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Chipaktien im Höhenflug: Warum ich trotzdem keine Anteilscheine von Infineon und NVIDIA kaufe

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
29.04.2021, 09:37  |  935   |   |   

Überall hört man derzeit von einem Mangel an Mikrokontrollern und vielen anderen elektronischen Bauteilen. Bei zahlreichen Autobauern beispielsweise stehen teils wochenlang die Bänder still, weil nicht genügend Bauteile aufzutreiben sind. Chipaktien wie Infineon (WKN: 623100) und NVIDIA (WKN: 918422) profitieren besonders von dieser Sonderkonjunktur. Infineon ist einer der größten Zulieferer elektronischer Bauteile für die Automobilbranche. Aus diesem Grund hat der Aktienkurs in den letzten Monaten kräftig zugelegt. Denn die extrem hohe Auslastung treibt den Gewinn in die Höhe.

Ähnlich sieht es auch bei NVIDIA aus. NVIDIA verdient den Großteil seines Geldes mit dem Verkauf von Grafikchips und profitiert aktuell von der hohen PC-Nachfrage und dem Kryptoboom. Denn die Grafikkarten des kalifornischen Unternehmens eignen sich hervorragend für das Kryptomining. Auch bei NVIDIA sprudeln daher die Gewinne.

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Dennoch lasse ich von beiden Chipaktien lieber die Finger. Beide sind aus meiner Sicht schon lange nicht mehr günstig und je weiter die Kurse steigen, desto wahrscheinlicher ist es, dass der Kurs irgendwann plötzlich stark einknickt. Der Blick auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) verdeutlicht sehr schön, wie hoch die beiden Chipaktien bereits bewertet sind.

Infineon: KGV 39

Ein Anteilsschein von Infineon kostet aktuell 34,95 Euro (Stand: 27.04.2021, relevant für alle Kurse). Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag im vergangenen Geschäftsjahr bei 0,64 Euro. Nun war das letzte Geschäftsjahr allerdings auch keineswegs einfach, schauen wir uns daher auch noch den Gewinn des Geschäftsjahres 2019 an: 0,89 Euro je Aktie.

Auf Basis der 0,89 Euro je Aktie liegt die Bewertung aktuell also beim 39-Fachen des Jahresgewinns. Und dabei handelt es sich nur um den bereinigten Gewinn. Aus dieser Kennzahl wurden also schon diverse Kosten herausgerechnet. Zwar ist im laufenden Geschäftsjahr mit einem kräftigen Gewinnanstieg zu rechnen, sodass vielleicht noch mehr als die 0,89 Euro zusammenkommen. Aber um einen weiteren Kursanstieg zu rechtfertigen, müsste aus meiner Sicht noch einiges passieren.

NVIDIA: KGV 89

Noch schwindelerregender sieht die Bewertung im Fall von NVIDIA aus. Im gerade abgelaufenen Geschäftsjahr konnte NVIDIA einen Gewinn von 6,90 US-Dollar je Aktie erwirtschaften. Beim aktuellen Aktienkurs von 616,55 US-Dollar entspricht das dem 89-Fachen des letzten Jahresgewinns!

NVIDIA kann zwar zweifellos auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr zurückblicken, in dem der Gewinn um satte 53 % gestiegen ist, und auch in diesem Jahr ist mit weiter kräftigem Wachstum zu rechnen. Aber selbst eine Verdoppelung des Gewinns würde das KGV nur auf etwa 45 drücken. Selbst dann wäre das Unternehmen noch höher bewertet als beispielsweise Infineon.

Der NVIDIA-Aktienkurs profitiert aus meiner Sicht massiv davon, dass verschiedene Trends gerade die Nachfrage nach den Produkten des Konzerns befeuern und durch den starken Kursanstieg viele Anleger ebenfalls zum Kauf verleitet wurden. Man möchte ja den vielleicht weiteren Kursanstieg keinesfalls verpassen. Doch selbst wenn die Nachfrage noch einige Jahre weiter zulegt und NVIDIA die Gewinne weiter steigern kann, liegt die aktuelle Bewertung aus meiner Sicht bereits so hoch, dass weitere nachhaltige Kursanstiege auch bei dieser Chipaktie unwahrscheinlich sind.

Der Artikel Chipaktien im Höhenflug: Warum ich trotzdem keine Anteilscheine von Infineon und NVIDIA kaufe ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Dennis Zeipert besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt NVIDIA.

Motley Fool Deutschland 2021

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