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SmartInvestor Titelstory 05/21 Sturmwarnung

Nachrichtenquelle: Smart Investor
30.04.2021, 15:47  |  883   |   |   

Die kommenden Monate dürften sehr spannend werden – und zwar in mehrerlei Hinsicht. Wir sortieren die Gemengelage und präsentieren Fakten und Vermutungen.

„Kleine Welt“

Die Corona-Krise hat die Welt im Jahr 2020 völlig überraschend getroffen – so lautet das sorgsam gepflegte Narrativ. Dass diese Sichtweise durchaus hinterfragt werden darf, zeigte der Autor Paul Schreyer in seinem Bestseller „Chronik einer angekündigten Krise: Wie ein Virus die Welt verändern konnte“ (vgl. auch „The Great Reset“ ab S. 18). Einige Ereignisse im Vorlauf der Krise passten erstaunlich gut zu dem, was dann folgte. Wie inzwischen allgemein bekannt sein dürfte, fand nur Mona­te bevor die WHO (größter privater Einzelspender: die Bill & Melinda ­Gates Foundation) die Pandemie ausrief, mit dem Event 201 im Oktober 2019 eine erstaunlich hellsichtige Pandemieübung statt. Vielleicht weniger bekannt ist, dass diese Übung u.a. von der Bill & Melinda ­Gates Foundation und dem World Economic Forum (WEF) finanziert wurde. Bei Letzterem ist die Bill & Melinda Gates Founda­tion wiederum einer von nur drei ­Strategic Foundation Partners. Dass uns dann ausgerechnet der Gründer und Vorstandsvorsitzende des WEF, Prof. Dr. Klaus Schwab, als unermüdlicher Fürsprecher für den ­großen Umbruch („The Great Reset“) als Lösung für die Pandemie – und auch das Klima – über den Weg läuft, ist schon ein bemerkenswerter Zufall.

Schwarzer Schwan?

Dass zudem immer wieder Zweifel an der offiziellen Geschichte aufkommen, ­wonach das Virus ursprünglich auf dem Wochenmarkt von Wuhan von einer Fledermaus auf den Menschen übergesprungen sein soll, sei nur am Rande erwähnt. Nur ­wenige Kilometer von dem fraglichen Markt entfernt befindet sich das Wuhan Institute of Virology, eines von nur einer Handvoll an Hochsicherheitslabors der Klasse vier, das zudem die größte Virenbank Asiens beher­bergt. Obwohl das Labor mehrfach ­bestritt, dass das Virus von dort freigesetzt worden sein könnte – was sollte man auch sonst sagen?! –, halten sich hartnäckige ­Gerüchte, dass ein mehr als nur räumlicher Zusammenhang zwischen demselben und dem Ausbruch bestehen könnte. Wir wollen an dieser Stelle nicht behaupten, dass die Coro­na-Krise bewusst ausgelöst wurde, aber sie war eben auch nicht der behauptete Schwarze Schwan. Dass die Welt immer wieder einmal von Viruswellen heimgesucht wird, ist so sicher wie das ­nächste Erdbeben. Insofern gehört die ­Vorbereitung auf ein solches Ereignis auch zur allgemeinen Daseinsvorsorge, so wie in ­betroffenen Regionen erdbebensicher gebaut wird.

Lockdown um jeden Preis

Auffällig ist, wie die harte Lockdown-Poli­tik von einigen Politikern gegen alle Wider­stände durchgedrückt wird, obwohl bislang keine belastbaren Studien existieren, die die besondere Wirksamkeit dieser Maßnahme bestätigen. Mehr noch: Mit einer massiven Ausweitung anlassloser Schnelltests werden die Inzidenzzahlen, mit ­denen dann Lockdowns begründet werden, geradezu mutwillig nach oben gedrückt. Bundeskanzlerin Angela Merkel brachte praktisch im Alleingang eine weitere Ver­schär­fung des sogenannten Infektionsschutz­gesetzes auf den Weg, mit dessen Hilfe sie den Lockdown künftig unter ­Ausschaltung der Bundesländer zentral aus Berlin ­steuern will. Nebenbei bemerkt ist auch Merkel – wie etliche andere Politiker – ein gern gesehe­ner Dauergast bei den Jahrestreffen des WEF.

