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Aktien Die Mär vom billigen DAX

29.04.2021, 21:13  |  502   |   |   

Seit Jahren lautet das Credo der Analysten: Deutsche Aktien sind für Neuanlagen vorzuziehen, weil preiswerter und deshalb attraktiver als amerikanische. Aber stimmt das auch?

Beim genaueren Blick entpuppt sich der billige DAX leider als Illusion. Dass die deutschen Topunternehmen seit Jahren vergleichsweise geringer bewertet sind, hat nämlich einen handfesten Grund: Die Amerikaner halten ihre eigenen Gewinnprognosen und die der Analysten regelmäßig einfach zielgenauer ein als die deutschen Konzerne.

Sicher: Die Kurse vieler US-Aktien, vor allem im Technologiebereich, sind kräftig gestiegen und deshalb teuer im langfristigen Mittel, abzulesen auch am Kurs-Gewinn-Verhältnis: Anleger bezahlen derzeit die 30 DAX-Unternehmen mit dem 16-fachen Jahresgewinn, was leicht über dem langfristigen Durchschnitt liegt. Die Dow-Jones-Werte hingegen kosten den 35-fachen Gewinn, sind also doppelt so teurer. Das liegt auch daran, weil deutsche Aktien im längerfristigen Vergleich häufig weniger stark zugelegt haben. So hat sich der Dow Jones seit der Finanzkrise 2009 mehr als vervierfacht, der DAX „nur“ verdreifacht.

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Seit 2012 weist der Dow Jones deutlich höhere Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV) auf als der DAX. Kosteten deutsche Aktien üblicherweise das 15-fache der erwarteten Jahresgewinne, waren Aktien in den USA mit dem Faktor 20 stets deutlich teurer. Der Abstand weitete sich aber in der jüngeren Vergangenheit offensichtlich sogar aus.

Was bei der KGV-Rechnung missachtet wird: Sie gilt immer für die prognostizierten Gewinne – nicht aber für die am Ende eines Jahres tatsächlich erwirtschafteten Erträge. Das führt zum entscheidenden Punkt: Am Ende lieferten die deutsche Unternehmen in all den Jahren nie, was sie und vor allem was Analysten sich von ihnen versprachen. Viele Jahre stagnierten die Gewinne der 30 DAX-Konzerne, obwohl die Prognosen immer davon ausgingen, die Unternehmen würden ihre Gewinne um zehn bis 15 Prozent steigern. Und das Jahr für Jahr.

Doch das wurde nie Realität. Schuld sind spektakuläre Aussetzer, wie sie im obersten Börsensegment der Deutschen Börse leider regelmäßig auftauchen: Zunächst waren es die beiden Versorger RWE und EON, die wegen der Neuausrichtung der Geschäftsmodelle unter die Räder kamen. Commerzbank und Deutsche Bank litten seit der Finanzkrise vor sich hin, und so „glänzte“ die Deutschen Bank 2017 mit dem dritten Jahresverlust in Folge, obwohl auch hier immer wieder schwarze Zahlen prognostiziert waren.

Lang ist auch die Liste der DAX-Unternehmen, bei denen die Bilanz durch teure Investitionsausgaben und Abschreibungen verhagelt wurde: sei es bei der Deutsche Telekom wegen des Netzausbaus oder die Automobilbauer, die das Ruder Richtung E-Auto herumreißen mussten. Deutsche Post und Thyssen-Krupp versenkten mit Fehlinvestitionen sogar richtig Geld. Der Oberhammer war jedoch Wirecard letztes Jahr - die erste Totalpleite im DAX. Keine Frage: Die geballte Ladung an Pleiten, Pech und Pannen im DAX in den letzten Jahren ist schon einzigartig.

Anders als in Deutschland sind die Gewinnprognosen in den USA sehr zuverlässig. In aller Regel übertreffen dort die Unternehmen die Schätzungen sogar um ein paar Cent - das gehört zum guten Ton. Deswegen werden US-Aktien im Vorhinein etwas teurer eingeschätzt, als sie am Ende wirklich sind. Bei den Deutschen ist es genau andersherum: Zu optimistische Schätzungen machen den DAX nur auf den ersten Blick attraktiver, doch am Ende erweisen sich viele Unternehmen als überschätzt.

Diese Diskrepanz erklärt, warum die Wall Street seit Jahren besser läuft. In Wahrheit sind die amerikanischen Unternehmen also nicht unbedingt wirklich teurer, sondern wachsen dynamischer und nachhaltiger als deutsche Unternehmen. Von vermeintlich hohen Kurs-Gewinn-Verhältnissen muss man sich daher nicht unbedingt abschrecken lassen.

Unsere Einschätzung: Das Phänomen, dass sich die solideren Geschäftsmodelle häufig in den USA finden lassen fällt auf. Bei den Amerikanern finden sich wahre Cashcows, von denen manch europäisches Unternehmen nur träumen kann. Es mag am großen US-Binnenmarkt liegen, dass sowohl die Fundamentaldaten als auch die Wachstumsraten vieler US-Firmen einfach besser aussehen als in Europa. Eine aktuell sportliche Bewertung muss daher kein Hinderungsgrund sein, den US-Aktien gegenüber DAX-Titeln den Vorzug zu geben.

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