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Brennstoffzelle statt Batterie Die Schiffe der Zukunft fahren mit Wasserstoff: TECO 2030 will die maritime Industrie sauber halten

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Gastautor: IR-News
23.04.2021, 09:03  |  6981   |   

Nicht nur die Autoindustrie, sondern auch die Schifffahrtsbranche sucht nach Wegen, ihre Emissionen radikal zu senken. Interview mit Cristian Skajem vom norwegischen Brennstoffzellen-Entwickler TECO 2030.

wallstreet:online: Die maritime Industrie ist für einen großen Teil der klimaschädlichen Emissionen verantwortlich - nicht nur für CO2, sondern auch für Stickstoff und Schwefeldioxid. Wie lange wird es Ihrer Meinung nach noch dauern, bis die Branche Null-Emissionen erreicht?

Cristian Skajem: Die maritime Industrie ist im Moment noch sehr abhängig von fossilen Brennstoffen, obwohl viele interessante Null-Emissions-Projekte in der Pipeline sind. Die Idee, sich in Richtung Nullemissionen zu bewegen, erfordert eine längere Entwicklungs- und Umsetzungsphase, die Zeit braucht. Trotz der laufenden Bemühungen zur Dekarbonisierung der Branche hat das American Bureau of Shipping (ABS) vorausgesagt, dass bis 2050 immer noch 50 Prozent des Treibstoffverbrauchs der Branche auf fossile Brennstoffe entfallen werden. Aus diesem Grund bietet TECO 2030 sowohl Abgasreinigungssysteme - den TECO Future Funnel - als auch wasserstoffbasierte Brennstoffzellenlösungen für unsere Kunden an. 

Brennstoffzellen werden zunächst vor allem auf Schiffen zum Einsatz kommen, die für kürzere Fahrten vorgesehen sind, z. B. solche, die nur regional oder national verkehren, oder auf Binnenwasserstraßen. Die norwegische Regierung hat beschlossen, dass alle kommerziellen Passagierschiffe in den Fjorden des norwegischen Kulturerbes bis zum 1. Januar 2026 fossilfrei sein müssen. Eine Lösung für internationale Kreuzfahrtschiffe, die Passagiere in norwegische Häfen bringen wollen, könnte daher darin bestehen, einen ihrer Dieselmotoren durch ein Brennstoffzellensystem zu ersetzen, das es ihnen ermöglicht, beim Einlaufen in norwegische Fjorde emissionsfrei zu fahren.

In der Zwischenzeit wird der TECO Future Funnel die Brücke zur Emissionsreduzierung für größere Schiffe sein, um das Ziel der International Maritime Organization zu erreichen, die Treibhausgasemissionen der Schifffahrtsindustrie bis 2030 um 40 Prozent und bis 2050 um 70 Prozent zu senken, verglichen mit den Werten von 2008. 

Um auf Ihre anfängliche Frage zurückzukommen: Es kann und wird viel getan werden, um die Emissionen in der Schifffahrtsindustrie in den nächsten Jahrzehnten zu reduzieren, und zwar mit einem hohen Maß an Engagement und Einsatz seitens der Reeder und der nationalen Behörden gleichermaßen. Wenn sich die Branche nicht schnell genug weiterentwickelt, ist 2050 vielleicht ein ehrgeiziges Ziel.

wallstreet:online: TECO 2030 baut Brennstoffzellen, die den gängigen Dieselmotor für Schiffe ersetzen. Wie ist die bisherige Resonanz in der Branche und wie groß ist der potenzielle Markt?

Cristian Skajem: Es gibt viel Optimismus unter den Schiffseignern und die Bereitschaft, den Übergang zur emissionsfreien Schifffahrt zu beginnen. Allerdings ist nicht jeder Wasserstoff umweltfreundlich, und ob er es ist, hängt davon ab, wie er hergestellt wurde. Bis sogenannter grüner Wasserstoff - das ist Wasserstoff, der aus erneuerbaren Energien hergestellt wird - allgemein verfügbar und kostengünstig ist, werden flexible Brennstoffzellenlösungen benötigt. Diese werden es den Schiffseignern ermöglichen, zu entscheiden, wann ihre Schiffe mit Wasserstoff betrieben werden sollen und wann sie auf traditionellere Kraftstoffe setzen.  Der wichtigste Schlüssel zur Erschließung des Potenzials von Brennstoffzellen und des Wasserstoffmarktes ist der Aufbau der notwendigen Infrastruktur und einer stetigen und zuverlässigen Versorgung mit wasserstoffbasierten Kraftstoffen. Sowohl in Norwegen als auch in Europa sind große Investitionen in neue Produktionsanlagen geplant, und es wird erwartet, dass die Nachfrage nach Brennstoffzellen sehr hoch sein wird. 

wallstreet:online: In der Autoindustrie ist Wasserstoff im Vergleich zu elektrischen Batterien noch eine Nischentechnologie. Warum ist das bei Kreuzfahrtschiffen und Containerschiffen anders?