Erzeugte Not

Nun könnte man einwenden, dass bei all der Vorbereitung auf eine solche ­Pandemie die Umsetzung der Maßnahmen doch recht holprig war. Denkt man allerdings vom Ergebnis her, dann wurde eine nach den meis­ten Kriterien mittelschwere bis ­schwere Viruserkrankung der Atemwege zur Pest des 21. Jahrhunderts hochstilisiert. Im Ergebnis werden durch fragwürdige Massentests fragwürdige Maßnahmen begründet. ­Große Teile der Klein- und Mittelbetriebe ­gerieten so in wenigen Monaten an den Rand ­ihrer Existenz. Eine chaotisch wirkende Politik ohne Mitte und Maß erzeugt damit ­überaus konsequent genau jene Ausweglosigkeit, die den „Great Reset“ in der Folge zur „Not­wendigkeit“ werden lässt.

Krise als Chance

Nun werden Sie vielleicht „Verschwörungstheorie!“ rufen, wenn man Politikern ­etwas anderes als die Sorge um die Gesundheit und das Wohlergehen der Menschen unter­stellt. Da kennen Sie die Politik leider schlecht – denn schon Winston Churchill wurde der Satz zugeschrieben, dass man eine gute Krise nicht ungenutzt vorüberziehen lassen dürfe. Für Rahm Emanuel, den früheren Stabschef von Barack ­Obama, ist der Satz gleich mehrfach verbürgt, und auch Bundestagspräsident Schäuble sah in der Corona-Krise eine „große Chance“, weil nun die Widerstände gegen ­Veränderungen geringer seien. Auch Schwab/Malleret beto­nen in ihrem Buch „COVID-19: Der ­große Umbruch“ mehrfach das Potenzial dieser Krise für die Transformation von ­Wirtschaft und Gesellschaft. Da sind Nachfragen erlaubt: Was sind das für Politiker, die auf Not und Elend setzen, um ihre Ziele ­gegen den vermuteten Willen der Menschen durch­zudrücken? Wie weit ist eigentlich der Weg von einer solchen Denke bis zu dem Punkt, an dem eine Krise bewusst verschärft, verlängert oder gar erzeugt wird, um den Wider­willen zu brechen?

Politischer Amoklauf

Eine Vielzahl der aktuellen Maßnahmen – und das betrifft nicht nur die Detailregelungen der jeweiligen Lockdowns – ist mit gesundem Menschenverstand nicht mehr nachvollziehbar. So muss man inzwischen vor dem Betreten eines weitläufigen Baumarkts einen Corona-Test über sich ­ergehen lassen, darf sich aber davor und danach völ­lig unbehelligt mit seinen Mitreisenden in einen Bus quetschen. Jens Gnisa, früherer Chef des deutschen Richterbunds, zeigte sich angesichts der neuen Corona-Pläne der Bundesregierung fassungslos. Prof. Dr. Wolf­gang Reitzle, ehemaliger Vorstandschef von BMW und von Linde, ­attestierte Deutschland, bereits ein Sanierungsfall zu sein. Die Experten von Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) erwarten in einer aktuel­len Risikoanalyse sogar ­vermehrt Vandalis­mus und zivile Unruhen. Ist Deutsch­land auf dem Weg zum „Failed State“?

