiter dafür, neue Long-Positionen entweder nur mit einem sehr langfristigen Anlagehorizont einzugehen, wenn man zwischenzeitliche Rücksetzer problemlos aussitzen kann, oder nur mit einem sehr kurzfristigen, wenn man die letzten Prozentpünktchen Gewinn noch mitnehmen möchte.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg an der Börse
Ihr
Sven Weisenhaus

 (Quelle: www.stockstreet.de)

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