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ROUNDUP 2 Hotelketten schlagen Alarm - 'Notverkäufe' wegen knapper Kassen

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
15.04.2021, 18:41  |  137   |   |   

(neu: Reaktion Bundeswirtschaftsministerium)

KÖLN (dpa-AFX) - Weil Deutschlands Hotelketten in der Coronakrise das Wasser bis zum Hals steht, müssen erste Firmen Teile ihrer Standorte verkaufen. Maritim gab am Donnerstag "Hotel-Notverkäufe" bekannt, um das "Überleben" zu sichern. Entsprechende Verhandlungen laufen noch, Einzelheiten nannte das 5000-Mitarbeiter-Unternehmen aus Bad Salzuflen in Nordrhein-Westfalen nicht. Die Hotelkette Centro, die 2019 noch 60 Hotels mit 1200 Mitarbeitern hatte, hatte bereits im vergangenen Jahr 13 Standorte veräußert, darunter sieben Neubauprojekte. Man habe dies "schweren Herzens" getan, "um das Unternehmen weiter abzusichern", sagte Chefin Homeira Amiri in Köln.

In der Domstadt traten Vertreter von mehreren Hotelketten auf, um gemeinsam ihrer Enttäuschung über die Politik Luft zu machen und um Entschädigungen zu fordern. Unisono betonten sie, dass die bisher vom Staat gezahlten oder zugesagten Hilfen längst nicht ausreichten, zumal man auf viele Zahlungen sehr lange warten müsse. Es gebe kein Infektionsgeschehen in den Hotels und auf den Fahrten in die Hotels, dennoch dürften keine Touristen beherbergt werden - die Firmen erbrächten ein "Sonderopfer" für die Allgemeinheit, sagte Dirk Iserlohe von den Dorint-Hotels. "Wir fordern Entschädigungen."

Tatsächlich kommen die Hotelketten bei den staatlichen Hilfsgeldern relativ schlecht weg. Dies liegt letztlich an ihrer Größe: Die aktuell laufende Überbrückungshilfe III ist bei den Verbundunternehmen auf drei Millionen Euro pro Monat gedeckelt, insgesamt bekommen sie hierüber nicht mehr als 12 Millionen Euro. Firmen, die üblicherweise einen dreistelligen Millionen-Euro-Jahresumsatz haben, können mit solchen Geldern nur einen Teil ihrer Finanzlöcher stopfen. Zwar ist das Personal in Kurzarbeit, doch Fixkosten wie Mieten laufen weiter.

Zum Vorwurf einer späten Auszahlung von Hilfsgeldern sagte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums, dass die Abschlagszahlungen, für die der Bund zuständig sei, bei allen Programmen zu mehr als 90 Prozent abgearbeitet seien. "Die vollständigen Auszahlungen liegen jetzt in der Verantwortung der Bundesländer und müssen dort weiter vorangetrieben werden."

Per Videobotschaft meldete sich der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki zu Wort und sprach sich für umfangreiche staatliche Zahlungen aus, schließlich dürften die Firmen ihr Gewerbe nicht ausüben. "Es geht darum, das Überleben einer ganzen Branche zu sichern", sagte er.


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