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Grüner Wasserstoff aus Windenergie Windgas-Elektrolyseur in Haurup nimmt die Produktion auf (FOTO)

Nachrichtenagentur: news aktuell
19.04.2021, 12:15  |  210   |   |   

Haurup / Hamburg (ots) - Mit dem Produktionsstart des Windgas-Elektrolyseurs von
Energie des Nordens am Standort Haurup macht der Ausbau der
Wasserstoff-Produktion in Schleswig-Holstein weitere Fortschritte: Windstrom
wird dort jetzt in erneuerbaren Wasserstoff umgewandelt und kann in Form grüner
Moleküle ins Gasnetz eingespeist werden. Diese Sektorenkopplung genannte
Verknüpfung der Stromerzeugung mit den Verbrauchssektoren Wärme, Mobilität und
Chemieindustrie ist ein entscheidender Baustein für den Erfolg der Energiewende
insgesamt. "Der Einstieg in die Produktion von rund drei Millionen
Kilowattstunden Windgas im Jahr ist ein echter Meilenstein, zumal wir mit
unserem neuen Elektrolyseur gleich mehrere wichtige Beiträge zum Klimaschutz
leisten", sagt Sönke Tangermann, Vorstand der Hamburger Ökoenergiegenossenschaft
Greenpeace Energy und einer von zwei Geschäftsführern der Energie des Nordens
GmbH & Co. KG (EdN).

"Unser Projekt Windgas Haurup in der Gemeinde Handewitt bei Flensburg nutzt
Stromüberschüsse aus nahen Windkraftanlagen, die an diesem Netzknotenpunkt bei
viel Wind sonst häufig abgeschaltet werden", erklärt EdN-Co-Geschäftsführer
Reinhard Christiansen die Vorteile. Das daraus produzierte erneuerbare Gas
ersetzt fossiles Erdgas, was Deutschland hilft, seinen CO2-Ausstoß zu senken.
Zudem stabilisiert der reaktionsschnelle Elektrolyseur das Stromnetz, indem er
durch Herauf- oder Herunterfahren der Wasserstoffproduktion das Stromangebot mit
der Stromnachfrage im Netzgebiet im Gleichgewicht hält. Nicht zuletzt kann auch
der nahe Windpark Ellhöft weiterlaufen, weil dessen Strom vom Elektrolyseur zu
auskömmlichen Preisen abgenommen wird. "Ellhöft ist kürzlich nach 20 Jahren aus
der EEG-Förderung gefallen", ergänzt Christiansen. "Ohne unser Windgas-Projekt
hätten wir den funktionstüchtigen Windpark abbauen müssen, womit er für die
Energiewende verloren gegangen wäre. Wir müssen im Kampf gegen die Klimakrise
aber jede grüne Kilowattstunde nutzen."

Schon vor dem Produktionsstart hatte der moderne Elektrolyseur vom Typ ME
450/1400 des Herstellers H-TEC SYSTEMS erfolgreich an einem Feldtest im Rahmen
des Forschungsverbundes NEW 4.0 teilgenommen. Dabei hatte die Anlage mit einer
Nennleistung von einem Megawatt gezeigt, dass sie punktgenau auf Steuersignale
des Netzbetreibers reagieren und so die Abregelung von Windkraftanlagen
vermindern kann. "Wir haben durch den Einsatz unseres Elektrolyseur als
flexible, zuschaltbare Last die Netzfrequenz stabilisiert und damit ein weiteres
Einsatzfeld dieser wichtigen neuen Energiewende-Technologie demonstriert",
erklärt Frank Zimmermann, Sprecher der H-TEC SYSTEMS-Geschäftsführung.

Der regenerativ erzeugte Wasserstoff wird mit einem Anteil von bis zu zwei
Volumenprozent ins bestehende Ferngasleitungsnetz eingespeist. Die
deutsch-dänische Gasleitung "Deudan" verläuft vom Grenzort Ellund bis nach
Quarnstedt nördlich von Hamburg. Für die Netzeinspeisung der Anlage in Haurup
haben die Deudan-Anteilseigner Gasunie und Open Grid Europe eigens zwei neue
Anschlussleitungen von je 75 Metern Länge verlegt. Hinzu kommt eine
Wasserstoffeinspeiseanlage mit aufwändiger Mess- und Regeltechnik sowie
Verdichtereinheiten, die den Wasserstoff auf das Druckniveau der
Transportleitung anheben. "Wir wollen durch unser Engagement einen Beitrag zum
Aufbau einer bundesweiten Wasserstoff-Infrastruktur leisten", sagt Jens
Schumann, Geschäftsführer von Gasunie Deutschland, "damit Energie aus dem
windreichen Norden auch in Form grüner Moleküle zur Dekarbonisierung unserer
Wirtschaft beitragen kann."

Hintergrund: Windgas Haurup ist ein Projekt der Energie des Nordens GmbH & Co.
KG. Dieser Zusammenschluss von 70 Erneuerbaren-Unternehmen betreibt den von
H-TEC SYSTEMS entwickelten und gefertigten PEM-Elektrolyseur (PEM =
Proton-Exchange-Membrane) im schleswig-holsteinischen Haurup. Die jährliche
Produktionsmenge von drei Millionen kWh Wasserstoff nimmt die Hamburger
Energiegenossenschaft Greenpeace Energy für ihre rund 30.000
proWindgas-Kund*innen ab. Windgas Haurup ist Teil des Programms "Norddeutsche
EnergieWende 4.0" (NEW 4.0), das Technologien mit besonderem Energiewende-Nutzen
in der Praxis erprobt. Das Ziel ist es, Hamburg und Schleswig-Holstein bis 2035
vollständig mit erneuerbaren Energien zu versorgen. An der Projektumsetzung
beteiligt sind zudem die für die Gaseinspeisung zuständigen Gasnetzbetreiber
Gasunie und Open Grid Europe.

Pressekontakte:

- Reinhard Christiansen, Energie des Nordens, Tel. 04663 - 7299,
mailto:info@reinhard-christiansen.de

- Marcel Rohrlack, H-TEC SYSTEMS, Tel. 0821 - 507 697 118,
mailto:m.rohrlack@h-tec.com

- Philipp v. Bergmann-Korn, Gasunie Deutschland, 0511 - 640 607 2146,
mailto:philipp.vonbergmann-korn@gasunie.de

Pressekontakt:

- Michael Friedrich, Greenpeace Energy, Tel. 040 - 808 110 655,
presse@greenpeace-energy.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/16698/4892222
OTS: Greenpeace Energy eG
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