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Debatte um europäische Einlagensicherung geht in die falsche Richtung / Die bewährte genossenschaftliche Institutssicherung muss erhalten bleiben - GVB mahnt zu Stabilität

Nachrichtenagentur: news aktuell
16.04.2021, 14:15  |  147   |   |   

München (ots) - Mit Unverständnis hat der Genossenschaftsverband Bayern (GVB)
auf die in Brüssel wieder erstarkten Bemühungen um die Vergemeinschaftung des
Einlagenschutzes durch eine europäisches Einlagensicherungsystem (EDIS)
reagiert. "Diese Debatte ist unnötig und läuft in die falsche Richtung", mahnte
GVB-Präsident Jürgen Gros am Freitag in München.

"Nötig ist eine Stabilitätsdiskussion", sagte Gros. "Stattdessen geht es bei den
Gesprächen über die Einlagensicherung in erster Linie um das Verteilen von
Ressourcen und die Vergemeinschaftung von Risiken. Das widerspricht allen
Erfahrungen aus der Finanzkrise", ergänzte der GVB-Präsident. Denn durch die
Vergemeinschaftung der Risiken fiele jeder Anreiz zu deren Abbau sowie weiteren
Reformen weg.

Die Volksbanken und Raiffeisenbanken verfügen über ein stabiles, auf Prävention
ausgerichtetes Institutssicherungssystem. "Dieses bewährt sich seit
Jahrzehnten", betonte Gros. "Anstatt funktionierende Systeme und damit die
Einlagen deutscher Sparer der angeblichen europäischen Solidarität zu opfern,
sollten klare Kriterien aufgestellt werden, unter denen stabile nationale
Sicherungssysteme erhalten bleiben können."

"Die jetzige Debatte wirft alle Banken Europas in einen Topf, ohne auf die
besondere Situation regional tätiger Bankengruppen zu achten", kritisierte Gros.
Mit ihren regional diversifizierten Mitgliedern aus vorrangig kleinen und
nicht-komplexen Banken ist die genossenschaftliche Institutssicherung besonders
stabil aufgestellt. Der Anteil notleidender Forderungen ist gering und die
Ausstattung der Institutssicherung übertrifft die gesetzlichen Anforderungen.

"Wer derart hohe Maßstäbe erfüllt, muss die Möglichkeit haben, bei einer
europäischen Einlagensicherung außen vor zu bleiben", forderte Gros. "Es kann
nicht sein, dass regionale Institute wie die bayerischen Volksbanken und
Raiffeisenbanken für die Versäumnisse anderer einstehen sollen."

Der Genossenschaftsverband Bayern e.V. (GVB) vertritt seit mehr als 125 Jahren
die Interessen bayerischer Genossenschaften. Zu seinen 1.181 Mitgliedern zählen
222 Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie 959 Unternehmen aus Branchen wie
Landwirtschaft, Energie, Handel, Handwerk und Dienstleistungen. Sie bilden mit
rund 50.000 Beschäftigten und 2,9 Millionen Anteilseignern eine der größten
mittelständischen Wirtschaftsorganisationen im Freistaat (Stand: 31.12.2020).

Pressekontakt:

Dr. Gerald Schneider
Pressesprecher

Telefon: +49 89 / 2868 - 3402
Telefax: +49 89 / 2868 - 3405

E-Mail: mailto:presse@gv-bayern.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/24076/4890860
OTS: Genossenschaftsverband Bayern e.V.



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