Totengräber des Mittelstands

Nach der Gastronomie, der Reisebranche und den (Konzert-)Veranstaltern gibt die Politik im geschlossenen Theater namens Bundesrepublik nun auch noch den Toten­gräber für große Teile des stationären ­Einzelhandels. Applaus sollte sie dafür nicht erwarten. Falls die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht nicht erneut verlän­gert wird, kann ab Anfang Mai mit einem regel­rechten Insolvenztsunami gerechnet werden. Der Mittelstand leidet wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr, ist für die Apologeten des „Great Reset“ aber offen­sichtlich bereits irrelevant. Da passt es wie die Faust aufs Auge, dass die Grünen – nach den Umfragen derzeit zweitstärkste Partei im Bund – nicht nur mit einem atemberaubend wirtschafts- und eigentums­feindlichen Wahlprogramm in den Ring für die Bundestagswahl steigen, sondern mit Annalena Baerbock eine Young Global Leaderin des WEF (siehe oben) zu ­ihrer Kanzlerkandidatin gemacht haben – sozu­sagen „die Bock“ zum Gärtner. Auch die neue Vorsitzende der Linken, Susanne ­Hennig-Wellsow, muss sich in Zahlen und Fakten zwar erst noch einarbeiten, zeigte sich aber bereits sehr sicher, dass schon ab dem Mittelstand künftig noch einmal kräftig zusätzlich belastet werden muss.

„Auferstanden aus Ruinen“?

Aber die Corona-Krise eignet sich nicht nur zur Gestaltung der Zukunft, sondern auch zur Bereinigung der Vergangenheit. Schon vor Corona hatte die Verschuldung der Welt, die je nach Region entweder mehr auf den Privathaushalten oder auf den Unter­nehmen, aber praktisch immer massiv auf der jeweiligen Staatskasse lastet, besorgniserregende Höhen erklommen. Entsprechend versuchen die Notenbanken seit der Finanzkrise 2008, dieses Schuldenmonster in Schach zu halten. Durch ihre Niedrig- und Nullzinspolitik ­­konnten sie zwar bei den bereits aufgelaufenen Schul­den die Dynamik aufgrund des Zinseszinseffekts dämpfen, doch war der feh­lende Zins auch der Hauptanreiz für die Aufnahme neuer Schulden. Über kurz oder lang wären uns diese Schulden ohnehin um die Ohren geflogen. Nun bietet Corona den perfekten Vorwand, auch hier in Richtung Nullstellung („Reset“) zu streben, ohne dass unangenehme Fragen nach der Mecha­nik des Fiatgelds oder den ­Verantwortlichen der Aufschuldung gestellt werden. Der Böse­wicht heißt Corona und wird mit ­solchen Mengen an frischem Geld bekämpft, dass dagegen die Schuldenauf­türmungen der letzten Jahre wie lässliche Jugendsünden aussehen. Motto: Es muss erst schlimmer werden, bevor es besser wird. Und natürlich wird es auch nicht von allein besser. Die Poli­tik geht hier vor wie ein Hausbesitzer, der ein völlig marodes Haus (Geldsystem) besitzt und sich jetzt für ­eine „Controlled ­Demolition“, also eine professionelle Sprengung entscheidet, statt einfach nur darauf zu warten, dass es irgendwann unkontrolliert von ­allein zusammenfällt.

„I’ll be back“

In der Zwischenzeit kann die Geldmengenausweitung eigentlich nicht mehr ­ohne Folgen für das allgemeine Preisniveau bleiben. Auch aus mehreren anderen ­Gründen könnte die Inflation entsprechend der ­alten Terminator-Formel „I’ll be back“ ­demnächst regelrecht durch die Tür krachen. So hat die weltweite Lockdown-Politik bereits mehrfach zu Unterbrechungen der Lieferketten ­geführt. Vielzählige Unternehmen werden darauf reagieren und ihre Beschaffungswege resilienter gestalten, was im Zweifel auch heißt, dass diese teurer werden – schließlich waren die Kosten oft ­genug das Hauptargument für eine Produktion am anderen ­Ende der Welt. Doch selbst wer das Risiko eingeht, in der Abhän­gigkeit von Lieferungen aus dem fernen Ausland zu bleiben, wird dafür nicht auto­matisch mit stabilen Preisen belohnt: ­Allein die Frachtraten sind über die letzten ­Monate deutlich angestiegen und selbst die chinesischen Produzentenpreise (vgl. Abb. 1) haben einen kräftigen Satz nach oben ­gemacht. Dahinter steckt natürlich auch der massive Preisanstieg bei den ­Rohstoffen (vgl. Titelstory in Smart Investor 4/2021: „Rohstoffsuperzyklus“). Auch sollte man nicht vergessen, dass die Inflation die mit Abstand unsozialste „Steuer“ ist, die sogar schon bei vielen Lebensmitteln deutlich zugebissen hat, sofern die Ware die Auslagen der Geschäfte trotz der Lockdowns überhaupt erreichte.

