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Was macht eine Anleihe zu einem Green Bond?

Nachrichtenquelle: Anleihen Finder
04.05.2021, 10:45  |  179   |   |   


„Grüne“ Investitionsmöglichkeiten liegen derzeit im Trend – auch am Anleihemarkt. Aber was macht eine Anleihe eigentlich zu einem Green Bond? Bei grünen Anleihen werden die mit der Emission erzielten Einnahmen in Projekte investiert, die Natur- und Klimaschutzziele verfolgen. Es gibt allerdings keine klaren Leitlinien für die Klassifikation einer Anleihe als Green Bond.

Freiwilliger Standard für Green Bonds

Die International Capital Market Association (www.icmagroup.org) hat im Jahr 2018 mit den Green-Bond-Principles (GBP) eine freiwillige Richtlinie für die Emission von grünen Anleihen erstellt. GBP-konforme Emissionen sollen Investitionsmöglichkeiten mit klaren, transparent grünen Inhalten eröffnen. Dafür wird die Einhaltung von vier Kernkomponenten empfohlen:

(1) Die Verwendung der Emissionserlöse für grüne Projekte ist das Kernstück eines Green Bonds. Die ausgewählten Projekte sollten einen klaren Umweltnutzen schaffen, der evaluiert und, falls möglich, quantifiziert wird.

(2) Bei dem Prozess der Projektbewertung und -auswahl sollte der Emittent eines Green Bonds gegenüber Investoren die ökologisch nachhaltige Zielsetzung, die Vorgehensweise zur Bestimmung von geeigneten grünen Projekten und die jeweiligen Eignungskriterien klar kommunizieren.

(3) Das Management der Erlöse soll durch einen formalen internen Prozess sicherstellen, dass die Emissionserlöse ausschließlich für die Investitionstätigkeiten der grünen Projekte verwendet werden. Empfohlen wird ferner die Begleitung der Mittelverwendung zum Beispiel durch einen Wirtschaftsprüfer.

(4) Der Emittent sollte jederzeit aktuelle Informationen über die Verwendung der Emissionslöse bereitstellen. Bis zur vollständigen Investition sind diese jährlich und im Falle von wesentlichen Entwicklungen in regelmäßigen Zeitabständen zu aktualisieren.

Greenwashing

Mangels klarer Regelungsvorgaben könnte eigentlich jeder Emittent seine Anleihe als Green Bond bezeichnen. Regulatorische Konsequenzen, zum Beispiel durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), hätte der Emittent nicht zu befürchten. Daher kann sich das eine oder andere „grüne Projekt“ bei näherer Betrachtung als Mogelpackung herausstellen. Bei der so genannten Grünfärberei verschaffen sich Unternehmen in der Öffentlichkeit ein grünes oder nachhaltiges Image, obwohl es keine Rechtfertigung dafür gibt.

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