Cristian Skajem: Große Schiffe benötigen riesige Mengen an Energie, und ihr Energieverbrauch ist viel höher als der von Autos. Batterien sind für viele Schiffe einfach keine Option, da sie zu groß und zu schwer wären. Bis Wasserstoff verfügbarer und kostengünstiger wird und die Brennstoffzellentechnologie sich weiterentwickelt, um eine höhere Energieabgabe zu ermöglichen, werden größere Schiffe wahrscheinlich auf Hybridlösungen angewiesen sein, bei denen sie einfach zwischen Wasserstoff und herkömmlichen Kraftstoffen wechseln können, wann immer sie wollen. Kurzfristig werden daher kleinere Schiffe, die auf den europäischen Binnenwasserstraßen verkehren, wahrscheinlich die Vorreiter sein, wenn es um die vollständige Umstellung von herkömmlichen Kraftstoffen auf den emissionsfreien Wasserstoff geht. Aus diesem Grund zielt TECO 2030 derzeit vor allem auf Kurzstrecken- und Flussschiffe ab, weshalb wir eine Partnerschaft mit dem ehrgeizigen Projekt "Green Hydrogen @ Blue Danube" eingegangen sind. Bei diesem Projekt wird Wasserstoff, der in Rumänien aus Solarzellen und Windturbinen hergestellt wird, auf Lastkähnen entlang der Donau zu industriellen Abnehmern in Österreich und Deutschland transportiert. Unsere Rolle in dem Projekt besteht darin, Brennstoffzellen für die wasserstoffbetriebenen Schlepper zu liefern, die die Lastkähne auf der Donau transportieren werden.

wallstreet:online: Die maritime Industrie ist dafür bekannt, recht konservativ zu sein. Haben die großen Reedereien Ihrer Erfahrung nach die Notwendigkeit erkannt, grün zu werden? Oder werden erst dann Maßnahmen ergriffen, wenn es entsprechende Vorschriften gibt?

Cristian Skajem: Die großen Akteure in der maritimen Industrie haben erkannt, dass sie mehr tun müssen, um den Umwelt- und Kohlenstoff-Fußabdruck der Branche zu reduzieren, und sie handeln entsprechend. Maersk hat sich beispielsweise dazu verpflichtet, bis 2050 einen Netto-Null-Ausstoß zu erreichen, auch wenn es derzeit keine konkreten Pläne gibt, wie das erreicht werden soll. Maersk war lange Zeit ein Vorreiter für den grünen Wandel in der Schifffahrtsbranche, während andere große Branchenakteure langsam nachzogen. TECO 2030 sieht darin eine solide Verpflichtung und will die großen Reedereien bei der Verwirklichung ihrer Klimaziele unterstützen. Die Vorschriften sind ein wichtiger Anreiz für die Schifffahrtsindustrie, diesen Übergang zu vollziehen, und ein Muss für Reedereien, um effizient zu arbeiten. Wenn die Reeder bereit sind, den Übergang zu wasserstoffbasierten Brennstoffzellen und anderen grünen Technologien zu vollziehen, die dazu beitragen können, ihren Betrieb umweltfreundlicher zu gestalten, wird TECO 2030 bereit sein, sie zu unterstützen.  

wallstreet:online: TECO 2030 bietet auch Lösungen für die Ballastwasseraufbereitung und einen Future Funnel. Was sind Ihre Pläne, um weiterhin mehr grüne Technologien für die maritime Industrie zu entwickeln? 

Cristian Skajem: TECO 2030 arbeitet rund um die Uhr an der Weiterentwicklung unserer TECO Marine-Brennstoffzellen und Future Funnels, um sicherzustellen, dass dies zuverlässige Technologien für Schiffseigner sein werden, die ihren Betrieb dekarbonisieren wollen. Der TECO Future Funnel wird alle zukünftigen maritimen Vorschriften erfüllen und reinigt die Abgase der Schiffe, um die Menge an Schwefel- und Stickoxiden zu reduzieren, die in die Luft ausgestoßen werden. Wir arbeiten derzeit an der Verbesserung des Designs, um sicherzustellen, dass es die Emissionen von schwarzem Kohlenstoff und anderen Feinstaubpartikeln von Schiffen weiter reduziert. Wir versuchen auch, Wege zu finden, um Kohlenstoffemissionen zu vermeiden, indem wir Technologien zur Kohlenstoffabscheidung und -speicherung an Bord von Schiffen einsetzen. Die TECO Marine Fuels befinden sich derzeit in der Entwicklung und werden eine hochmoderne Antriebstechnologie für Schiffe bereitstellen, so dass diese mit null Emissionen arbeiten können. 

wallstreet:online: Wasserstoff hat auch viele Investoren rund um den Globus begeistert. Wie war die Resonanz auf den jüngsten Börsengang von TECO 2030?

Cristian Skajem: TECO 2030 wurde im Oktober 2020 an der Osloer Börse notiert (Ticker: TECO), und wie andere Wasserstoffunternehmen haben wir eine überwältigende Resonanz von Investoren erhalten. Unsere Pläne, eine Brennstoffzellen-Gigafabrik und ein Innovationszentrum in Nord-Norwegen zu errichten, wo wir Brennstoffzellen mit einer Kapazität von bis zu 1,2 GW produzieren werden, wurden von den Kapitalmärkten gut aufgenommen. Viele Investoren haben nach höheren Produktionsmengen gefragt, da sie einen hohen Bedarf an wasserstoffbasierten Brennstoffzellenantrieben bis 2030 und darüber hinaus sehen. Viele Investoren waren auch begeistert von der Brücke, die TECO 2030 zwischen fossilen Brennstoffen und Null-Emissionen schlägt, und haben ihre volle Unterstützung für unsere Arbeit zur Reduzierung der Klima- und Umweltauswirkungen der internationalen Schifffahrtsindustrie zum Ausdruck gebracht. 

wallstreet:online: Herr Skajem, herzlichen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellte: Julian Schick, wallstreet:online Zentralredaktion

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