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Mark Elser von iBanFirst: "Fremdwährungsschwankungen als zentrales Problem international agierender KMU"

Gastautor: Seyit Binbir
29.04.2021, 13:38  |  2226   |   |   

Märkte sind immer internationaler verflochten und Lieferketten weiten sich über die Ländergrenzen hinaus aus. Die Corona-Krise hat jedoch auch Schattenseiten der Globalisierung aufgezeigt.

Besonders für KMU sind Fremdwährungsschwankungen zu einem echten Risiko geworden, dass sie jedoch meist eingehen müssen, um ihren Betrieb aufrecht zu halten. Fintechs wie iBanFirst bieten Möglichkeiten Unternehmen zu unterstützen und ihnen Planungssicherheit zu geben. Mark Elser, Country Manager Germany bei iBanFirst, schätzt die aktuelle Wirtschaftslage ein und zeigt auf, wie KMU bei ihren internationalen Transaktionen entlastet werden können.

Herr Elser, die Corona Pandemie hat etablierte Prozesse der globalisierten Weltwirtschaft ins Schwanken gebracht. Wie schätzen Sie die aktuelle Lage ein?

“Aktuell sehen wir starke Auswirkungen auf die globalen Lieferketten. Da sich viele Branchen bereits in einer erneuten Boom-Phase befinden, ist dies für viele deutsche Unternehmen eine der größten Herausforderungen. Oftmals fehlen beispielsweise wichtige Teile, die zur Produktion benötigt werden, oder Lieferzeiten verzögern sich aufgrund verschiedener Corona-Beschränkungen enorm. Darüber hinaus herrscht aktuell eine Containerknappheit, was Lieferzeiten zudem verlängert - Vorfälle wie kürzlich im Suezkanal verstärken dieses Problem. Ein gutes Beispiel ist hier die Automotive Branche. Wir sehen eine hohe Abhängigkeit von Halbleitern aus Fernost, welche Produktionszyklen stark beeinflusst. Außerdem überdenken viele Unternehmen aufgrund dieser Problemstellungen aktuell ihre Lieferketten, um regionale Abhängigkeiten zu reduzieren. Hierzu müssen allerdings andere Regionen entsprechende Angebote zu passenden Preisen bieten. Alles in allem scheint sich die Wirtschaft nach und nach aus den Folgen der Pandemie zu befreien - jedoch ist dies nicht einfach.”

Erst kürzlich hatte Biden mit seinem Corona-Konjunkturprogramm die Wirtschaft angekurbelt. Wie bewerten Sie diesen Schritt und ist davon auszugehen, dass der Dollar durch diese Maßnahme gestärkt wurde?

“Ja, das Stimulus Package wird den Dollar auf jeden Fall stärken und zu weiterer Kraft verhelfen. Auch die hiesige Exportwirtschaft kann durch das Ankurbeln der amerikanischen Kaufkraft profitieren. Tatsächlich ist mittelfristig allerdings auch abzuwarten, wie viel Geld tatsächlich in die Wirtschaft fließt. Unsichere Zeiten sprechen immer für weniger Konsum - ob die Handgelder der US-Regierung auch wirklich in den Wirtschaftskreislauf reinvestiert werden, wird sich zeigen. Auch hier möchte ich nochmal auf die Relevanz funktionierender globaler Lieferketten hinweisen. Gerade im Exportumfeld sind diese essentiell, um bestellte Produkte zu den Käufern zu bringen.”

Auch das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, der Mittelstand, ist immer internationaler verflochten. Vor welchen Herausforderungen stehen KMU in diesem Kontext und wie unterstützt hierbei iBanFirst?

“Die Produkte des deutschen Mittelstands sind im Ausland schon seit Jahrzehnten sehr beliebt, sodass der Mittelstand in den meisten Fällen bereits global vernetzt und aufgestellt ist. Aus diesem Grund waren KMU schon immer Fremdwährungsschwankungen ausgesetzt. Selbst wenn ein Unternehmen in Euro fakturiert, gibt es immer ein indirektes Währungsrisiko, da der ausländische Kunde in die lokale Währung wechseln muss und diese Unsicherheit in Preisverhandlungen mit einkalkuliert. Meiner Meinung nach sollten sich KMU vor allem auf ihr Produkt und Kerngeschäft fokussieren und den FX-Markt nicht als Spekulationsobjekt sehen. Große Banken kümmern sich in Bezug auf diese Problemstellungen hauptsächlich um Konzernkunden und digitale, benutzerfreundliche Lösungen stehen dem Mittelstand selten zur Verfügung. iBanFirst bringt Transparenz in diesen Markt und bietet eine flexible, digitale Plattform zur Verwaltung aller Fremdwährungstransaktionen. Unternehmen können sich flexibel Kurse sichern, so ihre Planungssicherheit erhöhen und Ihre Margen sichern. Ein weiteres Tool ist der kürzlich von uns vorgestellte Payment Tracker, bei dem Kunden und deren Partner - vergleichbar mit der Sendungsverfolgung von DHL - den Status Ihrer Transaktionen live überblicken können. So wissen beispielsweise Lieferanten, dass die Zahlung z.B. schon bei der Korrespondenzbank in Fernost ist und können früher mit der Produktion der in Auftrag gegebenen Leistungen beginnen. Das spart Zeit und am Ende auch Geld.”

Sie haben kürzlich im Business Insider davon gesprochen, dass großen Banken die wirkliche Innovationskraft fehlt. Wieso sind Startups, so scheint es, in diesem Bereich die eigentlichen Innovatoren?

“In erster Linie ist die Agilität in Startups natürlich deutlich höher. Kürzere Wege, flache Hierarchien und damit schlanke Entscheidungsprozesse, sowie ein Fokus auf den Output sorgen dafür, dass Innovationen schneller umgesetzt werden können. Als jemand der beide Welten kennt kann ich sagen, dass Startups deutlich mehr Mut haben, die wirklichen Probleme der Kunden in kürzester Zeit zu lösen. Die Leistung jedes Einzelnen steht im Vordergrund und Mitarbeiter werden entgegen starrer Strukturen ermutigt, kreative Ansätze zu finden und umzusetzen. In großen Häusern erschweren darüber hinaus Legacy Systeme wirkliche Innovationen. Bei jeder Neuentwicklung muss bedacht werden, wie die Lösung an alte Bestandssysteme angebunden werden kann. Bei der Komplexität von Großbanken wird das immer schwerer. Startups haben den Vorteil, diesbezüglich auf der grünen Wiese zu starten und Themen einfach neu zu denken, ohne auf alte Strukturen Rücksicht nehmen zu müssen.”



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