Kapital: Schutz oder Flucht?

Wir haben diese fast zwangsläufige Entwicklung über Jahre hinweg skizziert, nicht immer zur Freude unserer Leser. Waren die Trends lange Zeit sehr flach und/oder wurden sie überdeckt, so beschleunigen sie sich nun sichtbar. Nullzinsumgebung, Inflation, Scheingewinnbesteuerung, ­eine überwältigende Eigentumsfeindlichkeit und eine geradezu bösartige Besteuerung wie jüngst im Bereich der Derivate sind kein Klima, in dem Geldanlagen gedeihen. In unseren Kapitalschutzreports haben wir immer wieder auf ­Möglichkeiten verwiesen, den Generalangriff auf das Eigentum wenigstens abzufedern – Edelmetalle (vgl. Abb. 2)

Gold

Wer die Zeichen der Zeit richtig deutet und ebenso mobil wie konsequent ist, ­sollte sich aber auch mit dem Aus­wandern beschäftigen.

Wachsende Unsicherheit

Europa ist nicht nur durch die hiesige ­Corona-Politik schwer ­betroffen – auch das Säbelrasseln um die Ukraine hat ­wenige Monate nach der Amtsübernahme durch US-Präsident Biden wieder an Schärfe zuge­nommen. Womöglich tastet Putin den neuen Amtsinhaber hier nur ab und der Konflikt verläuft danach wieder im Sand. Allerdings kann das Kräftemessen auch eska­lieren. In jedem Falle sollten die enormen Truppenaufzüge auf beiden Seiten der „Frontlinie“ bedenklich stimmen. Ein ­äußerer Feind ist für jeden problembelade­nen Amtsinhaber eine verlockende Ablenkung. Mehr zu diesem Konflikt lesen Sie auch im Interview mit Dr. Daniel Hoffmann ab S. 20. Neue Spannungen ­könnten dazu führen, dass der US-Dollar ­kurzfristig seine Rolle als „Safe Haven“ ­zurückgewinnt und der Euro wieder in seinen ­langfristigen Abwärtstrend zurückfällt (vgl. Abb. 3).

EUR/USD

Bei den Aktien sehen wir nach wie vor ein gemischtes Bild mit positivem Grundton. Triebfeder ist auch weiter nicht die Geschäftsentwicklung, sondern die ­Unmengen an billigem Geld, die vor allem Großunter­neh­men zugutekommen. Entsprechend sind die neuen Allzeithochs der Blue-Chips-Indi­zes durchaus ­erklärbar (vgl. DAX, Abb. 4). Allerdings hat diese Rally einen Preis: Denn solange die Gewinne nicht mit den ­Kursen ­mithalten, geht die Bewertungsschere ­weiter auf. Während die Papiere durch ­Liquidität und Momentum nach oben getrieben werden, inte­res­siert das zwar kaum jemanden; sollte allerdings das Momentum erlahmen, ist der Markt korrekturanfällig.

DAX


Aufgrund der Unsicherheiten um Europa könnte der Ausbruchsversuch des euro aus seinem langjährigen Aufwärtstrend letztendlich scheiten.

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