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High Performance Computing Hightech im Höhenflug. Auch in Deutschland und Europa?

Gastautor: Seyit Binbir
23.04.2021, 12:27  |  2466   |   |   

Wayne Gretzky war der beste Eisjockeyspieler aller Zeiten, und seine Spielphilosophie hatte daran großen Anteil. „Gehe nicht dahin, wo der Puk ist“, sagte der Kanadier. „Gehe dahin, wo der Puk sein wird.“

Man lehnt sich nicht weit aus dem Fenster, wenn man behauptet, dass technologischer Fortschritt und Digitalisierung so etwas sind wie der Puk der Wirtschaft: Kaum eine Branche, die nicht gut daran täte, deren Entwicklung zu antizipieren. Nach einer Studie der Managementberatung Kearney wächst der weltweite Wert der Tech-Unternehmen seit 2014 jährlich um 14,5 Prozent, hängt in Europa bereits ein Fünftel der Bruttowertschöpfung von Hightech ab. Die Frage ist nur: In welchem Teil des Spielfelds liegt der so richtungsweisende Faktor für Ökonomie und Finanzmärkte heute – und in welchem morgen?

Die Antwort für die Gegenwart ist auf den ersten Blick ziemlich eindeutig. Die USA und Asien dominieren das Geschehen. Ob wir eine Whatsapp schreiben, bei Amazon ordern, Android-Handys für Tweets nutzen oder mit iPhones googeln: Die gängigen digitalen Dienste werden von amerikanischen Konzernen betrieben. Dazu kommt, dass Asien rasant aufholt, insbesondere China. 2019 meldete das Land laut Kearney mehr als dreieinhalbmal so viele High-Tech-Patente an wie noch fünf Jahre zuvor. Damit kamen 2019 auf ein einziges europäisches Hightech-Patent mehr als 12 Patente dieser Kategorie aus Fernost, insbesondere auf den Gebieten Batterien, Cloud und KI.

Raus aus der Chipfalle

Die technologische Weltspitze und wirtschaftliche Eigenständigkeit sind das unlängst auf dem Nationalen Volkskongress erklärte Ziel Chinas. Der Fünfjahresplan bis 2025 schließt milliardenschwere Investitionen in Künstliche Intelligenz, Quanteninformatik, Medizin sowie Gen- und Biotechnologie ein. Dabei ist gerade die deutsche Abhängigkeit von China groß. Das betrifft nicht nur beispielsweise Daimler oder BASF, die derzeit von Pekings rascher Bewältigung der Pandemie profitieren. Gemäß Erhebungen der Unternehmensberatung EY betrug der Anteil des China-Geschäfts beim Pharmaunternehmen Merck 14,4 und bei Siemens 12,7 Prozent. Der Chiphersteller Infineon kommt sogar auf 29,1 Prozent.

Genau diese Branche ist jedoch die Achillesferse der chinesischen Ambitionen. Das Land hängt von der ausländischen Chipindustrie ab, die von den USA beherrscht wird. Nach den Zahlen der amerikanischen Semiconductor Industry Association (SIA) ist China mit einem Weltmarktanteil von nur fünf Prozent weit abgeschlagen. Europa liegt allerdings nur vier Prozentpunkte darüber. Deswegen will man dort jetzt der „Chipfalle“ durch die Investition eines deutlich zweistelligen Milliardenbetrags in die Halbleiterherstellung entkommen. In Deutschland, wo Automobilhersteller wie Volkswagen unlängst durch Lieferengpässe große Schwierigkeiten hatten, die Produktion aufrecht zu erhalten, will die öffentliche Hand bis zu 40 Prozent der Summe tragen.

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