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Biden Kampf gegen Klimakrise birgt große wirtschaftliche Chancen

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
23.04.2021, 17:22  |  138   |   |   

WASHINGTON (dpa-AFX) - US-Präsident Joe Biden sieht im Kampf gegen die drohende Klimakatastrophe auch große wirtschaftliche Chancen. Bei dem von ihm ausgerichteten zweitägigen Online-Klimagipfel mit Dutzenden Staats- und Regierungschefs sagte Biden am Freitag, der Kampf gegen die Erderhitzung biete die Gelegenheit, Millionen gut bezahlter Jobs rund um die Welt zu schaffen - etwa durch den Ausbau von Elektromobilität oder erneuerbaren Energien. Biden sagte erneut, die Vereinigten Staaten wollten beim Klimaschutz wieder eine Führungsrolle einnehmen.

Er rief zu internationaler Zusammenarbeit auf und lobte ausdrücklich die Signale der Kooperationsbereitschaft des russischen Präsidenten Wladimir Putin, den Biden angesichts der dramatischen Klimakrise gezielt bei dem Gipfel mit den Tisch geholt hatte. Putin hatte dort am Donnerstag ungeachtet zahlreicher politischer Konflikte zwischen Russland und dem Westen den Klimaschutz als verbindendes Element bezeichnet und gemahnt, die gesamte Weltgemeinschaft müsse ihre Anstrengungen vereinen. Russland sei bereit, "eine ganze Reihe" gemeinsamer Klimaschutzprojekte anzubieten. Biden nannte Putins Botschaft am Freitag "ermutigend" und sagte, die USA sähen einer Zusammenarbeit mit Moskau in dieser Frage entgegen.

Auch der US-Präsident rief zu einem internationalen Kraftakt auf, um die Klimakrise einzudämmen. Er dankte den Staats- und Regierungschefs beim Gipfel für ihre Klimaschutz-Zusagen.

Biden hatte am Vortag selbst ein neues Klimaziel der US-Regierung verkündet: Die USA wollen bis zum Ende des Jahrzehnts ihre Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 2005 mindestens halbieren. Mit dem neuen Ziel erfüllen sie eine Vorgabe des Pariser Klimavertrags, in den Biden das Land am ersten Tag im Amt zurückgeführt hatte. Sein Vorgänger Donald Trump war aus dem Abkommen ausgestiegen. Dies sieht vor, dass die Vertragsstaaten ihre Klimaziele alle fünf Jahre nachbessern. Bei der Weltklimakonferenz im November in Glasgow sollen dies alle Partner offiziell tun.

Der von Biden ausgerichtete Gipfel gilt als wichtige Vorbereitung für Glasgow. Der US-Präsident betonte, es handele sich um eine Zwischenstation auf dem Weg dorthin: "Dieser Gipfel ist ein Anfang."

Experten sind sich einig, dass sich bis 2030 weltweit viel mehr tun muss, wenn die Erderwärmung, wie 2015 von knapp 200 Staaten in Paris vereinbart, deutlich unter zwei Grad bleiben soll. Schon jetzt hat sich die Erde um rund 1,2 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit erhitzt. Am ersten Tag des Online-Klimagipfels hatten die Teilnehmer eindringlich auf die existenzielle Bedrohung durch die Klimakrise hingewiesen und ihre schon sichtbaren fatalen Folgen: Je nach Region gibt es mehr Hitzewellen und Dürren sowie Starkregen, Stürme, Unwetter und Überschwemmungen. Den zweiten Tag nutzten sie vor allem dafür, die Chancen zu unterstreichen, die der Kampf gegen die Krise birgt.


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