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Wie man Plastik in Pralinenschachteln verringert / DBU fördert Projekt für die Produktion von Thermofolien

Nachrichtenagentur: news aktuell
06.05.2021, 11:15  |  187   |   |   

Rüthen/Landkreis Soest (ots) - Plastikvermeidung bleibt eine wesentliche
Komponente im Umweltschutz. Dennoch ist ein Balanceakt nicht zu vermeiden. Denn
Joghurtbecher, Obstschälchen oder das passgenaue Innenleben einer
Pralinenschachtel - ein klassisches Präsent zum Muttertag - kommen selten ohne
Kunststoff aus. Der Grund: Bei Lebensmitteln müssen die dafür verwendeten Folien
hohe Anforderungen erfüllen. Doch selbst trotz solcher verzwickter Zusammenhänge
muss Umweltschutz nicht auf der Strecke bleiben. Die Deutsche Bundesstiftung
Umwelt (DBU) hat deshalb ein Projekt zur Herstellung von sogenannten
Thermofolien fachlich und finanziell unterstützt.

Ziel der EU-Kommission: Ab 2030 alle Plastikverpackungen wiederverwertbar

Mit rund 303.000 Euro hat die DBU ein Verfahren gefördert, das das
nordrhein-westfälische Unternehmen Constab Polyolefin Additives in Rüthen im
Landkreis Soest zusammen mit dem Institut für Kunststofftechnik der Universität
Stuttgart entwickelt hat: Um solche Folien nachhaltiger zu produzieren, haben
die beiden Partner ein Verfahren ausgetüftelt, mit dem durch spezielle
Kunststoffharze Energie und Material eingespart werden können. Einerseits
verursacht Plastik zahlreiche Probleme, wenn es in die Umwelt gelangt: Mehrere
Millionen Tonnen Kunststoffmüll gelangen weltweit pro Jahr über die Flüsse ins
Meer und beeinträchtigen die Ökosysteme. Andererseits gehören Kunststoffe
aufgrund ihrer Materialeigenschaften zu den vielseitigsten Werkstoffen und
erfüllen besonders im Lebensmittelbereich hohe Anforderungen. Sie sind
hygienisch, stabil, leicht und beständig und mindern den Durchgang von
Sauerstoff und Wasserdampf, um die empfindliche Ware frisch zu halten und damit
Lebensmittelabfälle zu vermeiden. Ziel der Europäischen Kommission ist es, dass
ab 2030 alle Plastikverpackungen wiederverwertbar sein sollen. "Bei Kunststoffen
geht es künftig verstärkt darum, Material einzusparen und Ressourcen konsequent
im Kreislauf zu halten", sagt DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. Beide Ziele
habe das Vorhaben von Constab und Universität Stuttgart verfolgt.

Folie: Besser, dichter, fester und dennoch dünner

Das Innovative: Erstmalig wurden Harze mit speziellen Eigenschaften als
umweltfreundliche Zusatzmittel eingesetzt, mit denen es Constab und der Uni
Stuttgart gelungen ist, die sogenannte Umformtemperatur um 20 Grad abzusenken.
Das spart Energie. Darüber hinaus lassen sich die Folien mit dem Zusatzstoff
besser verarbeiten. Der Effekt: Sie sind sowohl dichter als auch fester - aber
dennoch dünner. "Die Foliendicke lässt sich um etwa 25 Prozent verringern, die
Heizleistung um 20 Prozent", sagt Projektleiter Dr. Andreas Strunk-Westermann.
"Durch diese Material- und Energieeinsparungen würde das neue Verfahren allein
bei den Kunden, die bei uns Kunststoff-Granulate für das Herstellen von
Thermofolien beziehen, rund 200 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr einsparen." Die
optischen Eigenschaften konnten verbessert werden, die mechanischen blieben
gleich.

Ein stoffliches Recycling der Produkte ist problemlos möglich, da das neue
Material auch in Monofolien eingesetzt werden kann. Anders als bei den schwierig
zu recycelnden Verbundmaterialien, etwa bei Milchtüten, liegt hier allein ein
Werkstoff vor. Strunk-Westermann kann sich daher einen breiten Einsatz der neuen
Thermofolien vorstellen: "Der Trend geht zu einschichtigen Folien statt zum
Verbundmaterial. Unser neuer Werkstoff könnte Verbundfolien ersetzen." Die neuen
umweltfreundlichen Zusatzstoffe gibt es bereits als verkaufsfertiges Produkt.

Pressekontakt:

Klaus Jongebloed
- Pressesprecher -
Kerstin Heemann
Jessica Bode

Kontakt DBU
An der Bornau 2
49090 Osnabrück
0541|9633-521
0171|3812888
mailto:presse@dbu.de
http://www.dbu.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/6908/4908032
OTS: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)
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