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E.on vs. RWE: Wer wird Deutschlands Energie-Champion?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
24.04.2021, 11:24  |  1658   |   |   

Im Juni vergangenen Jahres war es so weit: Per Squeeze-out trennten sich die letzten Minderheitsaktionäre von ihren Innogy-Anteilen und E.on (WKN: ENAG99) integrierte das Unternehmen vollständig in das eigene operative Geschäft. Im Tauschgeschäft erhielt RWE (WKN: 703712) das gesamte Erneuerbare-Energien-Geschäft von E.on und Innogy.

Nun betreibt E.on eines der größten Stromnetze Europas und RWE konzentriert sich vollends auf die Energieproduktion – eine Einigung, die uns Anleger vor die Wahl stellt: Investieren wir in den Vertrieb oder in die Produktion? Oder besser sogar in beide Segmente?

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Während sich der Aktienkurs von RWE seit Bekanntgabe der Transaktion vor drei Jahren fast verdreifacht hat und heute bei 34,09 Euro notiert (Stand: 22. April 2021), dümpelt der Kurs des E.on-Anteilsscheins mit 10,14 Euro auf nahezu dem gleichen Level wie 2018.

Trend: Strom für Elektromobilität wird zum Milliardengeschäft

Laut einer aktuellen Studie der Boston Consulting Group (BCG) wird das Stromgeschäft mit E-Autos in diesem Jahrzehnt rasant wachsen. Der Energiebedarf auf deutschen Straßen werde bis 2030 auf 18 Terawattstunden steigen mit einem Umsatzpotenzial von 7 Mrd. Euro.

Die Unternehmensberatung geht von einem Anstieg des Absatzanteils neuer Elektroautos bis 2030 in Deutschland und Europa auf bis zu 50 % aus. Die Zahl der öffentlichen Ladepunkte müsse sich dafür in Deutschland mehr als verzehnfachen auf 400.000.

Strategie: E.on träumt von Smart Citys

E.on hat sein Business auf Vertrieb und Netz fokussiert. Beim Deal mit RWE haben sie auch die erneuerbaren Energien abgestoßen. Am Boom von Wind und Solar wird E.on somit nicht verdienen, sondern RWE.

Die Fokussierung auf die einzelnen Segmente hat Sinn. Würden E.on und RWE beide Bereiche bedienen, wären sie unter dem Strich schwächer. Mit der Aufteilung ist es gelungen, in Deutschland wieder zwei aussichtsreiche Energiekonzerne zu errichten.

Während E.on deutsche Großstädte mittelfristig zu Smart Citys umbauen möchte, erzeugen die Wind- und Solarparks von RWE heute bereits mit etwa 9,2 Gigawatt genug Strom für mehr als drei Millionen Haushalte.

Gemessen daran, dass sich RWE noch 2016 mit der Abspaltung von Innogy zunächst komplett aus den erneuerbaren Energien verabschiedet hatte, ist das ordentlich. Es ist aber auch nur ein Fünftel des gesamten von RWE produzierten Stroms. Wind- und Solarenergie lieferten im Geschäftsjahr 2020 rund 50 % des EBITDA von RWE in Höhe von 3,2 Mrd. Euro.

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